Funktionsvoraussetzung allgemein
Motor läuft
Das Steuergerät ME (N3/10) erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle (B70). Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.
Drehmomentkoordination allgemein
Die Momentenschnittstelle im Steuergerät ME koordiniert und priorisiert (nach Machbarkeit und festgelegter Priorität) alle Motordrehmoment-Anforderungen. Motordrehmoment-Anforderungen können vom Fahrer selbst oder von verschiedenen Fahrerassistenzsystemen gestellt werden. Für jede Anforderung ist festgelegt, wie dynamisch sie umgesetzt wird.
Folgende Fahrerassistenzsysteme und Funktionen können eine Motordrehmoment-Anforderung stellen:
Fahreranforderung
Das Steuergerät Antriebsstrang (N127) liest die Signale des Fahrpedalsensors (B37) direkt ein und sendet die Fahrpedalstellung über Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät ME.
Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) sendet die Motordrehmoment-Anforderung über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
TEMPOMAT
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Motordrehmoment-Anforderung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
Getriebesteuerung
Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) sendet die Motordrehmoment-Anforderung über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
DISTRONIC (mit Code 239 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))
Mit Code 239 (DISTRONIC PLUS)
Die Steuereinheit Abstands-Pilot DISTRONIC (A108/1) sendet die Motordrehmoment-Anforderung über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Anforderung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
Mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket)
Das Steuergerät Mercedes-Benz Intelligent Drive (N62/4) sendet die Motordrehmoment-Anforderung über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Anforderung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
Drehzahlbegrenzung
Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung
Maximale Drehmomentbegrenzung
Das Steuergerät ME passt das Motordrehmoment der Motordrehmoment-Anforderung an durch:
Anpassen des Öffnungswinkels der Drosselklappe
Verlängern oder Verkürzen der Kraftstoff-Einspritzdauer
Früh- oder Spätverstellung der Zündwinkel. Damit ist eine sehr schnelle Änderung des Motordrehmoments möglich.
Das Steuergerät ME steuert hierfür folgende Bauteile an:
Drosselklappe
Stellmotor Drosselklappe (M16/6m1) im Drosselklappensteller (M16/6)
Kraftstoffeinspritzsystem
Kraftstoffinjektor Zylinder 1 (Y76/1)
Kraftstoffinjektor Zylinder 2 (Y76/2)
Kraftstoffinjektor Zylinder 3 (Y76/3)
Kraftstoffinjektor Zylinder 4 (Y76/4)
Kraftstoffinjektor Zylinder 5 (Y76/5)
Kraftstoffinjektor Zylinder 6 (Y76/6)
Zündsystem
Zündspule Zylinder 1 (T1/1)
Zündspule Zylinder 2 (T1/2)
Zündspule Zylinder 3 (T1/3)
Zündspule Zylinder 4 (T1/4)
Zündspule Zylinder 5 (T1/5)
Zündspule Zylinder 6 (T1/6)
Eine Momentenreserve wird durch eine Verlängerung der Einspritzdauer bei gleichzeitiger Verstellung der Zündwinkel nach "spät" erreicht. Dadurch wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch "fetter", aber eine vorzeitige Drehmomenterhöhung durch die Spätverstellung der Zündwinkel verhindert. Anschließend wird das Motordrehmoment durch eine Frühverstellung der Zündwinkel erhöht.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mrt Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung