18-0005 Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil
Funktionsschema - Ölkreislauf
1) Motor 102.983/990 ohne Ölspritzdüsen.
2) Motor 102.983/990/991 mit Sichelölpumpe, Motor 102.992 mit Zahnradölpumpe.
3) Motor 102.983/990/991 Luftölkühler stehend, Motor 102.992 Luftölkühler liegend unter Bugschürze.
46 | Luftölkühler 3) |
74 | Ölsaugkorb |
79 | Umlenkrad |
91a | Nockenwelle-Einlaß |
91b | Nockenwelle-Auslaß |
93a | Nockenwellenrad-Einlaß |
93b | Nockenwellenrad-Auslaß |
95/1 | Kettenspanner |
6/1 | Ölfiltereinsatz |
9 | Ölspritzdüsen 1) |
14 | Ölüberdruckventil |
18 | Zwischenradwelle |
19 | Öldruckanzeige (Kombi-Instrument) |
20 | Öltemperaturanzeige |
23 | Umgehungsventil Ölfiltereinsatz |
32b | Thermostat 110 °C (im Ölfiltergehäuse) |
45 | Ölpumpe 2) |
Vorgeschriebene Viskositätsklassen nach
SAE bei anhaltenden Außentemperaturen
Die genaue Anwendung der SAE-Klassen nach
Außenlufttemperaturen würde häufigen Motoren-
ölwechsel ergeben.
Die Temperaturgrenzen für die SAE-Klassen sind
deshalb als Richtlinie zu betrachten, die kurz-
fristig über- und unterschritten werden kann.
Weitere Hinweise auf vorgeschriebene
Viskositätsklassen und freigegebene Motorenöle
siehe "Betriebsstoffvorschriften".
Daten
Ölfüllmenge in Liter (freigegebene Motoröle siehe Betriebsstoff- Vorschriften) | |
Motor (Gesamtfüllmenge bei Neubefüllung) | 5,5 |
Gesamtfüllmenge bei Öl- und Filterwechsel | 5 |
Ölwanne max./min. | 4,8/2,8 |
Ölmeßstab - Farbkennzeichnung
Motor | 102.983 | 102.990/991/992 |
Kennzeichnung | grau | ockerbraun |
Öffnungsdrücke des Ölüberdruck- und Ölfiltereinsatzumgehungsventiles in bar Überdruck
Motor | 102.983/990/991 | 102.992 |
Ölüberdruckventil im Steuer- gehäusedeckel | 40,5 | 7,3 1) |
Umgehungsventil Ölfiltereinsatz im Ölfilter (Differenzdruck) | 3 | 3 |
Ölspritzdüse | ||
Öffnungsdruck | 2,60,2 | 3,50,2 |
Schließdruck | 1,90,15 | 2,60,15 |
1) Ölüberdruckventil in der Ölpumpe.
Ölkreislauf-Funktion
An der tiefsten Stelle der Ölwanne wird das Öl
über den Saugkorb und das Ölsaugrohr (74) zum
Saugraum (B) abgesaugt und in den Zahn-
lücken, die sich durch die exzentrische
Anordnung der Ölpumpenräder (10 und 11)
ergeben, zum Druckraum (A) befördert.
Damit das Öl auf dem Weg vom Saug- zum
Druckraum in den Zahnlücken verbleibt, ist in
diesem Bereich zwischen beiden Rädern eine
Sichel (a) angebracht.
10 Ölpumpenzahnrad innen
11 Ölpumpenzahnrad außen
12 Ölpumpendeckel
13 Schraube M6x3
(9 Stück)
13a Torx-Schraube
14 Überdruckventil
15 Druckfeder
16 Verschlußschraube
17 Dichtring
74 Saugrohr
85 Steuergehäusedeckel
86/2 Antriebshülse
A Druckraum
B Saugraum
C Dämpfungsraum
a Sichel
d zum Ölfilter
Am Ende des Druckraumes kommen die Zähne
wieder zum Eingriff und drücken das Öl aus den
Zahnlücken heraus.
Vom Druckraum (A) fließt das Öl über den
Zulaufkanal (d) im Steuergehäusedeckel und
Zylinderkurbelgehäuse zum Ölfilter.
Druckraum (A) und Saugraum (B) sind über das
Ölüberdruckventil miteinander verbunden.
Ab einem bestimmten Ölüberdruck (siehe
Tabelle) wird der Kolben (14) des Ölüberdruck-
ventiles entgegen der Kraft der Druckfeder (15)
verschoben und gibt den Absteuerquerschnitt
frei, über den je nach Öldruck ein Teil des Öles
zum Saugraum (B) zurückfließt.
Beim Verschieben des Kolbens (14) wird das Öl
im Raum (C) verdrängt und fließt über Absteuer-
nuten außen am Kolben zum Saugraum (B).
Hinweis Motor 102.992
In diesem Motor ist eine Zahnradölpumpe
eingebaut, die über das Kurbelwellenrad und
eine Einfachrollenkette angetrieben wird.
Ölüberdruckventil
Das Öl wird an der tiefsten Stelle in der Ölwanne
über den Saugkorb zum Saugraum (B) ange-
saugt. Von hier gelangt das Öl über die Zahn-
räder zum Druckraum (A) und weiter in den
Hauptölkanal zum Filter.
Ab einem Öldruck von 7,3 bar Überdruck wird
der Kolben (48) entgegen der Druckfeder (46)
verschoben und gibt die Absteuerbohrung
(Pfeile) zum Saugraum (B) frei.
Gleichzeitig gelangt das Öl über zwei am Bund
(a) angebrachte Abflachungen in den Dämp-
fungsraum (C). Dieses Öl wirkt den vom pulsie-
renden Öldruck entstehenden Kolbenbewegun-
gen entgegen und führt so zu einer Dämpfung
des Kolbens.
45 Verschlußschraube
47 Führungsbolzen
Ölfilter-Funktion Vom Zulaufkanal (a) kommend, tritt das Öl bei einer Temperatur unter 106 °C direkt in das Filterelement (6/1) von außen nach innen ein. Das gereinigte Öl fließt über den Ölkanal (d) zum Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse. Im Ölfilter ist ein Thermostat (32b) zur Steuerung des Ölkreislaufes über den Luft- ölkühler angebracht. Bei Temperaturen über 106 °C fließt ein Teil des Öles über den geöffneten Thermostat (32b). Über den Anschluß (A) durchströmt das Öl den Luftölkühler und tritt über den Anschluß (B) wieder in den Ölfilter ein. | Auch bei voll geöffnetem Thermostat fließt noch eine bestimmte Ölmenge direkt zum Ölfilter- einsatz. Das Rücklaufsperrventil (27a-27c) verhindert, daß bei abgestelltem Motor der Ölfilter leerläuft. Das Umgehungsventil (23a-23d) öffnet, wenn der Differenzdruck zwischen Schmutz- und Reinölseite 3 bar übersteigt. Dies ist der Fall, wenn das Filterelement stark verschmutzt ist. Das Öl gelangt dann über den Kanal (c) ungereinigt zum Hauptölkanal. |
6 Ölfiltergehäuse
6/1 Ölfiltereinsatz
7 Deckel
7/2 O-Ring
7/3 Dichtring
21 Standrohr
23a Ventilkegel 1)
23b Druckfeder 1)
23c Federteller 1)
23d Sicherungsring 1)
27a Ventilkegel 2)
27b Ventilsitzring 2)
27c Druckfeder 2)
31a Abdichtgummi
31b Abdichtgummi
32a Schieber
32b Thermostat
33 Druckfeder
34 Verschlußschraube
35 Dichtring
A Anschluß zum
Luftölkühler
B Anschluß vom
Luftölkühler
a Zulauf von der
Ölwanne
b Rücklauf zur Ölwanne
c ungereinigtes Öl zum
Hauptölkanal
d gereinigtes Öl zum
Hauptölkanal
f Anschluß für
Öldruckanzeige
1) Filtereinsatz-
Umgehungsventil
2) Rücklaufsperrventil
Ölversorgung Kettenspanner
Durch eine Bohrung, die vom Hauptölkanal im
Zylinderkurbelgehäuse abzweigt, gelangt das Öl
zu der Zulaufleitung (a), und fließt weiter zum
Kettenspanner.
88 Zylinderkurbelgehäuse
94/1 Verschlußmutter
94/2 Dichtring
94/3 Druckfeder
94/4 Kettenspannergehäuse
94/5 Rastenfeder
94/6 Druckbolzen
a Zulaufbohrung
b Drosselbohrung
Dargestellt Hydraulischer Kettenspanner mit Rastenfeder von Motor 102.983
Schmierung Ventilsteuerung, Umlenkrad
Vom Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse
kommend, gelangt das Öl zum Zylinderkopf, und
fließt dort in eine Quernut (Pfeil) und gelangt in
den waagerechten Hauptölkanal des Zylinder-
kopfes. Von dort fließt das Öl zu den
senkrechten Zulaufbohrungen der hohlgebohrten
Nockenwellenstummel, die mit den hohl-
gebohrten Nockenwellen verbunden sind und
weiter über eine Bohrung in den Nockenwellen
zu den Lagerstellen.
Die Tassenstößel und Nocken werden in einem
Ölsumpf geschmiert (Tauchschmierung). Der
Ölsumpf wird mit dem seitlich an den Nocken-
wellenlagern austretendem Öl (Leckage) gefüllt.
Ein Teil des Öles fließt über den Hauptölkanal im
Zylinderkopf weiter bis zur senkrechten
Zulaufbohrung des Umlenkrades. Von dort
gelangt das Öl von der vorderen Lagerbüchse
der hohlgebohrten Welle zur hinteren Lager-
büchse des Umlenkrades.
Schmierung der Zwischenradwelle und
Zündverteiler-Antrieb
Vom Hauptölkanal im Zylinderkopf zweigt eine
Bohrung (e) zum senkrecht nach unten
gehenden Zulaufkanal im Zylinderkurbelgehäuse
ab.
Das Öl fließt weiter zur hinteren Lagerbüchse
(19) der Zwischenradwelle und durch die
hohlgebohrte Zwischenradwelle (18) zur
vorderen Lagerbüchse (20) im Steuergehäuse-
deckel.
Der Zündverteiler-Antrieb wird durch Spritzöl
geschmiert.
Motor 102.991/992
Ölspritzdüsen
Zur besseren Kühlung der Kolben sind im Motor
102.991/992 Ölspritzdüsen eingebaut. Diese
werden vom Hauptölkanal des Zylinderkurbel-
gehäuse versorgt.
Dargestellte Ölspritzdüsen von Motor 102.991
Ölrücklauf
Für den Ölrücklauf in die Ölwanne, der zum Teil
über den Kettenkasten erfolgt, befindet sich eine
Rücklaufbohrung im Zylinderkopf hinten rechts.
Im Zylinderkurbelgehäuse wird das zurück-
fließende Öl über eine Ölsammel-Galerie (Pfeile)
dem angegossenen Rücklaufkanal zugeführt.
Von dort gelangt es in die Ölwannne.
Öldruck und Öldruckanzeige
Bei Betriebstemperatur darf der Öldruck bei
Leerlaufdrehzahl auf 0,3 bar Überdruck
absinken.
Beim Gasgeben muß der Öldruck sofort wieder
ansteigen und bei 3000/min mindestens 3 bar
Überdruck erreichen.
Ölstandsanzeige-Funktion
Ab 10/84 wird die Öldruckanzeige im Kombi-
Instrument durch einen Öldruckgeber (B5)
elektrisch angesteuert (bisher über eine Öldruck-
manometerleitung). Er ist am Ölfiltergehäuse
angeschraubt.
Am Anzeigegerät im Kombi-Instrument liegt bei
eingeschalteter Zündung dauernd Spannung an.
Über den Druckgeber wird im Anzeigegerät
Masse angelegt. Mit zunehmendem Druck wird
der elektrische Widerstand (W) des Druckgebers
erhöht und damit der Anzeigewert verändert.
Widerstandswerte des Druckgebers in
Abhängigkeit vom Öldruck.
Druck (bar) | 0 | 1 | 2 | 3 |
Widerstand ca. (W) | 10 | 69 | 129 | 184 |
Seit 12/84 wird zur Vereinheitlichung ein am
Gehäuse geänderter elektrischer Öldruckgeber
eingebaut.
A bisherige Ausführung
B jetzige Ausführung
Öltemperaturanzeige
Die Öltemperatur wird am Ölfilter über einen
Temperaturschalter (B1) abgenommen.
Die Betriebstemperatur des Öles liegt bei
80-120 °C.
Sie darf bis max. 150 °C ansteigen. Wird dieser
Wert überschritten, zuerst Ölstand prüfen. Er
darf nicht über der Max.-Markierung liegen.
Ölmeßstab
Der Ölmeßstab hat einen flaschenförmigen Griff
(42c).
Am unteren Ende sind zwei Kunststoff-
markierungen angebracht (42a und 42b), an
deren waagerechten Kanten (A und B) das
Ölstand-Maximum bzw. -Minimum angezeigt
wird. Die jeweilige Meßkante ist mit der einge-
gossenen Beschriftung "max" bzw. "min"
gekennzeichnet.
Ölstand prüfen
Die Höhe des Ölstandes ist unter anderem
abhängig von der Öltemperatur und der Rück-
laufzeit des Öles nach dem Abstellen des
Motors. Deshalb erst ca. 2 Minuten nach dem
Abstellen des betriebswarmen Motors (ca. 80 °C
Öltemperatur) messen.
Vor der Ölstandskontrolle muß grundsätzlich der
Ölmeßstab herausgezogen und abgewischt
werden.
Um den Ölstand beurteilen zu können, muß der
Ölmeßstab beidseitig betrachtet werden.
Maßgebend ist grundsätzlich die markante
waagerechte Anzeige am Ölmeßstab (Pfeil).
Referenzierte Dokumente
- ra01981020005x 0005 - Allgemein: Übersicht Motoren, Typen, Leistung und Verdichtung Motor 102 KE im Typ 201
- ra1898102ta00x Technische Änderungen: Motorschmierung, Motorölkühlung Motor 102.983/99