Allgemeines
Die Abgasrückführung (AGR) dient in erster Linie dazu, die Menge der Stickoxide für die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte schon vor der Abgasnachbehandlung zu reduzieren. Der angesaugten bzw. aufgeladenen Frischluft wird Abgas beigemischt, sodass der Sauerstoffanteil im Kraftstoff-Luft-Gemisch abnimmt. Sinkt der Sauerstoffanteil, hat das eine sinkende Verbrennungstemperatur zur Folge, was zu einem verminderten Ausstoß von Stickoxiden (NOx) führt.
Das Verhältnis von zurückgeführter Abgasmenge und angesaugter bzw. aufgeladener Frischluftmenge muss zu allen Zeitpunkten genau geregelt werden, da die Abgasrückführung (AGR) über das gesamte Drehzahlband aktiv ist. Bei einem Kraftstoff-Luft-Gemisch mit einem zu hohen Abgasanteil verschlechtert sich die Verbrennung und dadurch steigt die Emission von Rußpartikeln, Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoff. Umgekehrt würde die Emission von Stickoxiden (NOx) steigen, wenn der Anteil an frisch- bzw. aufgeladener Luft zu hoch wäre.
1 | Abgasrückführkühler |
2 | Abgasrückführleitung (kalt) |
3 | Abgaskrümmer |
4 | Ladeluftrohr |
Y621 | Abgasrückführsteller |
A | Abgas vom Abgaskrümmer |
G14.20-A011-76
Funktion
Die Abgasrückführrate bezeichnet das Verhältnis von zurückgeführter Abgasmenge zur Frischluftmenge. Sie wird über das Steuergerät Motormanagement (MR) (A6) ermittelt, das die Menge der tatsächlich angesaugten bzw. aufgeladenen Frischluft und die Menge der tatsächlich zurückgeführten Abgase zueinander ins Verhältnis setzt.
Die Größe der Abgasrückführrate wird vom Steuergerät Motormanagement (MR) auf Grundlage der Informationen vom Druck- und Temperatursensor Ladeluft (B111) errechnet.
Die Regelung der Abgasrückführrate erfolgt dann über den Abgasrückführsteller, der vom Steuergerät Motormanagement (MR) mit einem pulsweitenmodulierten Signal angesteuert wird. Der Abgasrückführsteller öffnet bzw. schließt über seine Drosselklappe die Abgasrückführleitung (2) und regelt somit, welche Menge Abgas beigemischt wird.
Das abgezweigte Abgas durchströmt zunächst den an den Kühlmittelkreislauf angeschlossenen Abgasrückführkühler (1). Hier wird es von ca. 650 °C auf ca. 170 °C abgekühlt.
Durch die Kühlung kann die Abgasrückführrate erhöht werden, da sich die Dichte und somit die Menge der zurückgeführten Abgase erhöht. Außerdem bewirkt die Beimengung der gekühlten Abgase eine Reduzierung der NOx-Emission durch die Absenkung der Verbrennungstemperatur.
Nachdem das vom Abgaskrümmer (3) kommende Abgas den Abgasrückführkühler (1) passiert hat, gelangt es durch die Abgasrückführleitung (2) in das Ladeluftrohr (4). Hier wird es mit der aus dem Ladeluftkühler kommenden Frischluft vermischt und danach den einzelnen Zylindern zur Verbrennung zugeführt.
Referenzierte Dokumente
- gf0715g5003a Steuergerät Motormanagement (MR) Bauteilbeschreibung
- gf0941g4110a Druck- und Temperatursensor Ladeluft Bauteilbeschreibung
- gf1420g2020a Abgasrückführkühler Bauteilbeschreibung
- gf1420g4007a Abgasrückführsteller Bauteilbeschreibung