91-140 Beschädigte Innengewinde am Sitzgestell instandsetzen
P91.10-0245-01
Hinweis
Beschädigte Innengewinde am Magnesium-Sitzgestell können mit Helicoil-Gewindeeinsätzen aus Aluminium instandgesetzt werden.
Gewindeeinsatz
d1 = Gewinde-Nennmaß
d2 = Außendurchmesser des Gewindeeinsatzes im nicht eingebauten Zustand
w = Anzahl der freien Windungen ab Kerbe
l1 = Ist im Anlieferungszustand nicht meßbar, geprüft wird die Anzahl der freien Windungen (w).
A = Kerbe
B = Mitnehmerzapfen
Aus Korrosions- und Festigkeitsgründen dürfen nur die von Mercedes-Benz freigegebene Helicoil-Gewindeeinsätze der Firma Böllhoff und Co. (Ausführung AI-F51 hartcoatiert) in den Größen M4-M8 verwendet werden (siehe Teile-Bestell-Hinweis).
Die Reihenfolge der Arbeitsschritte bei der Instandsetzung ist unbedingt einzuhalten.
Handelsübliche Werkzeuge bzw. Prüfgeräte
Bezeichnung | z. B. Firma, Bestell-Nr. |
Handeinbauwerkzeug für Helicoil-Gewindeeinsatz M4-M8 | Böllhoff & Co. GmbH KG Postfach 14 02 40 Archimedesstraße 1-4 D-33649 Bielefeld 14 Telefon (0521) 4482-01 Telefax (0521) 4493-64 oder Hahn & Kolb Werkzeuge GmbH Stuttgart-Feuerbach Borsigstraße 50 70469 Stuttgart oder Postfach 10 60 18 70049 Stuttgart Telefon (0711) 945-0 Telex (723 060-20/21 hk d Telefax (0711) 945-2354 Teletex 711553 Btx *31658# |
Teile-Bestell-Hinweis
Bezeichnung | Teil-Nr. | l2 max. |
Gewindeeinsatz | ||
M4 | 000 997 77 15 | 5,6 |
M5 | 000 997 78 15 | 4,6 |
M5 | 000 997 79 15 | 7,6 |
M6 | 000 997 80 15 | 5,5 |
M6 | 000 997 81 15 | 7,5 |
M8 | 000 997 82 15 | 8,4 |
Reparaturlack 9040 | 001 986 03 37 | |
l2 max. = maximale Länge des Gewindeeinsatzes im eingebauten Zustand
Arbeitsumfang
1 Beschädigtes Gewinde freilegen, eventuell Sitz ausbauen.
P91.10-0246-01
2 Kernlochbohrung (d3) mit handelsüblichem Spiralbohrer herstellen (Durchmesser siehe Tabelle-Kernlochbohrung).
d3 = Kernlochbohrung
t1 = Kernlochtiefe
t2 = Vollausgeschnittene nutzbare Gewindetiefe
Pfeil = Das Ansenken erschwert das Eindrehen des Gewindeeinsatzes und führt zu Fehleinbauten.
Ein Entgraten ist zulässig.
Tabelle Kernlochbohrung für Helicoil-Gewindeeinsätze (Maße in mm)
Gewinde d1 | Spiralbohrer für | Kernlochtiefe t1 | t3 | l2 max. |
M4 | 4,2 | 9,4 | 5,2 | 5,6 |
M5 | 5,2 | 8,6 | 4,2 | 4,6 |
M5 | 5,2 | 11,5 | 7,0 | 7,6 |
M6 | 6,3 | 10,5 | 5,0 | 5,5 |
M6 | 6,3 | 12,5 | 6,8 | 7,5 |
M8 | 8,3 | 14,0 | 7,3 | 8,4 |
t3 = Bolzen-Einschraubtiefe für Sacklöcher, wenn Mitnehmerzapfen nicht entfernt wird
l2 max. = maximale Länge des Gewindeeinsatzes im eingebauten Zustand
3 Aufnahmegewinde für Helicoil-Gewindeeinsatz mit Helicoil-Spezial-Gewindebohrer schneiden.
4 Metallspäne entfernen.
5 Anschließend Gewindeflanken mit Reparaturlack, Teil-Nr. 001 986 03 37 einstreichen.
Hinweis
Die Helicoil-Gewindeeinsätze müssen in den noch nassen Lack eingedreht werden.
P91.10-0247-05
3 | Gewindeeinsatz in das Aufnahmegewinde eingebaut. |
4 | Handeinbauwerkzeug (Vorspannpatrone) für Helicoil-Gewindeeinsätze. |
1 | Gewindeeinsatz in der Vorspannpatrone (4) eingelegt. |
2 | Gewindeeinsatz bündig in der Vorspannpatrone (4) eingedreht. |
6 Helicoil-Gewindeeinsatz in die Vorspannpatrone des Handeinbauwerkzeuges einlegen und durch Drehen der Spindel den Gewindeeinsatz bündig in die Vorspannpatrone eindrehen. 7 Handeinbauwerkzeug (4) auf die Gewindebohrung aufsetzen und durch Weiterdrehen der Spindel den Helicoil-Gewindeeinsatz in das Aufnahmegewinde eindrehen. | Unbedingt darauf achten, daß der Helicoil-Gewindeeinsatz mindestens bis 1 1/2 Gang unter der Werkstückoberfläche eingedreht wird und daß er seinen Sitz nur im voll ausgeschnittenen Gewinde erhält. |
P91.10-0248-04
l2 | Länge des Einsatzes im eingebauten Zustand |
t3 | Bolzen-Einschraubtiefe für Sacklocher, wenn Mitnehmerzapfen nicht entfernt |
t | Gewindeeinsatz mindestens bis 1 1/2 Gang unter Werkstückoberfläche |
8 Mitnehmerzapfen mit Helicoil-Zapfenbrecher am Helicoil-Gewindeeinsatz entfernen. Hinweis Bei Sacklöchern braucht der Mitnehmerzapfen nicht entfernt werden. Die maximale Bolzeneinschraubtiefe ist dann unbedingt einzuhalten. 9 Fahrersitzgestell komplettieren bzw. einbauen. Anziehdrehmomente beachten! |