Einbauanleitung
Umrüstung auf Reifen 235/45 R 17 und
3-tlg. Scheibenrad 8 J 17 H 2 ET 30 40.02
Typ 124
Ausgenommen Fahrzeuge mit Spezialaufbau, Limousinen mit langem Radstand
und 124.020/031/036/051/091/120.
Voraussetzung für die Verwendung der Räder-Reifen-Kombination ist, daß die in den Abschnit
ten A, B, C, D, E und F beschriebenen Umfänge vollständig durchgeführt werden.
Die Einbauanleitung ist in folgende Abschnitte
unterteilt:
A. Abmontieren der Serienräder
B. Änderungen am Fahrwerk
C. Änderungen an der Karosserie
D. Montage der Sonderräder
E. Reifenluftdrucks
F. Tachoangleichung
G. Technische Angaben
H. Bestell-Hinweise für Ersatzteile
Hinweis In der Bundesrepublik Deutschland ist der Eintrag in die Fahrzeugpapiere erforderlich. Dazu muß dem TÜV/TÜA eine Kopie des jeweiligen Musterberichtes vorgelegt werden. |
A. Abmontieren der Serienräder
1 Radblenden bei Stahlblech-Scheibenrädern abmontieren. 2 Radschrauben lösen. 3 Fahrzeug anheben. 4 Radschrauben herausschrauben. Hinweis Beim Herausschrauben der letzten Radschraube darauf achten, daß das Rad nicht unkontrolliert von der Nabe kippt. 5 Rad abnehmen. Es müssen 5 der abmontierten Serien-Radschrauben dem Ersatzrad beigelegt werden. |
B. Änderungen am Fahrwerk
Bei allen Fahrzeug-Typen muß in Verbindung mit 17-Zoll-AMG-Scheibenrädern der Vorderachseinfederweg reduziert werden, damit ein ausreichender Freigang bei extremer Radeinfederung gewährleistet ist. |
1 Vorderräder abmontieren.
2 Vorderachsfeder mit Federspanner
124 589 06 31 00 spannen und ausbauen.
Zum Spannen der Vorderachsfeder keinen Schlagschrauber verwenden.
3 Vorderachs-Dämpferbein an der oberen Dämpferbeinaufhängung (6) losschrauben, dabei die Kolbenstange gegenhalten.
4 Querlenker mit Dämpferbein ablassen (Querlenker abstützen).
5 Federwegbegrenzungsscheibe (5) über Anschlagpuffer (4) auf Kolbenstange (1) einsetzen.
6 Dämpferbein und Vorderachsfeder in umgekehrter Reihenfolge montieren.
Hinweis
An der oberen Dämpferbeinaufhängung neue selbstsichernde Mutter (9) und Scheibe (8) verwenden (Anzugsdrehmoment 60 Nm).
C. Änderungen an der Karosserie
1 Unterlegen der vorderen Kotflügel |
1.1 Seitenbeplankung am vorderen Kotflügel aus den Befestigungselementen herauslösen, nach hinten ziehen und abnehmen.
1.2 Am Kotflügel die Schrauben (A und B) herausdrehen.
1.3 Die Schraube (A) seitlich am Stoßfänger lösen.
1.4 Das Seitenteil des Stoßfängers nach unten drücken und die Schrauben zur Kotflügelbefestigung (A und B) herausdrehen. Links und rechts je einen Ausstellklotz zwischen Kotflügel und Karosserie klemmen. Die Bohrlöcher müssen dabei fluchten, so daß ein problemloses Befestigen möglich ist. 1.5 Im Seitenbereich des Stoßfängers je einen Ausstellklotz links und rechts zwischen Kotflügel und Karosserie legen. 1.6 Sämtliche Schrauben laut Anordnung leicht anziehen. Nach einer Sichtkontrolle die Schrauben festziehen. |
2 Karosserienacharbeiten an den vorderen Kotflügeln |
2.1 Vorderen Kotflügelfalz umbördeln:
Bei Umrüstung auf breitere Räder/Reifen müssen die Kotflügelinnenkanten der vorderen Kotflügel im gesamten Radausschnitt auf einen Winkel von 110° umgebördelt werden.
2.2 Bei zu reichlich aufgetragenem PVC-Unterbodenschutz diesen vor dem Anlegen des Kotflügelbords entsprechend ausschleifen.
2.3 Mit einem Heißluftfön die Kotflügelaußenkanten sorgfältig auf maximal 70 °- 80 °C erwärmen.
Hinweis
Lack bei Erwärmung nicht überhitzen
(max. 80 °C).
2.4 Im gekennzeichneten Bereich (A) wird der Kotflügelbord in mehreren Etappen bis zur Kotflügelinnenseite umgebördelt. Um Beschädigungen am Lack zu vermeiden, muß ein Kunststoffhammer verwendet werden.
2.5 Vordere Kotflügel ausstellen:
Die Kotflügelkante im oberen Bereich unter gleichmäßigen Schlägen mit einem Kunststoffhammer um 25° ausstellen.
2.6 Kotflügelkante innerhalb des gekennzeichneten Bereiches (B) nach unten gleichmäßig auslaufen lassen.
Hinweis
Eventuelle Beschädigungen an Lack bzw. Unterbodenschutz ausbessern.
2.7 Seitenbeplankung entsprechend der nachgearbeiteten Kotflügelkontur abschleifen und montieren.
3 Karosserienacharbeiten in den Radhäusern 3.1 An der rechten Seite die beiden Schrauben des Scheibenwaschbehälters lösen. Den Behälter hochbinden, so daß er beim Austreiben des Radhauses nicht beschädigt wird. An der linken Seite die ABS-Hydraulikeinheit und den Hydraulikölbehälter lösen und hochbinden. Beim Austreiben des Radhauses darauf achten, daß die Aggregate nicht beschädigt werden. |
3.2 Radhaus auf einer Fläche von ca.
150 mm 150 mm (A) etwa 10 mm zum Motorinnenraum hin mit einem Kunststoffhammer austreiben.
3.3 Den Schweißbolzen (B) zur Befestigung des Innenkotflügels entfernen und durch eine Blindniete mit großem Setzkopf ersetzen.
3.4 Radhäuser mit Unterbodenschutz nachkonservieren. Die umgelegten Kotflügelkanten sind mit Hohlraumversiegelung einzusprühen.
4 Karosseriearbeiten am hinteren Kotflügel |
4.1 Limousine/Coupé
Einsetzten eines Blechwinkels:
Seitliche Abdeckungen im Kofferraum ausbauen.
Seitenwand im angezeichneten Bereich von Wachs und Abdichtmasse befreien.
Seitenwand in einer Länge von 200 mm einsägen und um 20 mm nach außen aufweiten.
Stahlblechwinkel (33101200 mm) grundieren und mit einem WIG-Schweißgerät einschweißen.
Schweißnaht abschleifen, anschließend grundieren und mit Karosseriedichtmasse abdichten.
PVC-Unterbodenschutz auftragen.
4.2 124 T-Limousine
Einsetzten eines Blechstreifens:
Reserverad und Wagenheber aus dem Kofferraum entfernen.
Radhaus im angezeichneten Bereich von Wachs und Abdichtmasse befreien.
Radhaus in einer Länge von 200 mm,
30 mm parallel zur Karosserieaußenkontur einsägen und um 15 mm nach außen aufweiten.
Stahlblechstreifen grundieren und mit einem WIG-Schweißgerät von der Radhausinnenseite einschweißen.
Schweißnaht abschleifen, anschließend grundieren und mit Karosseriedichtmasse abdichten.
PVC-Unterbodenschutz auftragen.
5 Anlegen der Kotflügelkante hinten |
5.1 Bei zu reichlich aufgetragenem PVC-Unterbodenschutz diesen vor dem Anlegen des Kotflügelbords entsprechend ausschleifen. 5.2 Mit einem Heißluftfön die Kotflügelaußenkanten sorgfältig auf maximal 70 °- 80 °C erwärmen. Hinweis Lack bei Erwärmung nicht überhitzen |
5.3 In mehreren Etappen wird der Kotflügelbord im gekennzeichneten Bereich (A) bis zur Kotflügelinnenseite umgebördelt.
Um Beschädigungen am Lack zu vermeiden, muß ein Kunststoffhammer verwendet werden.
Hinweis
Eventuelle Beschädigungen an Lack bzw. Unterbodenschutz ausbessern.
5.4 Radhäuser mit Unterbodenschutz nachkonservieren. Die umgelegten Kotflügelkanten sind mit Hohlraumversiegelung einzusprühen.
D. Montage der Sonderräder
1 Zentrierbolzen (Bordwerkzeug) in die oberste Gewindebohrung der Radnabe einschrauben. 2 AMG-Leichtmetallrad aufstecken und an die Radnabe drücken. 3 Radschrauben eindrehen und kraftschlüssig anziehen. Die Radschrauben müssen trocken und fettfrei sein. Für die Radverschraubung sind ausschließlich die den Felgen beigelegten Kugelbundschrauben M12 1,5 40 mm zu verwenden. 4 Zentrierbolzen herausschrauben und durch eine Radschraube ersetzen. 5 Wagen ablassen. 6 Radschrauben über Kreuz gleichmäßig mit einem Drehmoment von 110 Nm anziehen. Radschrauben der AMG-Leichtmetallräder Hinweis Die Montage von Schneeketten ist nicht zulässig. |
E. Korrektur des Reifenluftdrucks
Die erforderlichen Mindest-Luftdruckwerte sind anhand der Luftdrucktabelle (Anlage) zu ermitteln. Die somit festgelegten VA- bzw. HA-Luftdruckwerte sind auf dem AMG-Klebeschild mittels eines wasserfesten Filzstiftes zu vermerken. |
F. Tachoangleichung
Der Abrollumfang der Nachrüstreifen liegt gegenüber dem der serienmäßigen Bereifung in einem Bereich, der eine Überprüfung und ggf. eine Korrektur der Tachometereinstellung erforderlich macht. |
G. Technische Angaben
Hersteller: AMG/OZ Racing
Typ: C 7 40 0133
Radgröße: 8 J 17 H 2
Einpreßtiefe: 30 mm
Lochkreis: d=112 mm, 5 Loch
Zul. Radlast: 630 kg bei rdyn=321 mm
Zentrierung: Mittelzentrierung d=66,5+0,1
Art: Dreiteiliges Leichtmetallrad mit gedrücktem Außen- und Innenbett sowie einem gegossenen Radstern
Kennzeichnung: Breite des Außenbettes: 1,5 Zoll
Breite des Innenbettes: 6,5 Zoll
Radstern: von innen angeflanscht
Radsternaußenseite: AMG
Radsterninnenseite: AMG Germany/OZ Racing JU
8 J 17 H 2 ET 30
C 7 40 0133
Ventile: Metallschraubventile nach DIN 7779
mit langer Mutter
Befestigung: Nur mit den vom Radhersteller mitgelieferten
Kugelbundschrauben M12 1,5 40 mm
Anzugsmoment: 110 Nm
Auswuchtungsgewichte: nur Klebegewichte zulässig
Hinweis
Die Einzelteile werden mit 35 Spezialzehnkantbundmuttern verschraubt.
Die Sicherung der Schrauben erfolgt durch einen Spezialkleber. Die Abdichtung erfolgt durch das Auftragen einer Silikonmasse. Die Mittenbohrung wird mit einem Kunststoffdeckel verschlossen.
Das Lösen der Schraubverbindungen bzw. das Zerlegen der Räder ist nicht zulässig.
H. Bestell-Hinweise für Ersatzteile
Ersatzteile
Benennung | Teil-Nr. |
Leichtmetall-Scheibenrad 8 J 17 H 2 ET 30 | B6 602 00 61 |
Radzierdeckel | B6 602 00 98 |
Kugelbundschraube L=40 mm | H WA201 401 02 70 |
Ventil | H WA201 400 01 13 |
Luftdruckaufkleber | H WA201 584 00 39 |
Kotflügelaufweitungs-Satz | B6 602 00 72 |
Federwegbegrenzer-Satz | B6 602 00 74 |
Hinweis Auf Kundenwunsch ist ein Satz Radsicherungsschrauben (Best. Nr.: B6 602 02 01) lieferbar. |
Umrüstung auf AMG-Scheibenrad 8 J 17 H 2 ET 30 mit
Reifendimension: 235/45 R 17
PKW Die Anlage ist in folgende Abschnitte unterteilt: A. Zuordnung Reifenfabrikat/Typ B. Vorgeschriebene Reifen-Mindestluftdrücke |
A. Zugelassene Reifenfabrikate
Fabrikat | Bezeichnung | Fahrzeugtyp 124 | ||
Limousine | Coupé | T-Limousine | ||
Bridgestone | RE 71 | X | X | X |
Dunlop | SP Sport D 40 | X | X | X |
Pirelli | P 700 Z | X | X | X |
B. Vorgeschriebene Reifen-Mindestluftdrücke (bar)
Umrüstung auf Reifendimension 235/45 R 17
Fahrzeugtyp: 124 Limousine/Coupé/T-Limousine
Zulässige Höchstgeschwindigkeit | Vorderachse | Hinterachse |
Vmax (km/h)1) |
Zulässige VA-Last (kg)1) | Stahlfederung Zulässige HA-Last (kg)1) | Niveauregulierung Zulässige HA-Last (kg)1) | |||
bis 1015 | bis1055 | bis 1025 | bis1230 | bis 1025 | bis1230 | |
210 | 2,0 | 2,4 | 2,4 | 2,9 | 2,3 | 2,7 |
220 | 2,1 | 2,5 | 2,5 | 3,0 | 2,4 | 2,8 |
230 | 2,2 | 2,6 | 2,6 | 3,1 | 2,5 | 2,9 |
240 | 2,3 | 2,7 | 2,7 | 3,2 | 2,6 | 3,0 |
250 | 2,4 | 2,8 | 2,8 | 3,4 | 2,7 | 3,1 |
max. Radsturzwinkel (Grad) |
- 1°30' |
- 4° |
- 2°30' |
1) Werte für Höchstgeschwindigkeit und zulässige VA- bzw. HA-Lasten sind dem KFZ-Schein/-Brief zu entnehmen.
Bemerkungen:
Luftdruckangaben gelten nur für Fahrzeuge mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit
bis 250 km/h.
Pro 100 kg geringerer Achslast kann der Reifenluftdruck um p=0,1 (bar) reduziert werden.
Luftdruckangaben gelten nur für kalte Reifen!
Bei warmen Reifen sind bis zu 0,5 bar höhere Werte zulässig. Keinen Druck aus warmen Reifen ablassen!
Korrektur des Reifenluftdruckes darf nur bei kalten Reifen durchgeführt werden!
Luftdruckangaben beziehen sich auf die Ausnützung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der zulässigen Achslast.
Referenzierte Dokumente
- ea4000pez0000x 40.00 - AMG-Zubehör: Hinweis für die Mercedes-Benz-Organisation zu Rad/Reifen-Umrüstung Typ 124, 126, 129, 140, 170, 201, 202, 210
- ea4002gz10000z 40.02 - Gutachten Zubehör: AMG Scheibenrad 8,0 J x 17 H2 ET 30 (3-tlg) Typ 124