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0005 - Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil Motor 102 KE im Typ 201

Typ ra · Thema 18.00 · Version 9208 · 1992-02-20

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 18 Motorschmierung, Motorölkühlung › 18.00 Allgemeines

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 102 983, 102 990, 102 991, 102 992

18-0005 Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil

0005 - Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil                     
	Motor 102 KE im Typ 201

Funktionsschema - Ölkreislauf

1) Motor 102.983/990 ohne Ölspritzdüsen.

2) Motor 102.983/990/991 mit Sichelölpumpe, Motor 102.992 mit Zahnradölpumpe.

3) Motor 102.983/990/991 Luftölkühler stehend, Motor 102.992 Luftölkühler liegend unter Bugschürze.

46

Luftölkühler 3)

74

Ölsaugkorb

79

Umlenkrad

91a

Nockenwelle-Einlaß

91b

Nockenwelle-Auslaß

93a

Nockenwellenrad-Einlaß

93b

Nockenwellenrad-Auslaß

95/1

Kettenspanner

6/1

Ölfiltereinsatz

9

Ölspritzdüsen 1)

14

Ölüberdruckventil

18

Zwischenradwelle

19

Öldruckanzeige (Kombi-Instrument)

20

Öltemperaturanzeige

23

Umgehungsventil Ölfiltereinsatz

32b

Thermostat 110 °C (im Ölfiltergehäuse)

45

Ölpumpe 2)

Vorgeschriebene Viskositätsklassen nach

SAE bei anhaltenden Außentemperaturen

Die genaue Anwendung der SAE-Klassen nach

Außenlufttemperaturen würde häufigen Motoren-

ölwechsel ergeben.

Die Temperaturgrenzen für die SAE-Klassen sind

deshalb als Richtlinie zu betrachten, die kurz-

fristig über- und unterschritten werden kann.

Weitere Hinweise auf vorgeschriebene

Viskositätsklassen und freigegebene Motorenöle

siehe "Betriebsstoffvorschriften".

0005 - Ölkreislauf, Öldruck, Überdruck- und Umgehungsventil                     
	Motor 102 KE im Typ 201

Daten

Ölfüllmenge in Liter (freigegebene Motoröle siehe Betriebsstoff-

Vorschriften)

Motor (Gesamtfüllmenge bei Neubefüllung)

5,5

Gesamtfüllmenge bei Öl- und Filterwechsel

5

Ölwanne max./min.

4,8/2,8

Ölmeßstab - Farbkennzeichnung

Motor

102.983

102.990/991/992

Kennzeichnung

grau

ockerbraun

Öffnungsdrücke des Ölüberdruck- und Ölfiltereinsatzumgehungsventiles in bar Überdruck

Motor

102.983/990/991

102.992

Ölüberdruckventil im Steuer-

gehäusedeckel

40,5

7,3 1)

Umgehungsventil Ölfiltereinsatz im

Ölfilter (Differenzdruck)

3

3

Ölspritzdüse

Öffnungsdruck

2,60,2

3,50,2

Schließdruck

1,90,15

2,60,15

1) Ölüberdruckventil in der Ölpumpe.

Ölkreislauf-Funktion

An der tiefsten Stelle der Ölwanne wird das Öl

über den Saugkorb und das Ölsaugrohr (74) zum

Saugraum (B) abgesaugt und in den Zahn-

lücken, die sich durch die exzentrische

Anordnung der Ölpumpenräder (10 und 11)

ergeben, zum Druckraum (A) befördert.

Damit das Öl auf dem Weg vom Saug- zum

Druckraum in den Zahnlücken verbleibt, ist in

diesem Bereich zwischen beiden Rädern eine

Sichel (a) angebracht.

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	Motor 102 KE im Typ 201

10 Ölpumpenzahnrad innen

11 Ölpumpenzahnrad außen

12 Ölpumpendeckel

13 Schraube M6x3
(9 Stück)

13a Torx-Schraube

14 Überdruckventil

15 Druckfeder

16 Verschlußschraube

17 Dichtring

74 Saugrohr

85 Steuergehäusedeckel

86/2 Antriebshülse

A Druckraum

B Saugraum

C Dämpfungsraum

a Sichel

d zum Ölfilter

Am Ende des Druckraumes kommen die Zähne

wieder zum Eingriff und drücken das Öl aus den

Zahnlücken heraus.

Vom Druckraum (A) fließt das Öl über den

Zulaufkanal (d) im Steuergehäusedeckel und

Zylinderkurbelgehäuse zum Ölfilter.

Druckraum (A) und Saugraum (B) sind über das

Ölüberdruckventil miteinander verbunden.

Ab einem bestimmten Ölüberdruck (siehe

Tabelle) wird der Kolben (14) des Ölüberdruck-

ventiles entgegen der Kraft der Druckfeder (15)

verschoben und gibt den Absteuerquerschnitt

frei, über den je nach Öldruck ein Teil des Öles

zum Saugraum (B) zurückfließt.

Beim Verschieben des Kolbens (14) wird das Öl

im Raum (C) verdrängt und fließt über Absteuer-

nuten außen am Kolben zum Saugraum (B).

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	Motor 102 KE im Typ 201

Hinweis Motor 102.992

In diesem Motor ist eine Zahnradölpumpe

eingebaut, die über das Kurbelwellenrad und

eine Einfachrollenkette angetrieben wird.

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	Motor 102 KE im Typ 201

Ölüberdruckventil

Das Öl wird an der tiefsten Stelle in der Ölwanne

über den Saugkorb zum Saugraum (B) ange-

saugt. Von hier gelangt das Öl über die Zahn-

räder zum Druckraum (A) und weiter in den

Hauptölkanal zum Filter.

Ab einem Öldruck von 7,3 bar Überdruck wird

der Kolben (48) entgegen der Druckfeder (46)

verschoben und gibt die Absteuerbohrung

(Pfeile) zum Saugraum (B) frei.

Gleichzeitig gelangt das Öl über zwei am Bund

(a) angebrachte Abflachungen in den Dämp-

fungsraum (C). Dieses Öl wirkt den vom pulsie-

renden Öldruck entstehenden Kolbenbewegun-

gen entgegen und führt so zu einer Dämpfung

des Kolbens.

45 Verschlußschraube

47 Führungsbolzen

Ölfilter-Funktion

Vom Zulaufkanal (a) kommend, tritt das Öl bei

einer Temperatur unter 106 °C direkt in das

Filterelement (6/1) von außen nach innen ein.

Das gereinigte Öl fließt über den Ölkanal (d)

zum Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse.

Im Ölfilter ist ein Thermostat (32b) zur

Steuerung des Ölkreislaufes über den Luft-

ölkühler angebracht.

Bei Temperaturen über 106 °C fließt ein Teil

des Öles über den geöffneten Thermostat

(32b). Über den Anschluß (A) durchströmt das

Öl den Luftölkühler und tritt über den Anschluß

(B) wieder in den Ölfilter ein.

Auch bei voll geöffnetem Thermostat fließt noch

eine bestimmte Ölmenge direkt zum Ölfilter-

einsatz.

Das Rücklaufsperrventil (27a-27c) verhindert,

daß bei abgestelltem Motor der Ölfilter leerläuft.

Das Umgehungsventil (23a-23d) öffnet, wenn

der Differenzdruck zwischen Schmutz- und

Reinölseite 3 bar übersteigt. Dies ist der Fall,

wenn das Filterelement stark verschmutzt ist.

Das Öl gelangt dann über den Kanal (c)

ungereinigt zum Hauptölkanal.

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	Motor 102 KE im Typ 201

6 Ölfiltergehäuse

6/1 Ölfiltereinsatz

7 Deckel

7/2 O-Ring

7/3 Dichtring

21 Standrohr

23a Ventilkegel 1)

23b Druckfeder 1)

23c Federteller 1)

23d Sicherungsring 1)

27a Ventilkegel 2)

27b Ventilsitzring 2)

27c Druckfeder 2)

31a Abdichtgummi

31b Abdichtgummi

32a Schieber

32b Thermostat

33 Druckfeder

34 Verschlußschraube

35 Dichtring

A Anschluß zum

Luftölkühler

B Anschluß vom

Luftölkühler

a Zulauf von der

Ölwanne

b Rücklauf zur Ölwanne

c ungereinigtes Öl zum

Hauptölkanal

d gereinigtes Öl zum

Hauptölkanal

f Anschluß für

Öldruckanzeige

1) Filtereinsatz-

Umgehungsventil

2) Rücklaufsperrventil

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	Motor 102 KE im Typ 201

Ölversorgung Kettenspanner

Durch eine Bohrung, die vom Hauptölkanal im

Zylinderkurbelgehäuse abzweigt, gelangt das Öl

zu der Zulaufleitung (a), und fließt weiter zum

Kettenspanner.

88 Zylinderkurbelgehäuse

94/1 Verschlußmutter

94/2 Dichtring

94/3 Druckfeder

94/4 Kettenspannergehäuse

94/5 Rastenfeder

94/6 Druckbolzen

a Zulaufbohrung

b Drosselbohrung

Dargestellt Hydraulischer Kettenspanner mit Rastenfeder von Motor 102.983

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	Motor 102 KE im Typ 201

Schmierung Ventilsteuerung, Umlenkrad

Vom Hauptölkanal im Zylinderkurbelgehäuse

kommend, gelangt das Öl zum Zylinderkopf, und

fließt dort in eine Quernut (Pfeil) und gelangt in

den waagerechten Hauptölkanal des Zylinder-

kopfes. Von dort fließt das Öl zu den

senkrechten Zulaufbohrungen der hohlgebohrten

Nockenwellenstummel, die mit den hohl-

gebohrten Nockenwellen verbunden sind und

weiter über eine Bohrung in den Nockenwellen

zu den Lagerstellen.

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	Motor 102 KE im Typ 201

Die Tassenstößel und Nocken werden in einem

Ölsumpf geschmiert (Tauchschmierung). Der

Ölsumpf wird mit dem seitlich an den Nocken-

wellenlagern austretendem Öl (Leckage) gefüllt.

Ein Teil des Öles fließt über den Hauptölkanal im

Zylinderkopf weiter bis zur senkrechten

Zulaufbohrung des Umlenkrades. Von dort

gelangt das Öl von der vorderen Lagerbüchse

der hohlgebohrten Welle zur hinteren Lager-

büchse des Umlenkrades.

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Schmierung der Zwischenradwelle und

Zündverteiler-Antrieb

Vom Hauptölkanal im Zylinderkopf zweigt eine

Bohrung (e) zum senkrecht nach unten

gehenden Zulaufkanal im Zylinderkurbelgehäuse

ab.

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Das Öl fließt weiter zur hinteren Lagerbüchse

(19) der Zwischenradwelle und durch die

hohlgebohrte Zwischenradwelle (18) zur

vorderen Lagerbüchse (20) im Steuergehäuse-

deckel.

Der Zündverteiler-Antrieb wird durch Spritzöl

geschmiert.

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Motor 102.991/992

Ölspritzdüsen

Zur besseren Kühlung der Kolben sind im Motor

102.991/992 Ölspritzdüsen eingebaut. Diese

werden vom Hauptölkanal des Zylinderkurbel-

gehäuse versorgt.

Dargestellte Ölspritzdüsen von Motor 102.991

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Ölrücklauf

Für den Ölrücklauf in die Ölwanne, der zum Teil

über den Kettenkasten erfolgt, befindet sich eine

Rücklaufbohrung im Zylinderkopf hinten rechts.

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Im Zylinderkurbelgehäuse wird das zurück-

fließende Öl über eine Ölsammel-Galerie (Pfeile)

dem angegossenen Rücklaufkanal zugeführt.

Von dort gelangt es in die Ölwannne.

Öldruck und Öldruckanzeige

Bei Betriebstemperatur darf der Öldruck bei

Leerlaufdrehzahl auf 0,3 bar Überdruck

absinken.

Beim Gasgeben muß der Öldruck sofort wieder

ansteigen und bei 3000/min mindestens 3 bar

Überdruck erreichen.

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Ölstandsanzeige-Funktion

Ab 10/84 wird die Öldruckanzeige im Kombi-

Instrument durch einen Öldruckgeber (B5)

elektrisch angesteuert (bisher über eine Öldruck-

manometerleitung). Er ist am Ölfiltergehäuse

angeschraubt.

Am Anzeigegerät im Kombi-Instrument liegt bei

eingeschalteter Zündung dauernd Spannung an.

Über den Druckgeber wird im Anzeigegerät

Masse angelegt. Mit zunehmendem Druck wird

der elektrische Widerstand (W) des Druckgebers

erhöht und damit der Anzeigewert verändert.

Widerstandswerte des Druckgebers in

Abhängigkeit vom Öldruck.

Druck (bar)

0

1

2

3

Widerstand ca. (W)

10

69

129

184

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Seit 12/84 wird zur Vereinheitlichung ein am

Gehäuse geänderter elektrischer Öldruckgeber

eingebaut.

A bisherige Ausführung

B jetzige Ausführung

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Öltemperaturanzeige

Die Öltemperatur wird am Ölfilter über einen

Temperaturschalter (B1) abgenommen.

Die Betriebstemperatur des Öles liegt bei

80-120 °C.

Sie darf bis max. 150 °C ansteigen. Wird dieser

Wert überschritten, zuerst Ölstand prüfen. Er

darf nicht über der Max.-Markierung liegen.

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Ölmeßstab

Der Ölmeßstab hat einen flaschenförmigen Griff

(42c).

Am unteren Ende sind zwei Kunststoff-

markierungen angebracht (42a und 42b), an

deren waagerechten Kanten (A und B) das

Ölstand-Maximum bzw. -Minimum angezeigt

wird. Die jeweilige Meßkante ist mit der einge-

gossenen Beschriftung "max" bzw. "min"

gekennzeichnet.

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Ölstand prüfen

Die Höhe des Ölstandes ist unter anderem

abhängig von der Öltemperatur und der Rück-

laufzeit des Öles nach dem Abstellen des

Motors. Deshalb erst ca. 2 Minuten nach dem

Abstellen des betriebswarmen Motors (ca. 80 °C

Öltemperatur) messen.

Vor der Ölstandskontrolle muß grundsätzlich der

Ölmeßstab herausgezogen und abgewischt

werden.

Um den Ölstand beurteilen zu können, muß der

Ölmeßstab beidseitig betrachtet werden.

Maßgebend ist grundsätzlich die markante

waagerechte Anzeige am Ölmeßstab (Pfeil).

Referenzierte Dokumente