gf8210p2009flm

Fahrlichtansteuerung Funktion

Typ gf · Thema 82.10 · Version 0101 · 2013-07-08

Gültig für: TYP 212 ab Modell-J. 2014 außer CODE 640 (Scheinwerfer LED dynamisch SAE Rechtsverkehr) außer CODE 641 (Scheinwerfer LED dynamisch Linksverkehr) außer CODE 642 (Scheinwerfer LED dynamisch Rechtsverkehr)'

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 82 Elektrische Anlage, Aufbau › 82.10 Außenbeleuchtung — Baureihe 212

GF82.10-P-2009FLM

Fahrlichtansteuerung Funktion

8.7.13

TYP

212

ab Modell-J. 2014

außer CODE 640 (Scheinwerfer LED dynamisch SAE Rechtsverkehr)

außer CODE 641 (Scheinwerfer LED dynamisch Linksverkehr)

außer CODE 642 (Scheinwerfer LED dynamisch Rechtsverkehr)

Funktionsvoraussetzung allgemein

Keine Über- oder Unterspannung (Betriebsspannungsbereich U 7 17,5 V)

Fahrlichtansteuerung allgemein

Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen. Während der Fahrlichtansteuerung ist die Standlichtansteuerung aktiv, die im Dokument "Stand-/Parklichtansteuerung Funktion" beschrieben ist.

Die Funktion Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung

Funktionsablauf Fernlichtansteuerung

Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung

Funktionsablauf automatische Leuchtweitenregulierung (LWR)

Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Außenbeleuchtung (S1) ausgeführt. Das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung

Klemme 15 Ein

Den Klemmenstatus Klemme 15 sendet das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM vorn.

Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung

Durch Drehen des Schalters Außenbeleuchtung in die Stellung "manuelles Fahrlicht" wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.

Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein und sendet die Anforderung "Abblendlicht Ein" über Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) an das Steuergerät Scheinwerfer links (E1n9) und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts (E2n9).

Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert das Abblendlicht links (E1e2) in der Leuchteinheit vorn links (E1) an.

Das Steuergerät Scheinwerfer rechts steuert das Abblendlicht rechts (E2e2) in der Leuchteinheit vorn rechts (E2) an.

Zusätzlich sendet das Steuergerät SAM vorn die Anforderung "Abblendlicht Kontrolllampe Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument (A1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1e67) ansteuert.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Fernlichtansteuerung

Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 und Abblendlicht Ein

Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R Ein

Den Klemmenstatus Klemme 15 sendet das Steuergerät elektronisches Zündschloss über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.

Funktionsablauf Fernlichtansteuerung

Die Fernlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Fernlicht

Funktionsablauf Lichthupe

Funktionsablauf Fernlicht

Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.

Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1) an das Steuergerät SAM vorn.

Das Steuergerät SAM vorn empfängt die Schalterstellung des Kombischalters, generiert daraus die Anforderung "Fernlicht Ein", sendet diese über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument und steuert das Fernlicht links (E1e1) und das Fernlicht rechts (E2e1) direkt an. Das Kombiinstrument steuert die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) an.

Funktionsablauf Lichthupe

Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht. Zum Anfordern der Funktion Lichthupe muss der Kombischalter jedoch nach hinten gezogen werden.

Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal t = 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung

Funktion "Tagfahrlicht:" im Menü "Einstell.", "Licht" im Kombiinstrument aktiviert (außer Fahrzeuge mit Code (460) Kanada Ausführung)

Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h

Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO"

Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung

Das Kombiinstrument sendet die Anforderung "Tagfahrlicht Ein" abhängig von der Ländercodierung oder manuell im Menü "Einstell.", "Licht" aktiviert über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.

Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät SAM vorn.

Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.

Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.

Das Steuergerät SAM vorn liest alle Informationen ein, wertet diese aus und sendet die Anforderung "Tagfahrlicht Ein" über Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts.

Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert das Parklicht und Tagfahrlicht links (E1e13) an.

Das Steuergerät Scheinwerfer rechts steuert das Parklicht und Tagfahrlicht rechts (E2e13) an.

Bei Dunkelheit aktiviert das Steuergerät SAM vorn zusätzlich die Abblendlichtansteuerung. Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen-/Lichtsensor (B38/2) erfasst. Das Steuergerät SAM vorn liest die Daten des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN (LIN 2) ein.

Die Tagfahrlichtansteuerung wird deaktiviert, sobald der Schalter Außenbeleuchtung in die Stellung "Standlicht", "manuelles Fahrlicht" oder "Parklicht links" oder "Parklicht rechts" gedreht wird.

Bei Fahrzeugen mit Code (460) Kanada Ausführung beendet das Steuergerät SAM vorn die Tagfahrlichtansteuerung bei Fahrzeugstillstand nach Ablauf einer Zeitdauer von t = 3 min. Wenn das Fahrzeug dann wieder bewegt wird, aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Tagfahrlichtansteuerung automatisch.

Die Tagfahrlichtansteuerung hat gegenüber der automatischen Fahrlichtschaltung eine höhere Priorität. In Ländern mit gesetzlicher Tagfahrlichtvorschrift ist nur die Lichthupe, nicht aber das Fernlicht zulässig. Das Fernlicht ist nur zulässig, wenn das Fahrlicht manuell über den Schalter Außenbeleuchtung eingeschaltet wird (ohne Code (460) Kanada Ausführung oder ohne Code (494) USA-Ausführung).

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatische Fahrlichtschaltung

Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h

Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO"

Regen-/Lichtsensor meldet "Dunkelheit erkannt"

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung

Die automatische Fahrlichtschaltung ist eine reine Komfortfunktion und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.

Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät SAM vorn.

Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.

Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt und die Daten des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN ein.

Bei der automatischen Fahrlichtschaltung wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet.

Dies erfolgt abhängig von der Umgebungshelligkeit oder abhängig von den Aktivitäten der Wischeranlage:

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Regen-/Lichtsensor

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Wischeraktivitäten

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Regen-/Lichtsensor

Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen-/Lichtsensor ausgewertet. Das Steuergerät SAM vorn liest die Daten des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN ein und aktiviert bei erkannter Dunkelheit die Abblendlichtansteuerung.

Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Wischeraktivitäten

Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Wischeranlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Wisch-, Regen- oder Schlechtwetterlicht.

Das Steuergerät SAM vorn steuert die Wischeranlage und wertet hierfür die Daten des Regen-/Lichtsensors bzw. die Wischanforderung über den Kombischalter aus.

Bei Aktivierung der Scheibenwischeranlage für t 20 s mit einer Wischzykluszeit von t < 6 s aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für t 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.

Bei Ausfall des Regen-/Lichtsensors wird die automatische Fahrlichtschaltung erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert. Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt die automatische Fahrlichtschaltung eingeschaltet.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt die automatische Fahrlichtschaltung für weitere t = 60 s aktiv.

Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktiver automatischer Fahrlichtschaltung

Fahrtantritt

Standlicht

Abblendlicht

Klemme 15C Aus

Aus

Aus

Klemme 15C Ein

Aus

Aus

Klemme 15R Ein

Ein

Aus

Klemme 15 Ein

Ein

Aus

Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h

Ein

Ein (Fernlicht zulässig)

Fahrtende

Standlicht

Abblendlicht

Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h

Ein

Ein (Fernlicht zulässig)

Klemme 15 Ein

Ein

Aus

Klemme 15R Ein

Ein

Aus

Klemme 15C Ein (Fahrertür geschlossen)

Ein

Aus

Klemme 15C Ein (Fahrertür geöffnet)

Aus

Aus

Klemme 15C Aus

Aus

Aus

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatische LWR

Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt

Fahrlicht Ein (Abblend-/Fernlicht)

Funktionsablauf automatische LWR

Die automatische LWR ermöglicht die Korrektur der Leuchtweite der Fahrzeugscheinwerfer entsprechend der Beladung bzw. den fahrdynamisch bedingten Nickbewegungen des Fahrzeugs.

Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts.

Bestimmung des Fahrzeugniveaus:

Bei Typ 212.0/1 ohne Code (488) Stahl-/Luftfederung und ohne Code (489) AIRMATIC (Luftfederung mit kontinuierlicher Verstelldämpfung) liest das Steuergerät Scheinwerfer links die Signale des Niveausensors hinten links (B22/7) direkt ein.

Bei Typ 212.2 ohne Code (488) Stahl-/Luftfederung und ohne Code (489) AIRMATIC (Luftfederung mit kontinuierlicher Verstelldämpfung) liest das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse (N97) die Signale des Niveausensors hinten links und des Niveausensor hinten rechts (B22/10) direkt ein. Das Steuergerät Elektronische Niveau-Regulierung Hinterachse sendet alle zur Auswertung des Fahrzeugniveaus erforderlichen Daten über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts.

Bei Typ 212 mit Code (488) Stahl-/Luftfederung oder Code (489) AIRMATIC (Luftfederung mit kontinuierlicher Verstelldämpfung) sendet das Steuergerät AIRMATIC (N51/3) alle zur Auswertung des Fahrzeugniveaus erforderlichen Daten über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts. Hierfür wertet das Steuergerät AIRMATIC die Daten des Niveausensors hinten links, des Niveausensors vorn links (B22/8), des Niveausensors vorn rechts (B22/9) und des Niveausensors hinten rechts aus.

Um Toleranzen des Fahrwerks auszugleichen, wird am Produktionsende eine Nullpunktprogrammierung durchgeführt. Bei erfolgreicher Programmierung erfolgt eine optische Rückmeldung durch den Bewegungsablauf der Scheinwerfereinsätze "Mitte-Unten-Oben-Mitte".

Bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit arbeitet die automatische LWR im "statischen Modus" mit einer geringen Verstellgeschwindigkeit.

Bei Fahrzeugbeschleunigung wird der "dynamische Modus" aktiviert, in dem die Reaktionszeit der automatischen LWR deutlich verkürzt ist.

Abhängig von der Geschwindigkeitsänderung und von Zusatzsignalen wie Brems- und Gaspedalstellung wird der "dynamische Modus" aktiviert.

Bei stehendem Fahrzeug erfolgt die automatische LWR im "dynamischen Modus".

Informationen zu Raddrehzahl, als Indikator der Fahrzeuggeschwindigkeit, sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (Typ 212 (außer 212.074/092/095/098/274/292/298) ohne Code (233) DISTRONIC PLUS), das Steuergerät rekuperatives Bremssystem (N30/6) (Typ 212.095/098/298) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (Typ 212 (außer 212.095/098/298) mit Code (233) DISTRONIC PLUS, Typ 212.074/092/274/292) über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät SAM vorn und Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Scheinwerfer links und an das Steuergerät Scheinwerfer rechts.

Beide Steuergeräte Scheinwerfer empfangen diese Informationen und kommunizieren über Fahrwerk-CAN 2 miteinander.

Die Steuergeräte Scheinwerfer arbeiten in Master-Slave-Kombination, wobei das Steuergerät Scheinwerfer links als Master fungiert und das Steuergerät Scheinwerfer rechts synchronisiert.

Das Steuergerät Scheinwerfer links steuert den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) an.

Das Steuergerät Scheinwerfer rechts steuert den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) an.

Funktionsschema Elektrik Fahrlichtansteuerung

PE82.10-P-2059-97DAC

Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung

GF82.10-P-9998FLM

Referenzierte Dokumente