Übersicht
Dieses Dokument enthält Informationen zu:
Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Funktion
Allgemeines
Die Laufruheregelung reduziert die Laufunruhen im Drehzahlbereich von 750 bis 2600/min. Zusätzlich schützt die Laufruheregelung den Katalysator vor Überhitzung.
Funktionsvoraussetzungen
Motormanagement EIN (Klemme 87M)
Motor in Betrieb
Funktion
Laufruheregelung
Bei Verbrennungsaussetzern kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen. Wenn sich dieser Kraftstoff im Katalysator entzündet, kann der Katalysator durch thermische Überlastung beschädigt werden. Um zu verhindern, dass unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangt, erkennt die Laufruheregelung Verbrennungsaussetzer und greift in den Motorlauf ein.
Verbrennungsaussetzer erkennen
Um Verbrennungsaussetzer zu erkennen, wertet das Steuergerät Verbrennungsmotor das Signal Motordrehzahl vom Hallsensor Kurbelwelle aus.
Jede Verbrennung erzeugt am Multipolrad an der Kurbelwelle eine Beschleunigung. Wenn eine Verbrennung aussetzt, dreht das Multipolrad bis zur nächsten Verbrennung messbar langsamer. Das Motordrehmoment schwankt.
Signalverlauf Laufruhe |
A | Motorlauf ohne Verbrennungsaussetzer Beschleunigungswerte im Toleranzbereich (bis 3 m/s2) |
B | Motorlauf mit Verbrennungsaussetzern Beschleunigungswerte zu groß (über 3 m/s2) |
C | Aussetzerzähler startet bei Aussetzererkennung |
a | Beschleunigung |
t | Zeit |
P07.61-3854-11
Folgende Ursachen von Verbrennungsaussetzern werden erkannt:
Fehlerhaftes Zündsystem
Fehlerhaftes Kraftstoffeinspritzsystem
Motormechanik (z. B. Ventilsitze, Ventilfedern, Falschluft)
Kraftstoffmangel
Kraftstoffinjektoren abschalten (Ottomotor)
Wenn die Laufruheregelung Verbrennungsaussetzer erkennt, wird nach einer bestimmten Anzahl von Verbrennungsaussetzern der betroffene Kraftstoffinjektor abgeschaltet. Bei Vierzylindermotoren werden maximal zwei Kraftstoffinjektoren gleichzeitig abgeschaltet. Bei Sechszylindermotoren werden maximal drei Kraftstoffinjektoren gleichzeitig abgeschaltet. Bei Achtzylindermotoren werden maximal vier Kraftstoffinjektoren gleichzeitig abgeschaltet.
Ottomotor: Verbrennungsaussetzer zählen und speichern
Im Fehlerspeicher wird die Summe der erkannten Verbrennungsaussetzer gespeichert. Folgende Verbrennungsaussetzer werden unterschieden:
Verbrennungsaussetzer „Zylinderspezifisch“
Verbrennungsaussetzer „Emissionsgrenze“
Verbrennungsaussetzer „Katalysatorschädigend“
Kraftstoffeinspritzmenge anpassen (Dieselmotor)
Wenn die Laufruheregelung Verbrennungsaussetzer erkennt, passt das Steuergerät Verbrennungsmotor die Kraftstoffeinspritzmenge an. Das Steuergerät Verbrennungsmotor passt dazu folgende Parameter an:
Der Kraftstoffdruck im Kraftstoffverteiler wird über das Druckregelventil und das Mengenregelventil geregelt.
Die Einspritzdauer wird über die Ansteuerdauer der Kraftstoffinjektoren geregelt.
Einflussfaktoren für die Laufruheregelung
Folgende Faktoren beeinflussen die Laufruheregelung:
Motordrehzahl und Motorlast
Kühlmitteltemperatur
Fahrbahnunebenheiten
Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge
Motorrundlaufeigenschaften
Motordrehzahl und Motorlast
Das Steuergerät Verbrennungsmotor bildet aus der Motordrehzahl und der Motorlast einen Vergleichswert für die Zeit zwischen zwei Arbeitstakten.
Kühlmitteltemperatur
Die Laufruheregelung gestattet bei kaltem Motor mehr Verbrennungsaussetzer als bei betriebswarmem Motor.
Fahrbahnunebenheiten
Schwingungseinflüsse auf den Antriebsstrang können bei bestimmten Motordrehzahlen und Lastzuständen die Auswertung des Motorlaufs negativ beeinflussen. Deshalb ist bei unebener Fahrbahn der Toleranzbereich der Laufruheregelung vergrößert.
Um Fahrbahnunebenheiten zu erkennen, wertet das Steuergerät Verbrennungsmotor das Signal Raddrehzahl aus.
Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge
Für die Fehlerspeicherung und -bewertung ist die Zylindererkennung erforderlich. Die Zylindererkennung wertet die Signale der Hallsensoren von Kurbel-, Einlass- und Auslassnockenwelle aus. Durch die Signale kann die Zylindererkennung bestimmen, in welcher Taktsequenz sich die einzelnen Zylinder befinden.
Motorrundlaufeigenschaften
Wenn das Fahrzeug im Schubbetrieb ist und ein gleichförmiger Motorrundlauf herrscht, speichert das Steuergerät Verbrennungsmotor die Rundlaufeigenschaften des Motors als Vergleichsgrößen. Um Verbrennungsaussetzer zu erkennen, verwendet das Steuergerät Verbrennungsmotor diese Vergleichsgrößen.
Wenn die Vergleichsgröße erfolgreich gespeichert wurde, wird der Toleranzbereich der Laufruheregelung verkleinert. Dadurch wird die Laufruheregelung an die spezifischen Rundlaufeigenschaften des Motors angepasst.
Funktionsschemata | |||
Funktionsschema Laufruheregelung | Motor 608 im Typ 118, 177, 247Motor 654 im Typ 167Motor 654 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021 | ||
Motor 282 im Typ 118, 177, 247 | |||
Motor 254, 264 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021Motor 256 im Typ 213, 238 ab Modell-J. 2021Motor 260 im Typ 118, 177, 247Motor 264 im Typ 167 | |||
Motor 176, 177 im Typ 167 | |||
Motor 139 im Typ 118, 177 | |||
Motor 256 im Typ 223 | |||
Motor 176, 177 im Typ 223 | |||
Motor 279 im Typ 223 | |||
Steuergeräte | |||
Steuergerät Verbrennungsmotor Grundfunktion | Motor alle (PKW) |
Referenzierte Dokumente
- gf0708p9890a Steuergerät Verbrennungsmotor Grundfunktion
- gf0708p9890a