18-005 Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil, Ölfilter
Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten: |
Ölkreislauf Motoren 102.920/921/938/939/961/980
60 | Ölrohr |
160 | Nockenwelle |
190 | Zwischenradwelle |
200 | Hydraulische Ventilspiel-Ausgleichelemente |
16 | Ölpumpe |
20 | Überdruckventil |
51 | Ölfilter |
52 | Öldruckanzeige |
Ölkreislauf Motor 102.961 ab 1984
16 Ölpumpe
20 Ölüberdruckventil
51 Ölfilter
52 Öldruckanzeige
60 Ölrohr
160 Nockenwelle
190 Zwischenradwelle
200 Hydraulische Ventilspiel-Ausgleichelemente
Vorgeschriebene Viskositätsklasse für Motoröl nach SAE bei anhaltenden Außentemperaturen
Die genaue Anwendung der SAE-Klasse nach Außenlufttemperaturen würde häufige Motorölwechsel ergeben. Die Temperaturgrenzen für die SAE-Klassen sind deshalb als Richtlinien zu betrachten, die kurzfristig über- und unterschritten werden können. | Weitere Hinweise auf vorgeschriebene Viskositätsklassen und freigegebene Motorenöle, siehe "Betriebsstoff-Vorschriften". |
Füllmengen Liter
Motor (Gesamtfüllmenge bei Neubefüllung) | 5,5 |
Motorfüllmenge bei Öl- und Filterwechsel | 5,0 |
Ölwanne max/min | 4,8/2,8 |
Öffnungsdrücke der Ölüberdruck- und Ölfiltereinsatz-Umgehungsventile bar Überdruck
Ölüberdruckventil im Steuergehäusedeckel | 4,5-0,8 |
Umgehungsventil Ölfiltereinsatz im Ölfilter (Differenzdruck) | 3,5 |
Ölkreislauf-Funktion
An der tiefsten Stelle der Ölwanne wird das Öl
über den Saugkorb und das Ölsaugrohr (7) zum
Saugraum (B) abgesaugt und in den Zahnlük-
ken, die sich durch die exzentrische Anordnung
der Ölpumpenräder (1, 2) ergeben, zum Druck-
raum (A) befördert.
Damit das Öl auf dem Wege vom Saug- zum Druckraum in den Zahnlücken verbleibt, ist in diesem Bereich zwischen beiden Rädern eine Sichel (a) angebracht.
1 Ölpumpenzahnrad innen
2 Ölpumpenzahnrad außen
3 Ölpumpendeckel
7 Saugrohr
11 Schraube M630
(9 Stück)
11a Torx-Schraube
14 Überdruckventil
15 Druckfeder
16 Verschlußschraube
17 Dichtring
22 Antriebshülse
44 Steuergehäusedeckel
A Druckraum
B Saugraum
C Dämpfungsraum
a Sichel
d zum Ölfilter
Am Ende des Druckraumes kommen die Zähne wieder zum Eingriff und drücken das Öl aus den Zahnlücken heraus.
Vom Druckraum (A) fließt das Öl über den Zulaufkanal (d) im Steuergehäusedeckel und Zylinderkurbelgehäuse zum Ölfilter.
Druckraum (A) und Saugraum (B) sind über das Ölüberdruckventil miteinander verbunden.
Ab einem Ölüberdruck von ca. 4 bar wird der Kolben (14) des Ölüberdruckventils entgegen der Kraft der Druckfeder (15) verschoben und gibt den Absteuerquerschnitt frei, über den je nach Öldruck ein Teil des Öles zum Saugraum (B) zurückfließt.
Beim Verschieben des Kolbens (14) wird das Öl im Raum (C) verdrängt und fließt über Absteuernuten außen am Kolben zum Saugraum (B).
Ölfilter
Von der Ölpumpe kommend (a) tritt das Öl über das Rücklauf-Sperrventil (39, 40, 41) in das Ölfiltergehäuse ein und durchströmt den Ölfiltereinsatz (34) von außen nach innen.
Das Rücklauf-Sperrventil verhindert, daß das Öl bei stehendem Motor über die Ölpumpe in die Ölwanne zurückfließt.
Das im Ölfiltereinsatz gereinigte Öl fließt über das Standrohr (38) und den Kanal (d) zum Hauptölkanal im Zylindergehäuse.
41 | Druckfeder |
Umgehungsventil | |
42 | Sprengring |
43 | Federteller |
44 | Druckfeder |
45 | Ventilkegel |
a | Zulauf von der Ölpumpe |
b | Rücklauf zur Ölwanne |
c | Ungereinigtes Öl zum Hauptölkanal |
d | Gereinigtes Öl zum Hauptölkanal |
e | Anschluß für Öldruckanzeige |
30 | Zentralschraube |
31 | Dichtring |
32 | Deckel |
33 | Dichtring |
34 | Ölfiltereinsatz |
35 | Abdichtgummi |
36 | Abdichtgummi |
37 | Ölfiltergehäuse |
38 | Standrohr |
Rücklauf-Sperrventil | |
39 | Ventilsitzring |
40 | Ventilkegel |
Das Umgehungsventil (43, 44, 45) für den Ölfiltereinsatz öffnet, wenn der Differenzdruck zwischen Schmutz- und Reinseite des Filtereinsatzes 3,5 bar übersteigt. Dies ist der Fall, wenn der Ölfiltereinsatz stark verschmutzt ist. Das Öl gelangt dann über den Kanal (c) ungereinigt in den Hauptölkanal und von dort zu den Lagerstellen.
Wenn die Zentralschraube (30) herausgedreht wird (z. B. beim Erneuern des Ölfiltereinsatzes) werden die Kanäle (a, b, c) miteinander verbunden und das Öl kann aus dem Ölfiltergehäuse in die Ölwanne abfließen.
Ölversorgung Kettenspanner
Durch eine Bohrung, die vorne am Hauptölkanal senkrecht nach oben abzweigt, gelangt das Öl zum Zylinderkopf, fließt dort in einer Quernut (Pfeil) zu einer senkrechten Zulaufbohrung im Zylinderkurbelgehäuse und weiter zum Kettenspanner.
1 Zylinderkurbelgehäuse
36 Kettenspannergehäuse
37 Druckbolzen
38 Rastenfeder
39 Druckfeder
40 Hutmutter
41 Dichtring
a Zulaufbohrung 1,1 mm
b Drosselbohrung 1,2 mm
Schmierung Ventilsteuerung (ohne hydraulischen Ventilspiel-Ausgleich)
Über eine Bohrung, die hinten am Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse senkrecht nach oben abzweigt, fließt das Öl über eine Drossel (f) im Zylinderkopf zum hinteren Nockenwellenlager und dort in den Längskanal (a, nächstes Bild) und in die hohlgebohrte Nockenwelle. Durch die Nockenwelle fließt das Öl zu den übrigen Nockenwellenlagern.
Vom Längskanal (a) im Zylinderkopf werden die Kipphebellagerstellen und von dort über die Bohrung (c) in den Kipphebeln die Ein- und Auslaßnocken geschmiert.
A Auslaß-Kipphebel
E Einlaß-Kipphebel
a Vom Hauptölkanal
b Zur Kipphebellagerung
c Bohrung für Nockenschmierung
d Ölrohr für Nockenschmierung
Am hinteren Nockenwellenlager ist außerdem ein Ölrohr angeschlossen, über das die Einlaßnokken zusätzlich geschmiert werden (d).
Schmierung Ventilsteuerung (mit hydraulischen Ventilspiel-Ausgleich)
Vom Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse kommend, fließt das Öl über eine in den Zylinderkopf eingepreßte Düse mit 4,5 mm (A) und den Ringspalt (Pfeile) direkt zum Längskanal (a) im Zylinderkopf (druckorientierter Ölzulauf). Durch diese Ölführung ist gewährleistet, daß an den hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelement immer der je nach Betriebszustand hinter dem Ölfilter herrschende Öldruck anliegt. Außerdem dient die Düse (A) als Ölrücklaufsperre, die verhindert, daß der Längskanal (a) und die Ventilspiel-Ausgleichelemente leerlaufen können.
Ein Teil des Öles fließt über die Drosselbohrung (g) mit 2,5 mm und den beiden Nuten (Pfeile) im hinteren Kipphebellagerbock zum hinteren Nockenwellenlager und dort in die hohlgebohrte Nockenwelle. Durch die Nockenwelle fließt das Öl zu den übrigen Nockenwellenlagern (mengenorientierter Ölzulauf).
Vom Längskanal (a) im Zylinderkopf werden die Kipphebellagerstellen geschmiert und von dort über eine Bohrung im Kipphebel die hydraulischen Ventielspiel-Ausgleichelemente mit Öl versorgt (b).
Die Nockenschmierung erfolgt über das am hinteren Nockenwellenlager angeschraubte Ölrohr (d).
Schmierung Zwischenradwelle und Zündverteiler-Antrieb
Vom vorderen Nockenwellenlager fließt das Öl durch eine Querbohrung zur linken vorderen Zylinderkopfschrauben-Bohrung und von dort über eine Quernut (e) zur Zulaufbohrung im Zylinderkurbelgehäuse.
Das Öl fließt weiter zur hinteren Lagerbüchse (17) der Zwischenradwelle und durch die hohlgebohrte Zwischenradwelle (18b) zur vorderen Lagerbüchse (6) im Steuergehäusedeckel (44).
Der Zündverteiler-Antrieb (18) wird durch Spritzöl geschmiert.
Der Nocken (18d), welcher bei den Vergaser-Motoren am hinteren Ende der Zwischenradwelle eingepreßt ist und die Kraftstoffpumpe antreibt, wird über die Ölspritzdüse (13) geschmiert.
Ölrücklauf
Für den Ölrücklauf in die Ölwanne, der zum Teil über den Kettenkasten erfolgt, befinden sich an der rechten Zylinderkopfseite (Fahrtrichtung) vier Rücklaufbohrungen (Pfeile).
Im Zylinderkurbelgehäuse wird das zurückfließende Öl über eine Ölsammel-Galerie (Pfeile) dem angegossenen Rücklaufkanal zugeführt. Von hier gelangt es in die Ölwanne.
Öldruck und Öldruckanzeige
Der Öldruck wird über ein Kapillarrohr, das am Ölfiltergehäuse angeschlossen ist, zur Öldruckanzeige im Kombi-Instrument weitergeleitet.
Bei Betriebstemperatur darf der Öldruck bei Leerlaufdrehzahl auf 0,3 bar Überdruck absinken.
Beim Gasgeben muß der Öldruck sofort wieder ansteigen und bei 3000/min. mindestens 3 bar Überdruck erreichen.
Ölstand prüfen
Die Höhe des Ölstandes ist u. a. abhängig von der Öltemperatur und der Rücklaufzeit des Öles nach dem Abstellen des Motors. Deshalb erst ca. 5 min. nach dem Abstellen des betriebswarmen (ca. 80 °C Öltemperatur) Motors messen.
Vor der Ölstandskontrolle muß grundsätzlich der Ölmeßstab herausgezogen und abgewischt werden.
Um den Ölstand beurteilen zu können, muß der Ölmeßstab beidseitig betrachtet werden. Maßgebend ist grundsätzlich die markante waagerechte Anzeige am Ölmeßstab (Pfeil).
Referenzierte Dokumente
- ra01mr1020001x 0001 - Allgemein: Motoren- und Typenübersicht Motor 102 Mehrriementrieb
- ra18mr102ta00x Technische Änderungen: Ölkreislauf/-druck, Überdruck-/Umgehungsventil, Ölfilter Motor 102 Mehrriementrieb