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0500 - Funktionsbeschreibung: Tempomat (TPM) Typ 202.018/020/022, M 111.920/941/961

Typ ra · Thema 30.21 · Version 9585 · 1995-09-02

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 30 Regulierung, Geschwindigkeitsregelanlagen › 30.21 Tempomat (TPM) / Leerlaufregelung (LLR)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 111 920, 111 941, 111 961

30-500 Funktionsbeschreibung

Mit Einschalten der Zündung ist der Tempomat funktionsbereit. Um ihn jedoch in Betrieb zu nehmen, muß die Fahrzeuggeschwindigkeit über ca. 40 km/h betragen.

Fährt das Fahrzeug mit der gewünschten Geschwindigkeit, genügt ein kurzes Antippen des Tastschalters in Richtung "Beschleunigung-Fixieren" oder "Verzögern- Fixieren" um diese Geschwindigkeit zu halten, bis vom Fahrer eine neue Geschwindigkeit festgesetzt oder der Tempomat ausgeschaltet wird.

Um die festgesetzte Geschwindigkeit z. B. dem Verkehrsfluß anzupassen, ist der Tastschalter so lange in Richtung "Beschleunigen-Fixieren" oder "Verzögern - Fixieren" zu halten, bis die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist.

Durch kurzes Antippen des Tastschalters in Richtung "Beschleunigen - Fixieren" oder "Verzögern - Fixieren" kann die Geschwindigkeit um 1 km/h erhöht bzw. verringert werden. Die Beschleunigung des Fahrzeuges erfolgt dabei geregelt mit 0,7 m/s2. Nach dem Loslassen des Tastschalters wird die neue Geschwindigkeit gehalten.

Mit einem kurzen Antippen des Tastschalters in Richtung "Aus" oder durch Niedertreten des Bremspedals wird der Tempomat abgeschaltet, die Regulierung geht in Leerlaufstellung.

Beim Ausschalten mit dem Tastschalter wird der Stellgliedmotor angesteuert, der die Regulierung in Leerlaufstellung bringt.

Dagegen wird beim Ausschalten durch Niedertreten des Bremspedals der Kraftschluß im Stellglied sofort unterbrochen, indem die elektromagnetische Kupplung stromlos wird und eine Rückzugfeder ein Zahnrad des Stellgliedgetriebes aus dem Eingriff zieht.

Die Regulierung wird über Rückzugfedern in Leerlaufstellung gezogen. Das System bleibt nach dem Ausschalten weiterhin betriebsbereit, bis die Zündung ausgeschaltet wird.

Wird nach Betätigen der Bremse oder dem Ausschalten des Tempomats der Tastschalter bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit über ca. 40 km/h kurz in Richtung "Speicher" angetippt, beschleunigt das Fahrzeug mit 1 m/s2 selbständig auf die zuletzt beim "Fixieren" festgesetzte Geschwindigkeit. Die zuletzt festgesetzte Geschwindigkeit wird erst beim Ausschalten der Zündung gelöscht.

Wird die eingestellte Geschwindigkeit durch Gasgeben überschritten, z. B. beim Überholen, geht das Fahrzeug bei losgelassenem Fahrpedal automatisch auf die vorher eingestellte Geschwindigkeit zurück.

Wenn bei Bergfahrt die Motorleistung nicht ausreicht, fällt die eingestellte Geschwindigkeit ab. Sie regelt sich wieder ein, sobald die Steigung nachläßt und die Geschwindigkeit zwischenzeitlich nicht unter 40 km/h abgefallen ist, bzw. nicht gebremst wurde.

Wenn bei Talfahrt die Motorbremswirkung nicht ausreicht, wird die eingestellte Geschwindigkeit überschritten und es muß gegebenenfalls gebremst werden. Wird nicht gebremst, regelt sich die eingestellte Geschwindigkeit wieder ein, sobald das Gefälle nachläßt.


Während der Fahrt mit dem Tempomat darf die Wählhebelstellung "N" des automatischen Getriebes nicht eingelegt werden, da sonst der Motor hochdreht.

Sicherheitsschaltungen
Die zuletzt im Steuergerät gespeicherte Geschwindigkeit wird mit Ausschalten der Zündung gelöscht. Beim Einschalten der Zündung wird dem Geschwindigkeitsspeicher der Wert

"0 km/h" eingegeben. Damit ist sichergestellt, daß bei Neubeginn einer Fahrt, z. B. nach einem Fahrerwechsel, keine unbekannte Geschwindigkeit eingespeichert ist.

Die Geschwindigkeit wird vom Steuergerät ständig überwacht. Jede Geschwindigkeitsänderung wird von einem Rechner erfaßt und ausgewertet.

Wird eine Geschwindigkeitsänderung mit dem Tastschalter vorgenommen, sorgt der Rechner im Steuergerät dafür, daß die vorgeschriebenen Werte bei den Schalterstellungen "Beschleunigen - Fixieren" von 0,7 m/s2 bzw. bei "Speicher" von 1 m/s2 eingehalten werden.

Beim Bremsen wird die elektromagnetische Kupplung im Stellglied stromlos, der Kraftschluß wird sofort unterbrochen, da eine Rückzugfeder ein Zahnrad des Stellgliedgetriebes aus dem Eingriff zieht. Die Rückzugfedern ziehen das Reguliergestänge in Leerlaufstellung.
Wenn z. B. bei defektem Bremslichtschalter das Fahrzeug >1,5 m/s2 verzögert wird, erfaßt dies der Rechner im Steuergerät und der Kraftschluß wird im Stellglied wie beim Bremsen unterbrochen, da die elektromagnetische Kupplung im Stellglied stromlos wird.

Die Zeitspanne bis zur Abschaltung ist von der Stärke der Verzögerung abhängig.

Wird aus irgendeinem Grund die Sollgeschwindigkeit um mehr als ca. 6 km/h überschritten, reagiert die Geschwindigkeitsüberwachung. Die elektromagnetische Kupplung im Stellglied wird stromlos, der Kraftschluß im Stellglied wird unterbrochen, das Reguliergestänge geht in Leerlaufstellung. Wird anschließend die Geschwindigkeitsschwelle von ca. 6 km/h unterschritten, z. B. die Geschwindigkeit beträgt nur noch

5 km/h mehr als die Sollgeschwindigkeit, wird die elektromagnetische Kupplung wieder angesteuert und somit der Kraftschluß im Stellglied hergestellt.

Die Funktion der elektromagnetischen Kupplung im Stellglied wird bei jedem Bremsvorgang vom Steuergerät überwacht.

Wird der Kraftschluß im Stellglied bei defekter Kupplung nicht unterbrochen, steuert das Steuergerät dafür den Stellgliedmotor an, der dann das Reguliergestänge in Leerlaufstellung bringt. Dieser Vorgang wird vom Steuergerät registriert und die Anlage so lange außer Funktion gesetzt, bis die Zündung ausgeschaltet wird.

Nach erneutem Einschalten der Zündung funktioniert die Anlage normal, bis sie beim nächsten Bremsvorgang, infolge der defekten elektromagnetischen Kupplung, wieder außer Funktion gesetzt wird.

Das Steuergerät ist gegen Doppelbefehlseingabe gesichert.

Werden z. B. durch einen defekten Tastschalter gleichzeitig die Befehle "Beschleunigen" und "Speicher" eingegeben, schaltet das Steuergerät die Anlage solange ab, bis es durch Aus- und Einschalten der Zündung entriegelt wird.

Der Tempomat besteht aus folgenden Bauteilen, die durch den elektrischen Leitungssatz miteinander verbunden sind:

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	Typ 202.018/020/022, M 111.920/941/961

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Tastschalter

Stellung "1" oder

"2" antippen Geschwindigkeit wird fixiert.

Stellung "1" festhalten fixierte Geschwindigkeit wird erhöht.

Stellung "2" festhalten fixierte Geschwindigkeit wird verringert.

Stellung "3" antippen Tempomat wird ausgeschaltet.

Stellung "4" antippen die vor dem Ausschalten fixierte Geschwindigkeit regelt sich automatisch bei einer Geschwindigkeit über ca. 40 km/h wieder ein.

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	Typ 202.018/020/022, M 111.920/941/961

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Steuergerät
Das Steuergerät Tempomat (TPM) mit Kodierstecker (N4/2) vergleicht die Ist- und die Sollgeschwindigkeit. Bei einer Abweichung von der Sollgeschwindigkeit gibt das Steuergerät Tempomat mit Kodierstecker (N4/2) entsprechende Steuerimpulse an das Stellglied Tempomat (M16), bis Ist- und Sollgeschwindigkeit wieder übereinstimmen.

Kodierstecker
Der Kodierstecker Tempomat (R29) dient zur Anpassung des Steuergerätes Tempomat (N4/2) an verschiedene Fahrzeugtypen.

0500 - Funktionsbeschreibung: Tempomat (TPM)                                    
	Typ 202.018/020/022, M 111.920/941/961

P30-5255-13

Geschwindigkeitssignal
Das Geschwindigkeitssignal für den Vergleich der Ist- und Sollgeschwindigkeit erhält das Steuergerät Tempomat vom Steuergerät ABS.
Das Steuergerät Tempomat ist dazu mit dem Leitungsverbinder Drehzahlsignal hinten (X62/13) verbunden.
Der Leitungsverbinder Drehzahlsignal hinten (X62/13) befindet sich im Leitungsschacht, Fußraum vorne rechts.

0500 - Funktionsbeschreibung: Tempomat (TPM)                                    
	Typ 202.018/020/022, M 111.920/941/961

P30-5281-13

Stellglied
Das Stellglied Tempomat (M16) bekommt vom Steuergerät seine Steuerimpulse und betätigt über Verbindungsstangen die Regulierung. Es besteht aus einem Elektromotor mit Getriebe, einem Freilauf, einem Potentiometer und einer elektromagnetischen Kupplung.

Der Elektromotor des Stellglieds treibt über das Getriebe die mit dem Freilauf versehene Abtriebsachse an.

Der Freilauf ermöglicht z. B. bei eingestellter Geschwindigkeit ein Beschleunigen mit dem Fahrpedal zum Überholen, ohne daß der Tempomat betätigt werden muß.

Das Potentiometer meldet die Stellung der Abtriebsachse an das Steuergerät zurück.

Die elektromagnetische Kupplung stellt durch Einrücken eines Zahnrads den Kraftschluß zwischen Elektromotor und Abtriebsachse her.

Die elektromagnetische Kupplung des Stellglieds wird bei folgenden Schalterstellungen eingeschaltet:

Beschleunigen-Fixieren

Verzögern-Fixieren

Speicher

Ausgeschaltet wird die elektromagnetische Kupplung durch Betätigen der Bremse, aber auch wenn die Anlage mit dem Tastschalter ausgeschaltet wird und das Reguliergestänge die Leerlaufstellung erreicht hat.

Mit dem Ausschalten der elektromagnetischen Kupplung wird der Kraftschluß durch eine Rückzugfeder, die ein Zahnrad aus dem Eingriff zieht, sofort unterbrochen.

Referenzierte Dokumente