P42.47-2133-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N3/10 | Steuergerät ME (bei Benzinmotor) | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | ||
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N10/6 | Steuergerät SAM vorn | S68/3 | Schalter Gurtschloss Fahrer | ||
A85/1s1 | Mikroschalter Vorraste Vordertür rechts | N10/8 | Steuergerät SAM hinten | S163/1 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad Kombiinstrument | ||
A85s1 | Mikroschalter Vorraste Vordertür links | N28/1 | Steuergerät Anhängererkennung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung)) | X11/4 | Diagnosekupplung | ||
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | N30/4 | Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm | Y3/8n4 | Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung | ||
B37 | Fahrpedalsensor | N49 | Lenkradwinkelsensor | CAN B | InnenraumCAN | ||
B150 | Bremsunterdrucksensor | N62 | Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (ParkPilot mit PARKTRONIC) oder mit Code P44 (ParkPaket)) | CAN C | MotorCAN | ||
E3 | Leuchteinheit hinten links | N62/4 | Steuergerät MercedesBenz Intelligent Drive (mit Code 23P (FahrassistenzPaket) oder mit Code P20 (FahrassistenzPaket Plus)) | CAN C1 | AntriebsCAN | ||
E4 | Leuchteinheit hinten rechts | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | CAN D | DiagnoseCAN | ||
E21 | Bremsleuchte Mitte | N69/1 | Steuergerät Vordertür links | CAN H | FahrdynamikCAN | ||
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | N69/2 | Steuergerät Vordertür rechts | CAN HMI | BenutzerschnittstelleCAN | ||
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | CAN PER | PeripherieCAN | ||
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | Flex E | FahrwerkFlexRay | ||
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | LIN E1 | LenkungsLIN | ||
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | N135 | Lenkradelektronik | ||||
N3/9 | Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) | S9/1 | Schalter Bremslicht |
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Antriebsstrang betriebsbereit
Motor läuft
ADAPTIVE BRAKE funktionsfähig
ADAPTIVE BRAKE allgemein
ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit. Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:
Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit
Das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über AntriebsCAN, Steuergerät Antriebsstrang und FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Raddrehzahlen, Fahrzeuggeschwindigkeit
Die Raddrehzahlen werden von den Drehzahlsensoren erfasst. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein.
Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm errechnet aus den Raddrehzahlen die Fahrzeuggeschwindigkeit.
Lenkradwinkel
Der Lenkradwinkel wird vom Lenkradwinkelsensor erfasst. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Signale des Lenkradwinkelsensors direkt ein und sendet den Lenkradwinkel über FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Gierrate, Querbeschleunigung
Das Steuergerät Supplemental Restraint System erfasst Daten zur Eigendynamik des Fahrzeugs und sendet diese über FahrdynamikCAN an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Status Bremspedal
Der Status des Bremspedals wird vom Schalter Bremslicht erfasst. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm liest den Status des Schalters Bremslicht direkt ein.
Bremsdruck
Der Bremsdruck wird von der Hydraulikeinheit Traktionssystem erfasst. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm liest die Signale der Hydraulikeinheit Traktionssystem direkt ein.
Motordrehmoment
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zum aktuell verfügbaren Motordrehmoment über AntriebsCAN, Steuergerät Antriebsstrang und FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Eingelegte Fahrstufe
Das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung sendet Informationen zur eingelegten Fahrstufe über AntriebsCAN, Steuergerät Antriebsstrang und FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ADAPTIVE BRAKE BasisSystem (außer Code 23P (FahrassistenzPaket))
ADAPTIVE BRAKE PremiumSystem (mit Code 23P (FahrassistenzPaket))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen ADAPTIVE BRAKE.
Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Elektronisches StabilitätsProgramm (ESP®)
Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
Funktionsablauf Torque Vectoring Brake
Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)
Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches TraktionsSystem (ETS)
Funktionsablauf BremsAssistentSystem (BAS)
Funktionsablauf BremsAssistentSystem PLUS (BAS PLUS) (mit Code 23P (FahrassistenzPaket))
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USAAusführung))
Funktionsablauf Trockenbremsen
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Funktionsablauf HOLDFunktion
Funktionsablauf ESP® passiv schalten
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
Funktionsablauf PRESAFE® System (mit Code 23P (FahrassistenzPaket) oder mit Code 292 (PRESAFE® Impuls Seite))
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Funktionsablauf Lenkassistenz
Funktionsablauf SeitenwindAssistent
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Funktionsablauf ESP®
ESP® verhindert das Ausbrechen beim Über oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht. Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt. Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.
Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:
Giergeschwindigkeit
Lenkradwinkel
Bremsdruck
Motordrehmoment
Getriebeschaltstufe
Querbeschleunigung
Raddrehzahl
Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeugs entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.
Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:
Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeugs bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm sendet über FahrwerkFlexRay, das Steuergerät elektronisches Zündschloss, den PeripherieCAN, das Steuergerät Antriebsstrang und den MotorCAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffs unterdrückt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm ein Signal über FahrwerkFlexRay, das Steuergerät Antriebsstrang und den AntriebsCAN an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses unterdrückt den Schaltvorgang.
Funktionsablauf EBV
Die Funktion EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung. EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird. Mithilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunkts) ermittelt.
Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motordrehmoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.
Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.
Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus
ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert ist. ESP®, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnanzeige Elektronisches StabilitätsProgramm und die Kontrollleuchte Antiblockiersystem im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über XENTRY Diagnostics aktiviert werden.
Funktionsablauf Torque Vectoring Brake
Torque Vectoring Brake ist die aktive Beeinflussung des Gierwinkels bzw. der Gierwinkelbeschleunigung durch Bremseingriffe an der Hinterachse. Bei Kurvenfahrten bewirkt ein kurzer Bremseingriff am kurveninneren Hinterrad ein definiertes Eindrehen des Fahrzeugs. Das Fahrzeug lenkt präziser und beherrschbarer ein und die Agilität und Fahrsicherheit werden spürbar verbessert. Torque Vectoring Brake ermöglicht stabile Kurvenfahrten ohne merkliche Beschleunigungsverluste im sportlichen Fahrbereich.
Funktionsablauf ABS
Das ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis es sich wieder dreht.
Funktionsablauf ASR, ETS
ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.
Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm über FahrwerkFlexRay, das Steuergerät Antriebsstrang und den MotorCAN ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (bei Benzinmotor), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.
Funktionsablauf BAS
BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm wertet hierfür den Grad des Druckanstiegs in der Bremsanlage aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Aktivierungsschwelle eine Notbremsung ein.
Funktionsablauf BAS PLUS (mit Code 23P (FahrassistenzPaket))
BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung des vorausfahrenden Fahrzeugs den Bremsdruck.
Funktionsablauf Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal. Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand durch das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm liest zudem das Signal des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck in der Bremsanlage belassen.
Nach Lösen des Bremspedals und erkanntem Anfahrwunsch wird der Bremsdruckabbau über die Momentenbilanzierung gesteuert. Diese berücksichtigt das Hangabtriebsmoment, das Gesamtbremsmoment und das verfügbare Antriebsmoment.
Herrscht ein genügend hohes Anfahrmoment, wird die Berganfahrhilfe beendet und das Fahrzeug fährt an, ohne in die ungewünschte Fahrtrichtung anzurollen.
Betätigt der Fahrer das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in der Bremsanlage abgebaut.
Die Berganfahrhilfe wird sofort abgebrochen, wenn
der Motor abgestellt wird, außer der Motor wird über die ECO StartStoppFunktion abgestellt.
der Fahrer den Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals abbricht.
ein Gangwechsel Vorwärts/Rückwärtsgang erfolgt.
ein Gangwechsel nach Wählhebelstellung "N" erfolgt.
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist.
das Fahrzeug rutscht.
Die Berganfahrhilfe funktioniert nicht, wenn
auf ebener Strecke oder bergab angefahren wird.
sich das Getriebe in Wählhebelstellung "N" befindet.
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist.
ESP® gestört ist.
das Fahrzeug rutscht.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USAAusführung))
Fahrzeuggeschwindigkeit > 50 km/h
Verzögerung 7,5 m/s2
BAS ausgelöst
ABS regelt an beiden Vorderrädern.
Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USAAusführung))
Im Falle einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm ein entsprechendes Signal über den FahrwerkFlexRay und InnenraumCAN mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Steuergerät SAM hinten.
Vom Steuergerät SAM hinten werden für die Dauer des Signals (mind. 1 s) die Leuchteinheit hinten links, die Leuchteinheit hinten rechts und die Bremsleuchte Mitte mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz angesteuert. Kommt das Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit > 70 km/h (kein Stadtverkehr) zum Stillstand, werden die Bremslichter und die Zusatzbremsleuchte wieder dauerhaft angesteuert. Zusätzlich wird die automatische Warnblinkfunktion aktiviert. Überschreitet das Fahrzeug anschließend wieder eine Geschwindigkeit von 10 km/h, wird die Warnblinkanlage automatisch wieder ausgeschaltet.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
Kein Bremseingriff durch ein Managementsystem
Geschwindigkeit v > 30 km/h
Scheibenwischanlage eingeschaltet
Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät SAM vorn über InnenraumCAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm gesendet.
Funktionsablauf Trockenbremsen
Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca. 0,5 s) mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es wird eine Verkürzung des Bremswegs erreicht.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.
Um die berechnete Aktivierungsschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.
Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. ESP® Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.
Funktionsablauf HOLDFunktion
Die HOLDFunktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr oder beim Anfahren am Berg. Durch zügiges Nachtreten auf das betätigte Bremspedal im Stillstand wird die HOLDFunktion aktiviert.
Die erfolgreiche Aktivierung der HOLDFunktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.
Die HOLDFunktion kann eingeschaltet werden, wenn
das Fahrzeug steht.
wenn die Fahrertür geschlossen ist oder bei angelegtem Sicherheitsgurt.
sich der Wählhebel nicht in Stellung "P" befindet.
der Motor läuft oder durch die ECO StartStoppFunktion abgestellt ist.
DISTRONIC PLUS nicht aktiv ist (bei ADAPTIVE BRAKE PremiumSystem (mit Code 23P (FahrassistenzPaket))).
die elektrische Feststellbremse nicht festgestellt ist oder sich im Feststellvorgang befindet.
keine Abschaltung in der Stillstandskontrolle vorliegt.
das Fahrzeug nicht rutscht.
Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Druckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig von der Stillstandskontrolle ausgeführt.
Die HOLDFunktion wird automatisch ausgeschaltet, wenn
das Fahrpedal betätigt wird (außer in Stellung "N").
der Wählhebel in Stellung "P" ist (bei Automatikgetriebe).
das Bremspedal erneut mit einem bestimmten Druck betätigt wird, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt.
die elektrische Feststellbremse festgestellt ist.
DISTRONIC PLUS aktiviert wird.
das Bremspedal betätigt ist und das Fahrzeug rutscht.
Funktionsablauf ESP® passiv schalten
Die Funktion ESP® kann im Fahrbetrieb mit der Tastengruppe Multifunktionslenkrad Kombiinstrument über das Menü "Assistenz" und das Untermenü "ESP®" des Kombiinstruments passiv geschaltet werden.
Die Tastengruppe Multifunktionslenkrad Kombiinstrument sendet die Bediensignale über folgenden Weg:
Lenkradelektronik
LenkungsLIN (bei Typ 257) oder LenkradCAN (bei Typ 290)
Steuergerät Mantelrohrmodul
FahrwerkFlexRay
Steuergerät elektronisches Zündschloss
BenutzerschnittstelleCAN
Kombiinstrument
Das Kombiinstrument sendet dann die Anforderung "ESP® OFF" über den BenutzerschnittstelleCAN und FahrwerkFlexRay mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm. Wenn die Funktion passiv geschaltet ist, leuchtet die Warnanzeige Elektronisches StabilitätsProgramm im Kombiinstrument auf. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem ESP® angehoben. Das ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP® immer aktiv.
Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
Die ESP® Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Eine auftretende Gespanninstabilität wird anhand der Signale vom Steuergerät Supplemental Restraint System erkannt. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm empfängt diese Informationen über den FahrdynamikCAN.
Die ESP® Anhängerstabilisierung greift sensibler ein, wenn eine Anhängevorrichtung ab Werk verbaut ist. Bei nachgerüsteten Anhängevorrichtungen ist die Stabilisierung durch den Standardeingriff sichergestellt.
Die ESP® Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Motormomentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern. Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.
Funktionsablauf PRESAFE® System (mit Code 23P (FahrassistenzPaket) oder mit Code 292 (PRESAFE® Impuls Seite))
Das PRESAFE® System wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Fahrzeuginsassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.
Das PRESAFE® System ist im Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm eine der folgenden Situationen, wird das PRESAFE® System aktiviert:
PanikNachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)
Starkes Übersteuern (ausbrechender Heckbereich in Verbindung mit starken ESP® Regeleingriffen)
Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)
Schnelle Lenkbewegungen, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können.
Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)
Die Stillstandskontrolle (SSK) überwacht die bremsenden Fahrerassistenzsysteme unterhalb einer Geschwindigkeit von 10 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeugs. Die SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.
Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK von den Fahrerassistenzsystemen angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Bei Fahrzeugen mit ADAPTIVE BRAKE PremiumSystem (mit Code 23P (FahrassistenzPaket)) ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung der SSK ab, wird durch einen aktiven Druckaufbau der Solldruck der SSK wieder eingestellt.
Eine Sicherung des Fahrzeugs durch die SSK wird bei Eintritt folgender Ereignisse notwendig:
Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)
Motor AUS, außer der Motor wird über die ECO StartStoppFunktion abgestellt.
Unter und Überspannung (außer durch Unterspannung während Warmstart)
Anforderung zur Sicherung des Fahrzeugs (z. B. DISTRONIC PLUS)
ESP® und FlexRayFehler, die zu einer temporären Abschaltung führen.
SSKÜberwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen.
Ablauf der definierten hydraulischen Haltedauer von 10 min
TürkontaktPlausibilitätsprüfung
Die Plausibilitätsprüfung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Mikroschalter Vorraste Vordertür links oder Mikroschalter Vorraste Vordertür rechts (abhängig von der globalen Ländercodierung Rechts oder Linkslenker), eingelesen vom Steuergerät Vordertür links oder Steuergerät Vordertür rechts und über InnenraumCAN und FahrwerkFlexRay, mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss zum Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm. Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der TürkontaktPlausibilitätsprüfung in der SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm gespeichert.
SSKAbschaltung
Eine Abschaltung der SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm und extern über FahrwerkFlexRay mitgeteilt. Eine Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme ist nicht mehr möglich.
Zusätzlich wird bei einer SSKAbschaltung und einem aktiven Fahrerassistenzsystem sofort die Sicherung des Fahrzeugs angefordert.
Sicherung des Fahrzeugs
Eine Sicherung des Fahrzeugs erfolgt über das Komfortsicherungssystem der elektrischen Feststellbremse, die von der SSK zum Schließen aufgefordert wird. Nach Umsetzung der Schließanforderung vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Wird die Schließanforderung durch die elektrische Feststellbremse nicht innerhalb einer definierten Zeit umgesetzt oder signalisiert die elektrische Feststellbremse der SSK eine Systemstörung, wird die elektrische Feststellbremse als defekt erkannt und die Sicherungsstrategie wird aktiv.
Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder NotPPfad
Die Sicherungsstrategie erfolgt über das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über FahrwerkFlexRay, das Steuergerät Antriebsstrang und den AntriebsCAN an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung und einer Rückmeldung an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Signalisiert das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die NotPFunktion des Steuergeräts elektronisches Zündschloss die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt.
Dazu empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm über FahrwerkFlexRay und sendet selbst eine Anforderung an das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung. Empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung vom Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung, wird der NotPPfad nach Freischaltung durch das Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung vom Steuergerät elektronisches Zündschloss bestromt und die Fahrstufe "P" im Steuergerät elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.
Funktionsablauf Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen dabei, das optimale Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mithilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm erfasst. Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Lenkassistenz, Anforderung" über FahrwerkFlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen SeitenwindAssistent
Fahrzeuggeschwindigkeit 80 bis 220 km/h
Geradeausfahrt oder leichte Kurvenfahrt
Funktionsablauf SeitenwindAssistent
Die Funktion SeitenwindAssistent unterstützt den Fahrer bei starken Seitenwindböen und minimiert dabei die Gierreaktion und den Spurversatz des Fahrzeugs durch kurskorrektive Bremseingriffe. Das Steuergerät Supplemental Restraint System erfasst bei stark wechselnden Windböen die Bewegungen des Fahrzeugs und sendet die Signale über den FahrdynamikCAN an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm verarbeitet außerdem über FahrwerkFlexRay den Lenkradwinkel vom Lenkradwinkelsensor, eingelesen vom Steuergerät Mantelrohrmodul, die Raddrehzahlen und die Bremsdrücke sowie die Zahnstangenposition vom Steuergerät elektrische Servolenkung.
Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
Kontrollleuchte Antiblockiersystem
Kontrollleuchte Feststellbremse
Warnanzeige Elektronisches StabilitätsProgramm
Warnanzeige Bremsanlage
Meldungen im Kombiinstrument
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches StabilitätsProgramm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM vorn eingelesen und über den InnenraumCAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den BenutzerschnittstelleCAN an das Kombiinstrument gesendet.
Beim halb automatischen Ein und Ausparken empfängt das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm die Informationen zum Restweg bis zum definierten Hindernis vom Steuergerät Parksystem (mit Code 235 (ParkPilot mit PARKTRONIC) oder mit Code P44 (ParkPaket)) über FahrwerkFlexRay. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm berechnet das erforderliche Bremsmoment und steuert die Hydraulikeinheit Traktionssystem mit dem Erreichen der Rangierpunkte oder der Zielparkposition entsprechend an. Das Fahrzeug wird abgebremst.
Referenzierte Dokumente
- gf4247p9996fr Übersicht Systembauteile ADAPTIVE BRAKE