gf4920s3000ps

Abgasreinigung Funktion

Typ gf · Thema 49.20 · Version 0101 · 2019-01-22

Gültig für: Motor 642 im Typ 470, 471

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 49 Abgasanlage, Abgasreinigung › 49.20 Abgasnachbehandlung — Baureihe 470 · Baureihe 471

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 642 ***

GF49.20-S-3000PS

Abgasreinigung Funktion

22.01.2019

Motor

642 im Typ 470, 471

Abgasreinigung Funktion

S07.10-0047-79

Blockschaltbild

A1/1

Steuergerät Kombiinstrument (KI)

N14/8

Glühendstufe

A1/1e58

Kontrollleuchte Motordiagnose

N15/11

Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (mit Code G42 (7G-TRONIC PLUS))

A1/1p13

Multifunktionsdisplay

N93

Zentrales Gateway (ZGW)

A97/1

Steuergerät NOx-Sensor vor SCR-Katalysator

N141

Steuergerät AdBlue® (SCR)

A97/2

Steuergerät NOx-Sensor nach SCR-Katalysator

R9

Glühkerzen

B1

Motoröltemperatur-Sensor

CAN C

Antriebs-CAN

B16/15

Temperatursensor vor SCR-Katalysator (mit Code MA6 (Emissionsklasse Euro 6b N1 GR.III/N2))

CAN E

Fahrwerk-CAN

B19/7

Temperatursensor vor Katalysator

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

B19/9

Temperatursensor vor Dieselpartikelfilter

CAN I

Antriebssensor-CAN

B19/11

Temperatursensor vor Abgasturbolader

LIN C3

Antriebsstrang-LIN

B28/8

Differenzdrucksensor DPF

A

Mercedes-Benz

B37/4

Fahrpedalmodul

B

Nissan

B70

Hallsensor Kurbelwelle

C

Standard

N3/28

Steuergerät CDI

D

Option

Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein

Klemme 87M (Motormanagement EIN)

Motor läuft.

Abgasreinigung allgemein

Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:

Stickoxide (NOx)

Kohlenwasserstoffe (CH)

Kohlenmonoxid (CO)

Rußpartikel

Durch folgende Teilfunktionen wird die Schadstoffreduzierung unterstützt:

Einlasskanalabschaltung (EKAS)

Dieselpartikelfilter (DPF)

Abgasrückführung (AGR)

Einspritzung des Reduktionsmittels AdBlue® (mit Code MR6 (Emissionsklasse Euro 6c N1 GR.III/N2))

Das Steuergerät CDI (N3/28) liest folgende Signale ein:

Temperatursensor vor SCR-Katalysator (B16/15) (mit Code MA6 (Emissionsklasse Euro 6b N1 GR.III/N2))

Temperatursensor vor Katalysator (B19/7)

Temperatursensor vor Dieselpartikelfilter (B19/9)

Temperatursensor vor Abgasturbolader (B19/11)

Differenzdrucksensor DPF (B28/8)

Steuergerät NOx-Sensor vor SCR-Katalysator (A97/1) über den Antriebssensor-CAN (CAN I)

Steuergerät NOx-Sensor nach SCR-Katalysator (A97/2) über den Antriebssensor-CAN

Abgasreinigung Funktionsablauf

Folgende Teilsysteme sind an der Abgasreinigung beteiligt:

Funktionsablauf Oxidationskatalysator

Funktionsablauf Dieselpartikelfilter

Funktionsablauf SCR-Katalysator

Funktionsablauf Einlasskanalabschaltung

Funktionsablauf Oxidationskatalysator

Der Oxidationskatalysator sorgt für die Verringerung von Kohlenwasserstoff (CH), Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxiden (NOx) und erzeugt bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter durch eine Nachverbrennung die erforderliche thermische Energie für die DPF­Regenerationsphase.

Funktionsablauf Dieselpartikelfilter

Der DPF besteht aus einem keramischen Wabenfilterkörper aus Siliziumkarbid, der mit dem Edelmetall Platin beschichtet ist.

Die Kanäle des DPF sind wechselnd vorn und hinten geöffnet und durch die porösen Filterwände des Wabenfilterkörpers voneinander getrennt.

Das durch den Oxidationskatalysator vorgereinigte Abgas strömt in die nach vorn offenen Kanäle des DPF ein und gelangt durch die porösen Filterwände des Wabenfilterkörpers in die nach hinten offenen Kanäle. Danach wird das gereinigte und gefilterte Abgas durch die Abgasanlage abgeführt. Die Rußpartikel werden im Wabenfilterkörper des DPF zurückgehalten.

Überschreitet der Rußgehalt einen kennfeldabhängigen Wert, leitet das Steuergerät CDI, bei gegebenen Regenerationsvoraussetzungen, die Regenerationsphase ein. Den Rußgehalt im DPF erhält das Steuergerät CDI über den Differenzdrucksensor DPF.

Die Regeneration erfolgt über eine periodische Erhöhung der Abgastemperatur. Dazu werden folgende Funktionen vom Steuergerät CDI eingeleitet:

Eine zusätzliche Nacheinspritzung über die Kraftstoffinjektoren

DPF-Glühen über Antriebsstrang-LIN (LIN C3) und die Glühendstufe (N14/8) zu den Glühkerzen (R9)

Schaltlinienverschiebung über den Antriebs-CAN (CAN C) durch die elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (N15/11) (mit Code G42 (7G-TRONIC PLUS))

Durch die Erhöhung der Abgastemperatur werden die im DPF eingelagerten Rußpartikel überwiegend zu Kohlendioxid (CO2) verbrannt. Die entstehende Asche bleibt im DPF zurück.

Vom Temperatursensor vor Abgasturbolader und vom Temperatursensor vor Dieselpartikelfilter wird die Abgastemperatur während der Regeneration überwacht.

Der Differenzdrucksensor DPF ermittelt über die Abgasdruckleitungen vor DPF und nach DPF die Druckdifferenz zwischen dem Abgasdruck vor und nach dem DPF. Anhand der Druckdifferenz und der vom Steuergerät CDI errechneten Abgasmasse wird über ein Kennfeld der Rußpartikelgehalt im DPF ermittelt. Eine notwendige Wartung des DPF wird durch die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1/1e58) im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) signalisiert.

Eine unterbrochene Regeneration wird bei Kurzstreckenfahrten auf mehrere Fahrzyklen verteilt. Die Vorheizphasen bis zum Erreichen der notwendigen Regenerationstemperatur sind dadurch häufiger. Der Regenerationsvorgang läuft für den Kunden unbemerkbar ab.

Funktionsablauf SCR-Katalysator

Die vom Motor ausgestoßenen Abgase werden in einem Oxidationskatalysator, einem Dieselpartikelfilter und einem SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktion) gereinigt.

Durch Oxidation werden im Oxidationskatalysator Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoff (CH) zu CO2 und Wasser (H2O) umgewandelt. Der DPF besteht aus einem keramischen Wabenfilterkörper aus Siliziumkarbid, der mit dem Edelmetall Platin beschichtet ist.

Vor dem SCR-Katalysator wird das Reduktionsmittel AdBlue® eingespritzt, welches sich durch Thermolyse (wärmebedingte chemische Reaktion) und Hydrolyse (wasserbedingte chemische Reaktion) in Ammoniak (NH3) umwandelt.

Zwischen dem Dosierventil AdBlue® und dem SCR-Katalysator befindet sich ein Mischelement. Es sorgt für eine verbesserte Hydrolyse des Reduktionsmittels AdBlue® und für eine gleichmäßigere Verteilung des AdBlue® vor dem SCR-Katalysator.

Das im Abgas enthaltene NOx wird im SCR-Katalysator zusammen mit dem Ammoniak (NH3) in molekularen Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt.

Die erforderliche Reduktionsmittelmenge wird vom Steuergerät CDI kennfeldabhängig berechnet und über den Antriebssensor-CAN (CAN I) an das Steuergerät AdBlue® (SCR) (N141) übermittelt. Dies veranlasst dann die kennfeldabhängige Einspritzung der berechneten Reduktionsmittelmenge AdBlue® durch das Dosierventil AdBlue®.

Die Umwandlungsrate des NOx-Anteils im Abgas ist temperaturabhängig und beträgt bis zu 80 %. Die Reduzierung des Rußanteils beträgt ca. 99 %.

Ist der Füllstand "Reserve" im AdBlue® Behälter erreicht, wird dem Fahrer parallel zu einem akustischen Signal über das Multifunktionsdisplay (A1/1p13) im Kombiinstrument mitgeteilt, dass dieser die Werkstatt aufsuchen soll und eine entsprechende Wartung durchgeführt werden muss.

Ist der Füllstand "Leer" im AdBlue® Behälter erreicht, erfolgt über ein Rechnermodell eine Plausibilitätsprüfung des Füllstands "Leer". Ergibt die Plausibilitätsprüfung ebenfalls den Füllstand "Leer", erfolgt parallel zu einem akustischen Signal ein Eintrag im Fehlerspeicher des Steuergeräts CDI und die Ansteuerung der Kontrollleuchte Motordiagnose im Kombiinstrument. Ab diesem Zeitpunkt stehen maximal 20 Starts mit einer angenommenen Fahrtstrecke von jeweils 32 km zur Verfügung. Die Anzahl der noch zur Verfügung stehenden Starts wird im Kombiinstrument angezeigt. Nach dem letzten verbliebenen "Start" kann das Fahrzeug nicht mehr in Betrieb genommen werden.

Funktionsablauf Einlasskanalabschaltung

Die Einlasskanalabschaltung (EKAS) bewirkt in allen Lastzuständen des Motors das bestmögliche Verhältnis zwischen Luftverwirbelung und Luftmasse.

Das Steuergerät CDI liest zur EKAS zusätzlich folgende Signale ein:

Motoröltemperatur-Sensor (B1)

Atmosphärendrucksensor (im Steuergerät CDI integriert), für den Atmosphärendruck.

Fahrpedalmodul (B37/4), für die Lasterkennung

Den Hallsensor Kurbelwelle (B70), für die Motordrehzahl

Nach Auswertung der Eingangssignale steuert das Steuergerät CDI den Steller Einlasskanalabschaltung mit einem pulsweitenmodulierten Signal an. Im unteren Motordrehzahl- und Motorlastbereich wird die Hälfte der Einlasskanäle (2 Einlasskanäle pro Zylinder vorhanden) über Klappen der EKAS verschlossen.

In den offenen Einlasskanälen erhöht sich somit die Strömungsgeschwindigkeit. Dies führt zu einem höheren Drall, der eine bessere Verwirbelung bewirkt. Dies verbessert die Verbrennung und hat unter anderem eine Verminderung der Rußpartikel im Abgas zur Folge.

Mit steigender Motordrehzahl und Motorlast werden die verschlossenen Einlasskanäle kontinuierlich geöffnet, sodass für jede Betriebsphase des Motors das bestmögliche Verhältnis zwischen Luftverwirbelung und Luftmasse zur Verfügung steht. Das Abgasverhalten und die Motorleistung werden somit optimiert.

Bei einem Fehler oder bei Unterbrechung der Versorgungsspannung werden die Klappen durch Federkraft geöffnet.

Funktionsschema Abgasreinigung

PE49.00-S-2500-97PV

Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)

GF07.16-S-9997PS

Referenzierte Dokumente