MOTOR | 274.9 im TYP 212 |
mit CODE 924 (Bivalenter Erdgasantrieb) |
P07.54-2129-79
Phantomdarstellung |
1 | Gasbehälter 1 | 4 | Gaseinfüllleitung | N3/10 | Steuergerät ME | ||
2 | Gasbehälter 2 | 45 | Kraftstoff-Einfüllstutzen | N118/2 | Steuergerät CNG | ||
3 | Gasbehälter 3 | 75 | Kraftstoffbehälter | Y107/2 | Druckregeleinheit |
Funktionsvoraussetzungen Gaseinblassystem allgemein
Klemme 87M (Motorsteuerung EIN)
Motor läuft
Gaseinblassystem allgemein
Das Steuergerät CNG (N118/2) bildet in Kombination mit dem Benzin-Einspritz- und Zündsystem und im elektrischen Verbund mit den Sensoren und Aktoren vom Motor 274 DE die Motorsteuerung.
Die Kurzbezeichnung CNG bedeutet:
C = Compressed
N = Natural
G = Gas
Der Motor 274 DE CNG kann vorzugsweise mit sogenanntem H-Gas (H=High) mit hohem Brennwert oder L-Gas (L=Low) mit geringem Brennwert betankt werden. Er kann jedoch auch mit entsprechend aufbereitetem Biogas (Biomethan), das der DIN 51624 entspricht, betankt werden.
Das flüssige Autogas LPG (Liquefied Petroleum Gas) darf in diesem Fahrzeug nicht verwendet werden.
Der Motor 274 DE CNG basiert auf dem Motor 274.920. Mit ihm ist sowohl der Benzinbetrieb als auch der Gasbetrieb möglich.
Das Steuergerät CNG steuert im elektrischen Verbund mit dem Steuergerät ME (N3/10) die Kraftstoff- und Gaseinspritzung. Dazu ist es über den Antriebssensor-CAN (CAN I) und vier direkten Leitungen mit dem Steuergerät ME vernetzt. Zusätzlich steuert und überwacht das Steuergerät CNG die komplette Gasanlage im Fahrzeug.
Das Fahrzeug und der Motor 274 DE wurde aufgrund der Gaseinblasung um folgende Bauteile erweitert:
– Steuergerät CNG
– Füllanschluss für Gas, der sich hinter der Tankklappe befindet
– 3 Gasbehälter mit dem jeweiligen Gasabsperrventil Gasbehälter 1 bis 3 (Y107/1y1 bis 3)
– Druckregeleinheit (Y107/2) mit Hochdrucksensor Gas (Y107/2b1) und Druckregelventil (Y107/2y1), die den Systemhochdruck von ca. 200 bar auf den Systemniederdruck von 2,5 bis 4 bar reduzieren
– Gas-Verteilerrohr mit den Gaseinblasventilen Gas Zylinder 1 bis 4 (Y106/1 bis 4) und dem Niederdruck- und Temperatursensor GAS (B18/6)
Gaseinblassystem Funktionsablauf
Der Fahrer kann die gewünschte Fahrzeug-Betriebsart mit Hilfe des Multifunktionslenkrads im Multifunktions-Display (A1p13) im Kombiinstrument (A1) einstellen.
Ein Wechsel zwischen den beiden Betriebsarten ist nahezu immer möglich. Ausnahmen bilden Fahrsituationen, in denen der gewünschte Betriebsartwechsel nicht ausreichend komfortabel durchgeführt werden kann. Der gewünschte Betriebsartwechsel wird dann zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt, wenn dadurch die erforderliche Leistung nicht beeinträchtigt wird.
Über das Multifunktions-Display im Kombiinstrument werden der Erdgasvorrat und die systembetreffenden Informationen angezeigt.
Das Steuergerät ME berechnet individuell die Einspritzsignale (Ventilöffnungszeitpunkt, Ventilöffnungsdauer) für jedes der Gaseinblasventile Gas.
Das Steuergerät ME sendet die Einspritzsignale direkt an das Steuergerät CNG und dieses steuert die Einblasventile Gas direkt an. Zwischen dem Steuergerät ME und dem Steuergerät CNG findet ständig ein Datenaustausch über den Antriebssensor-CAN statt.
Nach jeder Gasbetankung wird die Öffnungszeit der Einblasventile Gas an die zur Verfügung stehende Gasqualität (Energiegehalt) angepasst. Die Gasqualität wird über die Gemischadaption ermittelt. Die mögliche Reichweite ist stark von der Gasqualität abhängig.
Einen stattgefundenen Betankungsvorgang erfasst das Steuergerät CNG durch den Druckunterschied (vor und nach jedem Gasbetankungsvorgang). Beim Motorstart wird kurzzeitig, auch bei voreingestelltem Gasbetrieb, in den Benzinbetrieb geschaltet. Der Benzinbetrieb wird so lange aufrecht erhalten, bis verschiedene temperaturabhängige Kenngrößen erreicht sind. Erst dann kann in den Gasbetrieb gewechselt werden.
Ist im Benzinbetrieb eine definierte Kraftstoffrestmenge erreicht, wird bei ausreichendem Gasvorrat automatisch in den Gasbetrieb geschaltet. Ist der Gasvorrat dann aufgebraucht, findet wiederum ein Wechsel in den Benzinbetrieb statt.
Notlauffunktion
Erkannte Systemfehler im Gassystem können dazu führen, dass das Gassystem abgeschaltet wird.
Unter Umständen kann es notwendig sein, dass das Gassystem mit Hilfe von Xentry Diagnostics durch das Löschen von Fehlern im Fehlerspeicher aktiviert werden muss.
Erhält das Steuergerät ME ein "Crashsignal" indirekt über den Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1) oder direkt vom Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10), wird das Signal über den Antriebssensor-CAN weitergeleitet zum Steuergerät CNG und beide Systeme Gas/Benzin werden abgeschaltet. Eine Reaktivierung des Gassystems kann nur über Xentry Diagnostics durchgeführt werden.
Sämtliche Arbeiten an dem Gaseinblas- und Zündsystem dürfen nur von speziell geschultem Servicepersonal durchgeführt werden.
Nähere Informationen zu personellen und messtechnischen Voraussetzungen (zum Beispiel: Allgemeine Hinweise zur Dichtheitsprüfung von Erdgasanlagen) stehen im Werkstatt-Informations-System (WIS) unter der Informationsart Prüf- und Reparaturarbeiten (AR) und Allgemeine Hinweise (AH) zur Verfügung.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mrc Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung