gf0019w0004ee

Gesamtvernetzung Funktion

Typ gf · Thema 00.19 · Version 0100 · 2020-09-08

Gültig für: Typ 956 ab 01.10.20

Einordnung

Funktionsgruppe 0 Gesamt › 00 Gesamt-Fahrzeug › 00.19 Elektrik Fahrzeug, Gesamtvernetzung — Baureihe 956

GF00.19-W-0004EE

Gesamtvernetzung Funktion

08.09.2020

Typ

956 ab 01.10.20

Gesamtvernetzung Funktion

W00.19-A054-79

A1

Steuergerät Kombiinstrument (ICUC)

A148

Steuergerät Nahbereichsradar Master (SRR-R)

A2

Steuergerät Zentrales Gateway (CGW)

A149

Steuergerät Nahbereichsradar Slave (SRR-R)

A2 a2

Steuergerät Kommunikationsschnittstelle (COM)

A150

Steuergerät Common-Telematikplattform (CTP)

A2 a3

Steuergerät Wartungssystem (MS)

A157

Steuergerät Feststellbremshebel

A3a

Steuergerät Fahrregelung (CPC5)

B66

Lenkradwinkelsensor (SAS)

A4

Steuergerät Motormanagement (MCM)

B81

Regen‐ und Lichtsensor (RLS)

A4d

Steuergerät Motormanagement (NGT) (nur bei Fahrzeugen mit Code M2H (Motor M936G, R6, 7,7 l, 222 kW (302 PS), 1200 Nm))

H900

Frontkamera

A5a

Steuergerät Gangsteuerung

H901

Seitenkamera links

A5b

Steuergerät Automatikgetriebe (TCM)

H902

Seitenkamera rechts

A7

Steuergerät Advanced Signalerfass- und Ansteuermodul (ASAM)

H903

Rückfahrkamera

A9

Truck Control Center (TCC)

H904

Monitor

A10b

Steuergerät elektronisches Bremssystem (EBS)

P1

Tachograf (TCO)

A12c

Bedieneinheit Heizung Klimaanlage

S20

Multifunktionshebel links

A13

Steuergerät Zusatzheizung TRUCK (ITH)

S22

Bedieneinheit Niveauregelung

A13a

Steuergerät Klimaanlage

S23

Multifunktionshebel rechts

A15

Steuergerät Frontradarsensor (RDF)

X100.16

Diagnosekupplung

A18

Steuergerät Electronic Air-Processing Unit (EAPU)

X102.15

Anhängersteckdose 24 V, 15‐polig

A19

Steuergerät Multifunktionslenkrad

X103.7

Anhängersteckdose ABS, 7-polig

A20

Achsmodulator Vorderachse

X113

Elektrische Steckverbindung Diagnosekupplung Automatikgetriebe

A21

Achsmodulator Hinterachse

X300

Elektrische Steckverbindung Totwinkel Kamerasystem

A22

SAM mit Zusatzfunktionen (XMC)

CAN 1

Exterieur-CAN

A25

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)

CAN 2

Innenraum‐CAN

A26

Steuergerät Niveauregelung (CLCS)

CAN 3

Rahmen‐CAN

A33

Steuergerät Batterietrennschalter (BESO)

CAN 4

Antriebs‐CAN

A34

Steuergerät zusätzliche Lenkachse (ASA)

CAN 6

Bremsen-CAN

A44

Schaltermodul Instrumententafel 1

CAN 6d

Bremsen-CAN ESP®

A45

Schaltermodul Instrumententafel 2

CAN 7

Anhänger-CAN

A46

Schaltermodul Instrumententafel 3

CAN 9

Telematik-CAN

A49

Schaltermodul Instrumententafel 6

CAN 10

Diagnose‐CAN

A50

Schaltermodul Instrumententafel 7

CAN 11

Anhänger‐CAN (EBS)

A53a

Steuergerät Fahrerassistenzsystem (VRDU2)

CAN 12

Radar-CAN

A57

Steuergerät NOx-Sensor Ausgang Abgasnachbehandlungseinheit

CAN 13

NOx‐CAN

A60

Steuergerät Abgasnachbehandlung (ACM)

CAN 15

Automatikgetriebe-CAN

A61

Steuergerät Wegfahrsperre

CAN 18

Nahbereichsradar-CAN

A67

AdBlue® Dosiergerät

LIN 1

Regen-/Lichtsensor-LIN

A70

Steuergerät NOx-Sensor Eingang Abgasnachbehandlungseinheit

LIN 7

Tastengruppe-LIN

A74

Schaltermodul Instrumententafel 4

LIN 9

Schalterfeld-LIN

A75

Schaltermodul Instrumententafel 5

LIN 10

EAPU‐LIN

A78

Schaltermodul Warnblinkanlage

LIN 15

ASAM-LIN 1

A80

Pumpenmodul AdBlue®

LIN 17

ASAM-LIN 3

A84

Multifunktionskamera (MPC)

1. CAN-Bus-System

Das CAN-Bus-System erlaubt es, Informationen zwischen Steuergeräten schnell und zuverlässig über wenige Leitungen auszutauschen. Die Informationen werden dabei nacheinander (seriell) versendet bzw. empfangen. Der Austausch erfolgt bidirektional, d. h., jedes Steuergerät arbeitet sowohl als Sender als auch als Empfänger.

1.1 Datenraten

Es kommen bis zu 14 verschiedene CAN-Busse zum Einsatz. Die meisten dieser CAN-Busse haben eine Datenrate  250 kBaud und gehören somit zu den Hochgeschwindigkeits-CAN-Bussen. Die Gründe für die Zunahme der Hochgeschwindigkeits-CAN-Busse sind:

Steigerung der Datenraten (Anzahl der Botschaften, die gesendet werden)

Nahezu gleiche Herstellungskosten wie Niedriggeschwindigkeits-CAN-Busse

Verstärkter Einsatz des LIN-Busses in sicherheitsunkritischen Bereichen

Verkürzung der Flash- bzw. Parametrierzeiten, insbesondere durch die Anhebung der Datenrate beim Diagnose-CAN

Folgende CAN-Busse haben eine Datenrate von 500 kBaud:

Exterieur-CAN

Innenraum-CAN

Rahmen-CAN

Bremsen-CAN

Bremsen-CAN ESP®

Diagnose-CAN

Radar-CAN

Die Datenrate des Antriebs-CAN wurde auf 667 kBaud erhöht, da aufgrund der hohen Anzahl der Botschaften die Busauslastung erheblich gestiegen ist. Würde man die Busgeschwindigkeit nicht anheben, besteht die Gefahr, dass durch die Busauslastung einige Botschaften mit niedrigen Prioritäten nicht mehr gesendet werden können.

Damit Speditionen, beispielsweise für das Flottenmanagementsystem, auch weiterhin die Möglichkeit haben spezielle Informationen wie Aufenthaltsort des Fahrzeugs, aktuelle Geschwindigkeit usw. abzufragen, wurde die Datenrate des Telematik-CAN mit 250 kBaud beibehalten.

Auch beim Anhänger-CAN wurden die Datenraten beibehalten. Sie betragen 125 kBaud, womit diese weiterhin zu den Niedriggeschwindigkeits-CAN-Bussen gehören.

Die Datenrate des NOx-CAN hat sich ebenfalls nicht geändert und beträgt nach wie vor 250 kBaud.

1.2 Gateways

Um die unterschiedlichen Datenrate auszugleichen, übernehmen einige Steuergeräte zusätzlich die Funktion eines Gateways:

Das Steuergerät Zentrales Gateway routet die jeweiligen Botschaften des Exterieur-, Innenraum-, Rahmen-, Telematik- und Diagnose-CAN.

Das Steuergerät Advanced Signalerfass- und Ansteuermodul dient als Gateway zwischen dem Exterieur-CAN und dem Innenraum-CAN sowie den LIN-Bussen ASAM-LIN 1 und ASAM-LIN 3.

Das Steuergerät elektronisches Bremssystem setzt die Botschaften vom Rahmen-CAN auf den Bremsen-CAN, den Bremsen-CAN ESP® sowie ggf. auf den Anhänger-CAN um und umgekehrt.

Das Steuergerät Fahrregelung bildet die Schnittstelle zwischen dem Rahmen-CAN und Antriebs-CAN.

Das Steuergerät Fahrerassistenzsystem dient als Gateway zwischen dem Radar-CAN und dem Rahmen-CAN.

1.3 CAN-Sternpunkte und Abschlusswiderstände

Bedingt durch die hohen Datenraten bei Hochgeschwindigkeits-CAN-Bussen kann es zu Reflexionen in den Leitungen kommen. Zur Vermeidung von Reflexionen, welche zur Verfälschung der eigentlichen Informationen führen würden, werden Abschlusswiderstände eingesetzt. Maßgebend für den Abschlusswiderstand ist der Wellenwiderstand der elektrischen Leitung.

Der Gesamtabschlusswiderstand beträgt bei einem Hochgeschwindigkeits-CAN-Bus 60 Ω.

In den Sternpunkten CAN-Bus Fahrerhaus-Instrumententafel (Z1) und CAN-Bus Rahmen (Z3) sind die Abschlusswiderstände in den Sternpunkten integriert. Im Sternpunkt CAN-Bus Antrieb (Z4) befinden sich lediglich die auch in den anderen Sternpunkten eingebauten Ferritelemente, die der Störunterdrückung für hochfrequente Störimpulse dienen.

Der Abschlusswiderstand am Exterieur-CAN wird durch den Einsatz von Abschlusswiderständen innerhalb des Steuergeräts Zentrales Gateway und des Steuergeräts Electronic Air-Processing Unit realisiert. In beiden Steuergeräten ist jeweils ein Widerstand von 120 Ω eingebaut. Durch die Parallelschaltung ergibt sich dann der Gesamtabschlusswiderstand von 60 Ω.

Beim Diagnose-CAN wird der Abschlusswiderstand durch einen Widerstand von 60 Ω im Steuergerät Zentrales Gateway gewährleistet.

2. LIN-Bus

Der LIN-Bus ist ein kostengünstiger serieller Unterbus, welcher den CAN-Bus im Bereich der sicherheitsunkritischen Datenübertragung ersetzt. Die Spannungsversorgung des LIN-Busses beträgt 12 V. Dies wird intern in den Steuergeräten über Spannungsteiler realisiert. Die Signalübertragung erfolgt über eine elektrische Leitung. Die maximale Datenrate beträgt 20 kBaud. Bei der Kommunikation handelt es sich um eine ID-basierende Kommunikation. Alle an dem LIN-Bus angeschlossenen Teilnehmer empfangen die Botschaft, auf die jedoch nur ein Teilnehmer antwortet.

Ein Teilnehmer eines LIN-Busses sendet von sich aus nie selbstständig Informationen, so wie dies beispielsweise bei einem Teilnehmer eines CAN-Busses der Fall ist. Teilnehmer eines LIN-Busses antworten immer nur auf Anfrage.

3. Virtuelle Steuergeräte

Virtuelle Steuergeräte verfügen über kein eigenes Gehäuse. Sie sind hard- und softwaremäßig in anderen Steuergeräten integriert. Im Diagnosesystem und im Steuergerät Kombiinstrument erscheinen sie aber als eigenständige Steuergeräte.

Zu den virtuellen Steuergeräten gehören das Steuergerät Kommunikationsschnittstelle und das Steuergerät Wartungssystem, die alle im Steuergerät Zentrales Gateway integriert sind.