30-0002 Kurzbeschreibung
Elektronisches Fahrpedal (EFP) mit Tempomat (TPM) und Leerlaufregelung (LLR)
Das Elektronische Fahrpedal (EFP) arbeitet in Verbindung mit der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und dient zur Verbesserung des Anfahr- und Beschleunigungsverhaltens, sowie der Fahrstabilität.
Das EFP wirkt im Antriebsmomentregelkreis, die ASR im Bremsmomentregelkreis. Beide Regelkreise verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder beim Anfahren und Beschleunigen.
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Wird im Fahrbetrieb die festgelegte Schlupfschwelle der Antriebsmomentregelung überschritten, d. h. Durchdrehen eines oder beider Hinterräder, veranlaßt das Steuergerät ASR/ABS, daß das Steuergerät EFP das Gas zurücknimmt.
Dies erfolgt durch Ansteuern des Stellgliedes EFP, die Drosselklappenöffnung wird nun "unabhängig" von der Fahrpedalstellung reduziert.
Schlupfschwellen
v = Geschwindigkeit
Dv = Differenzgeschwindigkeit zwischen Vorder- und Hinterrad
-------- Bremsmomentregelung
Antriebsmomentregelung
Die Regelung des Antriebsmomentes wird somit durch Schließen, Halten und Öffnen der Drosselklappe erreicht.
Sinkt die Differenzgeschwindigkeit (Dv) unter die Schlupfschwelle ab, wird die Drosselklappe entsprechend der Fahrpedalstellung geöffnet.
Beim ASR/EFP Regelbetrieb sind drei Regelbereiche zu unterscheiden: A Regelbetrieb bei einem durchdrehenden Antriebsrad und bei Fahrgeschwindigkeit < 40 km/h B Regelbetrieb, wenn beide Antriebsräder durchdrehen oder bei Fahrgeschwindig-keit > 40 km/h. Die Schlupfschwelle der Bremsmoment-regelung liegt in diesem Fall über der für die Antriebsmomentregelung. | Bei einer Regelung wird zuerst die Drosselklappenstellung reduziert. Drehen die Räder trotzdem schneller durch, wird zusätzlich die Bremsmomentregelung aktiviert. Dadurch wird der Schwerpunkt auf höchste Fahrstabilität gelegt. C Regelbetrieb bei Kurvenfahrt, bei Fahr-geschwindigkeiten zwischen ca. 20 km/h und 120 km/h. |
P42-2244-13
Schlupfschwellenerhöhung
Bei Tiefschnee und aufgelegten Ketten kann sich die feinfühlige, stabilitätsorientierte Regelung der ASR nachteilig auf das Anfahrverhalten auswirken. Deshalb wurde für den Anfahrbereich in den entsprechenden Situationen eine spezielle Regelungslogik einprogrammiert, die vom Fahrer über den Schlupfschwellenschalter (S76) gewählt werden kann.
Durch die Schlupfwellenerhöhung kann sich das Fahrzeug bei Tiefschnee und Kettenbetrieb freifräsen, somit wird ein Maximum für den Vortrieb erreicht. Aus Gründen der Fahrstabilität wird diese Regelung nur im Geschwindigkeitsbereich bis 40 km/h zugelassen. |
P42-0233-13
Die Schlupfwellen werden im unteren Geschwindigkeitsbereich < 40 km/h nach 50 ms Regelbetrieb in Stufen erhöht.
Bis 60 km/h bleibt die erhöhte Schlupfwelle gespeichert, darüber wird sie gelöscht.
Durch die Erhöhung der Schlupfschwellen ist eine höhere Differenzgeschwindigkeit zwischen Vorder- und Hinterrädern möglich.
Schlupfschwellen
(wenn beide Antriebsräder durchdrehen)
v = Fahrzeuggeschwindigkeit
Dv = Differenzgeschwindigkeit zwischen Vorder- und Hinterrad
-.- Bremsmomentregelung Schlupfschwellenschalter betätigt
AntriebsmomentregelungSchlupfschwellenschalter betätigt
-------- Bremsmomentregelung
Antriebsmomentregelung
P42-0095-13A
Kontrolleuchte/Funktionsanzeige
Die Kontrolleuchte (A1e22) zeigt bei laufendem Motor an, ob im System ASR/EFP eine Störung vorliegt.
Typ 124, 129, 140
A1e17 Kontrolleuchte ABS
A1e21 Funktionsanzeige ASR
A1e22 Kontrolleuchte ASR
P42-5182-13
Die Funktionsanzeige (A1e21) informiert über den ASR Regelbetrieb und signalisiert dem Fahrer, daß er sich mit seinem Fahrzeug der fahrphysikalischen Grenze genähert hat.
Die Funktion von ASR wird durch ABS beeinträchtigt, da ein ASR-Regelbetrieb beim Bremsen unterbrochen wird.
Typ 202
A1e17 Kontrolleuchte ABS
A1e21 Funktionsanzeige ASR/EFP
A1e22 Kontrolleuchte ASR/EFP
Fehlerspeicher Durch die Überwachungseinrichtung im Steuergerät EFP werden sämtliche Systembauteile ständig überwacht und vorhandene Fehler im Fehlerspeicher des Steuergerätes gespeichert. Das Auslesen der Fehlercode erfolgt über eine Prüfkupplung (Details siehe Kapitel Einzelbeschreibung). Fahren mit ASR/EFP Bei eingeschalteter Zündung leuchten die Funktionsanzeigen und die Kontrolleuchten im Kombi-Instrument (Glühlampenkontrolle) auf und erlöschen bei laufendem Motor. Fahrbetrieb Im Fahrbetrieb leuchtet die Funktionsanzeige, sobald ASR arbeitet. Ab ASR-Regelbetrieb-Ende leuchtet die Funktionsanzeige ca. 1 Sekunde nach. Bei sehr kurzem ASR-Regelbetrieb leuchtet die Funktionsanzeige nicht auf. Regelbetrieb Die Funktionsanzeige informiert über den ASR-Regelbetrieb und signalisiert dem Fahrer, daß er sich mit seinem Fahrzeug der fahrphysikalischen Grenze genähert hat. Die Fahrweise kann dadurch den Straßenverhältnissen besser angepaßt werden. | Datenbus (CAN) Die Steuergeräte sind untereinander vernetzt, so daß ein ständiger Informationsaustausch erfolgt.zwischen: Zündschaltgerät EZL/AKR (nur bei Motoren mit LH-Einspritzung) Steuergerät ABS/ASR Steuergerät EFP Steuergerät AG, 5-Gang Diagnosemodul (nur ) Steuergerät Einspritzanlage Notlaufeinrichtung Bei Störungen des EFP wird das System abgeschaltet, das Fahrpedal geht in mechanische Notlauffunktion. Die Betätigung der Drosselklappe beim Gasgeben erfolgt jetzt nur mechanisch, wobei die Drosselklappe nur ca. 2/3 geöffnet werden kann. Darüber hinaus wird bei Fehlern an den Sicherheitskontakten der elektronische Notlauf aktiviert, d. h. die Motordrehzahl wird durch abschalten der Kraftstoffzufuhr auf ca. 1200/min. begrenzt (Sicherheits-Kraftstoffabschaltung). In beiden Fällen ist ein Weiterfahren möglich (siehe auch Kapitel Einzelfunktionen). |
P07-6050-13
Tempomat (TPM)
Die Tempomatfunktion ist im Steuergerät EFP integriert. Sie wird über den Tastschalter Tempomat (S40) aktiviert bzw. abgeschaltet.
Mit dem Tempomat kann jede gefahrene Geschwindigkeit über ca. 40 km/h durch Betätigen des Tastschalters gehalten werden.
Der Tempomat läßt sich nicht aktivieren, wenn noch während eines Bremsvorganges der Tastschalter betätigt wird, oder die Geschwindigkeit < 40 km/h ist. Bei gesetztem Tempomat erhält der Lageregler ein entsprechendes Eingangssignal. Dadurch wird die Stellung der Drosselklappe vorgegeben. Verlangt der Fahrer über das Fahrpedal eine höhere Geschwindigkeit, so ruht die Tempomateinrichtung (siehe auch Kapitel Einzelfunktionen).
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Leerlaufregelung (LLR)
Die Leerlauffunktion ist im Steuergerät EFP integriert. Der Typ 140 mit Motor 104 LH ohne EFP bzw. TPM besitzt ein separates Steuergerät (N4/4) für die Leerlaufregelung.
Bei Fahrzeugen mit HFM Einspritzanlagen ohne EFP bzw. TPM ist die Leerlaufregelung im Steuergerät der HFM-Einspritzanlage integriert.
Werden beim Soll-Istwertvergleich Leerlaufdrehzahlabweichungen erkannt, erhält der Lageregler im Steuergerät ein entsprechendes Eingangssignal und die Stellung der Drosselklappe wird nun vorgegeben.