gf0800p2004ed

Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb Funktion

Typ gf · Thema 08.00 · Version 0102 · 2013-08-15

Gültig für: MOTOR 780.993 im TYP 451.390/392/490/492

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 08 Elektroantrieb, Hybridantrieb › 08.00 Allgemeines — Baureihe 451 (Baumuster 390, 392, 490, 492)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 780 993

GF08.00-P-2004ED

Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb Funktion

15.8.13

MOTOR

780.993 im TYP 451.390/392/490/492

Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb Funktion

N82/2

Steuergerät Batteriemanagementsystem

N83

Bordladegerät 3kW (ohne Code (908) Bordlader 22KW)

N83n1

Steuergerät Powerline Gateway (ohne Code (908) Bordlader 22KW)

N83/10

Bordladegerät 22kW (bei Code (908) Bordlader 22KW)

N112/2

Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug (bei Code (B54) KOM-MODUL (Verkehrsdaten und Batteriestand))

N127

Steuergergerät Antriebsstrang

N129/1

Steuergerät Leistungselektronik

X58/23

Steckdose Einspeisung Ladegerät

CAN EV

Elektrofahrzeug-CAN

P08.00-2038-81

Funktionsvoraussetzung allgemein

Ladekabel gesteckt und verriegelt

Der Status Ladekabel gesteckt wird über den "Proximity-Kontakt" an der Steckdose Einspeisung Ladegerät und die dazugehörige "Proximty-Leitung" im Ladekabel erkannt. Sind beide Stecker (am Fahrzeug und an der Ladesteckdose) korrekt gesteckt, erkennt das Bordladegerät den "Proximity-Kontakt" und sendet das Signal "Proximity erkannt" über Elektrofahrzeug-CAN. Alle beteiligten Steuergeräte werden geweckt und das Ladekabel wird verriegelt. Die Ansteuerung zur Verriegelung oder Entriegelung des Ladekabels erfolgt über eine direkte Leitung durch das Bordladegerät. Den Status Ladekabel verriegelt liest das Bordladegerät über eine direkte Leitung ein.

Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb allgemein

Das Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb stellt die Ladung der Hochvoltbatterie (G5) sicher. Ein möglichst schonender und gleichzeitig schneller Ladevorgang der Hochvoltbatterie wird dabei angestrebt.

Der gesamte Ladevorgang erfolgt überwacht. Das Bordladegerät und die Energiequelle (Ladestation) kommunizieren dabei über eine Datenleitung im Ladekabel (Control Pilot). Bei Ladevorgängen an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose erfolgt die Kommunikation zwischen dem Bordladegerät und einer im Ladekabel verbauten Kontrollbox. Dabei werden die Leistungsdaten der Ladeinfrastruktur übermittelt und die Stromaufnahme des Bordladegeräts wird entsprechend angepasst. Zusätzlich werden die Signale "ready", "not ready" und "charge" übertragen. Die Kontrolllampen an der Steckdose Einspeisung Ladegerät werden entsprechend des jeweils gesendeten Signals angesteuert. Erst dann leitet das Bordladegerät den Ladevorgang ein.

Beim Laden an einer Haushaltssteckdose muss der Ladestrom ggf. begrenzt werden um das hausinterne Stromnetz nicht zu überlasten. Der maximal zulässige Ladestrom kann deshalb über das entsprechende Menü im Kombiinstrument (A1) oder die Kontrollbox im Ladekabel eingestellt werden.

Folgende Steuergeräte und Bauteile sind am Ladevorgang und an der Überwachung beteiligt:

Steuergerät Batteriemanagementsystem

Bordladegerät 3kW (ohne Code (908) Bordlader 22KW)

Steuergerät Powerline Gateway (ohne Code (908) Bordlader 22KW)

Bordladegerät 22kW (bei Code (908) Bordlader 22KW)

Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug (bei Code (B54) KOM-MODUL (Verkehrsdaten und Batteriestand))

Steuergerät Antriebsstrang

Steuergerät Leistungselektronik

Steckdose Einspeisung Ladegerät

Das Steuergerät Powerline Gateway ist nur im Bordladegerät 3kW (ohne Code (908) Bordlader 22KW) verbaut. Beim Bordladegerät 22kW (bei Code (908) Bordlader 22KW) ist die Funktion des Steuergeräts Powerline Gateway in die Elektronik des Bordladegeräts 22kW integriert.

Die Funktion Energiemanagement Hochvoltsystem Ladebetrieb umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Ermittlung Ladezustand und Ladefähigkeit

Funktionsablauf Laden über Ladekabel

Funktionsablauf Kommunikation Ladestation

Funktionsablauf Ermittlung Ladezustand und Ladefähigkeit

Um die Ladezeit der Hochvoltbatterie möglichst gering zu halten, werden der Ladezustand und die Ladefähigkeit ermittelt. Die Ladefähigkeit der Hochvoltbatterie ist hauptsächlich von der Temperatur der Hochvoltbatterie abhängig.

Informationen zum Themomanagement der Hochvoltbatterie sind in der separaten Funktion "Wärmemanagement Funktion" enthalten.

Der Ladezustand der Hochvoltbatterie ist entscheidend für die Ladedauer. Bei vollständiger Nutzung der Kapazität des jeweiligen Bordladegeräts beträgt die Ladedauer:

Bordladegerät 3kW (ohne Code (908) Bordlader 22KW):

Ladedauer 8 h von 0 bis 100 % Hochvoltbatterie Ladestatus und 4 h von 20 bis 80 % Hochvoltbatterie Ladestatus.

Bordladegerät 22kW (bei Code (908) Bordlader 22KW):

1 h von 0 bis 100 % Hochvoltbatterie Ladestatus und 0,5 h von 20 bis 80 % Hochvoltbatterie Ladestatus.

Folgende Steuergeräte sind an der Ermittlung des Ladezustandes und der Ladefähigkeit beteiligt:

Steuergerät Batteriemanagementsystem

Bordladegerät

Steuergerät Antriebsstrang

Folgende Signale des Steuergeräts Batteriemanagementsystem werden über Elektrofahrzeug-CAN vom Steuergerät Antriebsstrang eingelesen:

Spannung Hochvoltbatterie

Strom Hochvoltbatterie

Temperatur Hochvoltbatterie

Ladezustand Hochvoltbatterie

Hochvoltbatterie, Status

Folgende Signale des Bordladegeräts werden vom Steuergerät Antriebsstrang über Elektrofahrzeug-CAN eingelesen:

Erkennung Proximity

Control Pilot, Status

Funktionsablauf Laden über Ladekabel

Im Ladebetrieb wird dem Bordladegerät über die Steckdose Einspeisung Ladegerät Wechselspannung zugeführt. Die Wechselspannung beträgt beim Bordladegerät 3kW 100 bis 240 V und beim Bordladegerät 22kW 3 400 V. Das jeweilige Bordladegerät wandelt die Eingangswechselspannung in Gleichspannung um und führt diese über die Sicherungsbox Hochvolt-Adapterplatte der Hochvoltbatterie zu. Die Ausgangsspannung am jeweiligen Bordladegerät beträgt ca. 380 V.

Folgende Steuergeräte sind an der Überwachung und Steuerung des Ladevorgangs beteiligt:

Steuergerät Batteriemanagementsystem

Bordladegerät

Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug

Steuergerät Antriebsstrang

Folgende Signale des Bordladegeräts werden über Elektrofahrzeug-CAN vom Steuergerät Batteriemanagementsystem eingelesen:

Ladespannung

Ladestrom

Bordladegerät, Status

Folgende Signale des Steuergeräts Batteriemanagementsystem werden vom Steuergerät Antriebsstrang über Elektrofahrzeug-CAN eingelesen:

Ladespannung

Ladesstrom

Folgende Signale des Bordladegeräts werden vom Steuergerät Antriebsstrang über Elektrofahrzeug-CAN eingelesen:

Ladespannung

Ladestrom

Bordladegerät, Status

Eingangsspannung Bordladegerät

Eingangsstrom Bordladegerät

Maximal möglicher Ladestrom

Anzahl der Eingangsphasen

Funktionsablauf Kommunikation Ladestation

Der gesamte Ladevorgang erfolgt überwacht. Das Bordladegerät und die Energiequelle (Ladestation) kommunizieren dabei über eine Datenleitung im Ladekabel (Control Pilot).

Bei intelligenten Ladestationen erfolgt zusätzlich eine digitale Kommunikation über Powerline (Powerline Communication) auf den Leitungen L1 und N. Hierfür werden Daten nach dem in der ISO/IEC 15118 spezifizierten Protokoll übertragen. Bei Fahrzeugen ohne Code (908) Bordlader 22KW erfolgt diese Kommuniktion über das Steuergerät Powerline Gateway. Beim Bordladegerät 22kW (bei Code (908) Bordlader 22KW) ist die Funktion des Steuergeräts Powerline Gateway in die Elektronik des Bordladegeräts 22kW integriert.

Die Kommuniktion mit der Ladestation dient der:

gegenseitigen Authentifizierung von Fahrzeug und Ladestation

Prüfung der Vertragsdaten

automatischen Abrechnung der Stromkosten

Die Ladestation liefert Daten zur Stromverfügbarkeit sowie Tarifinformationen. Diese Informationen werden vom Fahrzeug ausgewertet und für eine optimale Ladung der Hochvoltbatterie verwendet. Wenn der Ladevorgang beendet ist, werden die Stromkosten automatisch abgerechnet.

Neben der Kommunikation mit der intelligenten Ladestation kann auch eine Verbindung mit dem Internet auf die "Vehicle Homepage" hergestellt werden. Dies ist über das Stromnetz (Powerline Communication) und bei Fahrzeugen mit Code (B54) KOM-MODUL (Verkehrsdaten und Batteriestand) über das Mobilfunknetz möglich. Der Verbindungsaufbau und die Kommunikation über das Mobilfunknetz erfolgt durch das Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug. Das Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug nutzt GSM (Global System Mobile) und überträgt alle notwendigen Daten über Funk. Das Fahrzeug erkennt automatisch, ob eine Verbindung mit dem Internet über das Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug möglich ist oder nicht.

Über die "Vehicle Homepage" kann auf folgende Funktionen zugegriffen werden:

Abfrage des aktuellen Ladezustands

Programmieren der Abfahrtszeit

Aktivieren der Funktion Vorklimatisierung

Das Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug liest hierfür folgende Daten über Elektrofahrzeug-CAN ein, die vom Steuergerät Antriebsstrang gesendet werden:

Statusinformationen der Vorklimatisierung

Dauer bis zur Abfahrt

Relative Zeit bis zur Vollladung

Informationen zum Ladeprozess

Informationen zur Reichweite

Das Steuergerät Kommunikationsmodul Elektrofahrzeug sendet folgende Daten über Elektrofahrzeug-CAN an das Steuergerät Antriebsstrang:

Internetverbindung ist verfügbar

Voreinstellungen der Vorklimatisierung

Abfahrtszeitpunkt

Funktionsschema Elektrik Energiemanagement Hochvoltsytem Ladebetrieb Funktion

PE08.00-P-2051MEX

Übersicht Systembauteile Elektroantrieb

GF08.00-P-9991ED

Referenzierte Dokumente