03-318 Kurbelwelle prüfen und instand setzen
Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten |
Daten
Kurbelwellen-Normalmaß und Reparaturstufen | Kurbelwellenlagerzapfen- | Kurbelwellen-Zapfenbreite am Paßlager | Pleuellagerzapfen- | Pleuellager-Zapfenbreite |
Normalmaß | 57,950 57,965 | 24,500 24,533 | 47,955 47,965 | 27,958 28,042 |
Normalmaß I | 57,935 57,950 | oder 24,600 24,633 | ||
1. Reparaturstufe | 57,705 57,715 | 24,700 24,721 | 47,705 47,715 | bis 28,30 |
2. Reparaturstufe | 57,455 57,465 | oder 24,900 24,921 | 47,455 47,465 | |
3. Reparaturstufe | 57,205 57,215 | oder 25,000 | 47,205 47,215 | |
4. Reparaturstufe | 56,955 56,965 | 25,021 | 46,955 46,965 | |
Zulässige Unrundheit der Kurbelwellen- und Pleuellagerzapfen | 0,002 |
Zulässige Konizität | Pleuellagerzapfen | 0,01 |
Kurbelwellenlagerzapfen | 0,01 | |
Zulässige Planlaufabweichung des Paßlagers | 0,02 |
Übergangsradien an den | Kurbelwellenlagerzapfen | 2,1 - 2,3 |
Pleuellagerzapfen | 2,5 - 3,0 | |
Lagerzapfen geschliffen und feingeläppt, Rauhtiefe Rz max (mm) | 0,15 |
Kurbelwellenzapfen- vorne | 29,987 - 30.000 |
Zulässige Abweichung des vorderen Kurbelwellenzapfens vom Rundlauf 1) 2) | 0,030 |
Laufflächen- für Radialdichtring hinten | 92,874 - 92,928 |
Zulässige Abweichung des hinteren Kurbelwellenflansches | vom Rundlauf 1) | 0,02 |
vom Planlauf 1) | 0,012 | |
Zulässige Abweichung der Kurbelwellenlagerzapfen vom Rundlauf 1) | Zapfen II, IV | 0,07 |
Zapfen III | 0,10 | |
Skleroskophärte der Kurbelwellen- und Pleuellagerzapfen | Neuwert | 74 - 82 |
Grenzwert | 60 3) | |
Zulässige Unwucht der Kurbelwelle | 100 gmm |
1) Bei Auflage der Kurbelwelle auf den äußeren Kurbelwellenlagerzapfen I und V und einer vollen Drehung.
2) Falls Messung bei eingebauter Kurbelwelle erfolgt, ist das Radiallagerspiel durch Andrücken des Kurbelwellenzapfens auszuschalten.
3) Der Grenzwert muß mindestens an 2/3 des Zapfenumfanges vorhanden sein.
Hinweis
Max. Verschleißgrenze der Kurbelwellen- und Pleuellagerzapfen 0,02 mm. Die in der Tabelle aufgeführten Reparaturstufen sind genau einzuhalten. Außerdem müssen beim Nachschleifen die Übergangsradien an den Kurbel- und Pleuellagerzapfen unbedingt eingehalten werden.
Sonderwerkzeug
000 589 20 21 00
Hinweis
Beim Prüfen und Instandsetzen von Kurbel
wellen ist in Reihenfolge des nachstehenden Diagramms vorzugehen.
Diagramm
-------------------------------
1) Siehe Abschnitt "Erläuterungen zum Diagramm".
A. Prüfen, Schleifen
Sichtprüfung
Starke Beschädigungen
Verschrotten
Ja
Nein
Rißprüfung 1)
Risse vorhanden
Verschrotten
Ja
Nein
Härteprüfung 1)
Alle Lagerzapfen
Skleroskophärte mindestens 60 an 2/3 des Zapfenumfanges
Ja
Nein
siehe Härten (Abschnitt B)
Zapfen messen
Stimmen Maße
Ja
Nein
Prüfen ob ein Nachschleifen innerhalb der letzten vorgeschriebenen Reparaturstufe 4 noch möglich ist.
Verschrotten
Ja
Nein
Kurbelwelle schleifen
Rißprüfung
Risse vorhanden
Ja
Nein
Verschrotten
Läppen
Maßkontrolle
Maße stimmen
Ja
Nein
siehe Prüfen/Nachschleifen
Ende der Prüfung
Kurbelwelle komplettieren
B. Härten
Prüfen, ob ein Nachschleifen innerhalb der letzten vorgeschriebenen Reparaturstufe 4 noch möglich ist.
Ja
Nein
Verschrotten
Härten 1)
Zapfen mit Radienhärtung
Zapfen ohne Radienhärtung
Induktions- oder Flammhärten
Induktionshärtung
Anlage vorhanden
Ja
Nein
Verschrotten
Induktionshärten
Härte durch Ätzen prüfen 1)
Kurbelwelle, bei 80 °C, 2 Stunden entspannen
Rundlauf prüfen, Maße stimmen?
Zapfen mit Radienhärtung
Zapfen ohne Radienhärtung
Ja
Nein
Ja
Nein
Verschrotten
Biegerichten
Siehe Kurbelwelle Schleifen (Abschnitt A)
Erläuterungen zum Diagramm
-------------------------------
Rißprüfung
Kurbelwelle reinigen. Die Lagerzapfen müssen öl- und fettfrei sein.
Kurbelwelle magnetisieren und fluoreszierendes Pulver auftragen (fluxen).
Es kann auch ein Farbeindringverfahren (Eintauchen im Bad oder mit Sprühdose) angewandt werden.
Hilfsmittel: Farbe, UV-Öl oder fluoreszierendes Pulver,
Reinigungsmittel,
Entwickler
Härteprüfung
Härte mit dem Fallhärteprüfer (Skleroskophärte) prüfen.
Die Mindesthärte von 60 Skalenwerte (583 HRC) muß an 2/3 des Zapfenumfanges vorhanden sein.
Härten
Die Zapfen ohne gehärtete Radien können induktiv oder mit der Flamme gehärtet werden. Dagegen sind die Zapfen mit gehärteten Radien (Pfeile) grundsätzlich induktiv zu härten.
Ist dies nicht möglich, Kurbelwelle verschrotten.
Beim Härten der Zapfen ohne gehärtete Radien muß der Abstand A zwischen Härteauslauf und Radius (4 - 5 mm) eingehalten werden.
Kontrolle der Härtung Diese können aus Versuchshärtungen an verschrotteten Kurbelwellen entnommen werden. Härtung durch Ätzen der Zapfenoberfläche mit einer 2-%igen alkoholischen Salpetersäure (HNO3) prüfen. An der Zapfenoberfläche dürfen keine dunklen Flecken erscheinen. Die nicht gehärteten Radien färben sich dunkel. Dagegen müssen die gehärteten Radien genauso hell wie die Zapfenoberfläche sein. Zum Vergleich empfiehlt es sich, die Ätzung an einem metallographisch geprüften Zapfen vorzunehmen. Anschließend die Salpetersäure sorgfältig mit Alkohol abwaschen. | Korrosionsschutz |
Referenzierte Dokumente
- ra01001020005x 0005 - Allgemein: Motoren- und Typenübersicht, Leistung und Verdichtung Motor 102 außer 102.983/99 Einriementrieb
- ra0300102pr00x Programmierte Reparatur: Triebwerk Motor 102 Einriementrieb außer 102.983/99
- ra0300102ta00x Technische Änderungen: Triebwerk Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb