gf0710p1007mrg

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0102 · 2018-03-29

Gültig für: Motor 264.9 im Typ 213, 238, 257

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 213 · Baureihe 238 · Baureihe 257

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 264 9**

GF07.10-P-1007MRG

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

29.03.2018

Motor

264.9 im Typ 213, 238, 257

Funktionsvoraussetzung allgemein

Klemme 50 Ein

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät ME (N3/10).

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A

Anreicherungsrate

P07.61-3995-01

Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Startanreicherung auf Basis der folgenden Signale:

Kühlmitteltemperatur

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Motordrehzahl

Hallsensor Kurbelwelle (B70)

Das Steuergerät ME verlängert die Einspritzdauer für die Startanreicherung zusätzlich abhängig von der Abstellzeit des Motors.

Das Steuergerät ME berechnet die erforderliche Einspritzdauer und steuert folgende Bauteile des Kraftstoffeinspritzsystems entsprechend an:

Kraftstoffinjektor Zylinder 1 (Y76/1)

Kraftstoffinjektor Zylinder 2 (Y76/2)

Kraftstoffinjektor Zylinder 3 (Y76/3)

Kraftstoffinjektor Zylinder 4 (Y76/4)

Das Steuergerät ME steuert folgende Bauteile des Zündsystems an:

Zündspule Zylinder 1 (T1/1)

Zündspule Zylinder 2 (T1/2)

Zündspule Zylinder 3 (T1/3)

Zündspule Zylinder 4 (T1/4)

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto kleiner ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Nachstartanreicherung

Motor läuft

Das Steuergerät ME erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle. Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.

Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch für kurze Zeit angereichert, um den Motorlauf zu stabilisieren. Die Menge des an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer auf der Basis der Signale des Kühlmitteltemperatur-Sensors. Zudem wertet das Steuergerät ME die Verbrennungszyklen nach Start und die Getriebewählhebelstellung aus. Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) sendet Informationen zur eingelegten Fahrstufe über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Warmlaufanreicherung

Motor läuft

Das Steuergerät ME erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle. Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.

Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Die Menge des an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung auf Basis der folgenden Signale:

Einlassnockenwellen­Stellung

Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15)

Auslassnockenwellen­Stellung

Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16)

Kühlmitteltemperatur

Kühlmitteltemperatur-Sensor

Motorlast

Druck- und Temperatursensor nach Drosselklappe (B28/27)

Motordrehzahl

Hallsensor Kurbelwelle

Noch in der Warmlaufphase wird die Abgasrückführung aktiviert. Die heißen Abgase erwärmen die Brennräume zusätzlich. Dadurch verbessert sich die Kraftstoffverdampfung und die Warmlaufanreicherung kann verringert werden.

Im Leerlauf ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur bei Motorstart abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend. Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

Motor 264.9 im Typ 213, 238

PE07.10-P-2707-97DBB

Motor 264.9 im Typ 257

PE07.10-P-2707-97XBC

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

GF07.70-P-9998MRG

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