Funktionsvoraussetzung allgemein
Motor läuft
Das Steuergerät ME (N3/10) erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle (B70). Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.
Klopfregelung allgemein
Die Klopfregelung hat die Aufgabe bei unterschiedlichen Kraftstoffqualitäten und bei allen Betriebsbedingungen einen Betrieb ohne unkontrollierte Verbrennungen (Klopfen) des Motors sicherzustellen. Wenn von der Sensorik eine klopfende Verbrennung festgestellt wird, verstellt das Steuergerät ME die Zündung des betroffenen Zylinders in Richtung "spät".
Das Steuergerät ME steuert die Klopfregelung abhängig von folgenden Signalen:
Klopfsignale
Klopfsensor 1 (A16/1)
Klopfsensor 2 (A16/2)
Einlassnockenwellen-Stellung (Zündkreiserkennung)
Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15)
Auslassnockenwellen-Stellung (Zündkreiserkennung)
Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16)
Kühlmitteltemperatur
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)
Motorlast
Druck- und Temperatursensor nach Abgasturbolader (B28/17)
Fahrpedalstellung
Das Steuergerät Antriebsstrang (N127) liest die Signale des Fahrpedalsensors (B37) direkt ein und sendet die Fahrpedalstellung über Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät ME.
Motordrehzahl und Kurbelwellenstellung (Zündkreiserkennung)
Hallsensor Kurbelwelle
Zusätzlich werden die Anforderungen der Funktion Drehmomentkoordination berücksichtigt.
Bei Ausfall eines Klopfsensors werden aus Sicherheitsgründen die Zündwinkel aller Zylinder um bis zu 12° in Richtung "spät" verstellt. Die Klopfregelung wird gesperrt und ein Fehler im Fehlerspeicher abgelegt.
Die Research-Oktanzahl (ROZ) kann mit dem Diagnosetester verändert werden. Entsprechend passt das Steuergerät ME die Klopfregelung an.
Die Klopfregelung erkennt eine anhaltend hohe Klopfneigung und steuert entsprechend gegen. Hierfür wertet die Klopfregelung die Anzahl der Regelungseingriffe in bestimmten Motorlast und Drehzahlbereichen aus. Ab einer definierten Schwelle wird die Voreinstellung (ROZ-Stufe) verändert.
Zündwinkeleinstellung
Die Klopfregelung ist unter folgenden Betriebsbedingungen aktiv:
Kühlmitteltemperatur über 30 °C
Motorlast über 34 %
Das Steuergerät ME wertet alle eingehenden Informationen aus und berechnet zylinderspezifische Zündwinkelkorrekturen.
Wenn an einem Zylinder eine klopfende Verbrennung erkannt wird, verstellt das Steuergerät ME den Zündwinkel an diesem Zylinder ab der nächsten Zündung um ca. 3° in Richtung "spät". Wenn dann weitere klopfende Verbrennungen festgestellt werden, verstellt das Steuergerät ME den Zündwinkel weiter um jeweils 3° in Richtung "spät". Der Zündwinkel kann um maximal 15° in Richtung "spät" verstellt werden. Wenn sich dann eine klopffreie Verbrennung eingestellt hat, nimmt das Steuergerät ME die Spätverstellung schrittweise (jeweils ca. 0,75°) zurück. Dies geschieht so lange, bis wieder der normale Kennfeldwert erreicht ist oder neues Klopfen auftritt.
Das Steuergerät ME steuert zur Zündwinkeleinstellung folgende Bauteile an:
Zündspule Zylinder 1 (T1/1)
Zündspule Zylinder 2 (T1/2)
Zündspule Zylinder 3 (T1/3)
Zündspule Zylinder 4 (T1/4)
Zündspule Zylinder 5 (T1/5)
Zündspule Zylinder 6 (T1/6)
Adaption der Klopfregelung
Ab einer Kühlmitteltemperatur von 75 °C ist die Adaption der Klopfregelung aktiv. Die erforderlichen Zündwinkelkorrekturen wegen klopfender Verbrennungen werden kontinuierlich und zylinderspezifisch zusammen mit dem jeweiligen Betriebszustand (Motorlast und -drehzahl) gespeichert. Bei erneut auftretender klopfender Verbrennung werden die gespeicherten Adaptionswerte berücksichtigt, sodass für jeden Zylinder sofort der optimale Zündwinkel eingestellt werden kann.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mrt Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung