Anordnung
Der Achsmodulator Hinterachse ist mittig an einem Halter am Rohrquerträger im Bereich über der Antriebsachse angebaut.
A21 | Achsmodulator Hinterachse |
W42.25-A036-76
Aufgabe
Der Achsmodulator Hinterachse hat folgende Aufgaben:
Regelung des Bremsdrucks an der Hinterachse.
Zurückhalten des redundanten Bremsdrucks bei intakten elektronischen Bremssystem.
Meldung des aktuellen Istwerts des eingesteuerten Bremsdrucks an das Steuergerät elektronisches Bremssystem (EBS) (A10b) während des elektronisch geregelten Bremsvorgangs.
Durchführung von Systemdiagnosen.
Kommunikation mit dem Steuergerät elektronisches Bremssystem über den Bremsen-CAN (CAN 6).
Erfassung der Signale des Drehzahlsensors Hinterachse links (B15) und des Drehzahlsensors Hinterachse rechts (B16) an den Rädern der Vorderachse bei intaktem elektronischen Bremssystem und Weiterleitung an das Steuergerät elektronisches Bremssystem.
Aufbau
4 | Steueranschluss (redundanter Bremsdruck) |
11 | Energiezufluss (Vorratsdruck Bremskreis Hinterachse) |
12 | Energiezufluss (Vorratsdruck Bremskreis Hinterachse) |
21 | Energieabfluss (Bremsdruck zum Kombibremszylinder) |
22 | Energieabfluss (Bremsdruck zum Kombibremszylinder) |
31 | Anschluss Atmosphäre (Entlüftung) |
32 | Anschluss Atmosphäre (Entlüftung) |
A21 | Achsmodulator Hinterachse |
AV | Auslassventil |
D | Drucksensor |
DR | Drossel |
DZ | Drehzahlsensor |
EV | Einlassventil |
F | Filter |
RD | Ventil für Redundanzwegschaltung |
RV | Relaisventil |
W42.25-A032-06
Der Achsmodulator Hinterachse ist im Prinzip wie ein doppelter Achsmodulator Vorderachse aufgebaut. Beide Seiten der Hinterachse werden daher sowohl EBS- als auch ABS-individuell geregelt.
Funktion
Bremsvorgang mit elektronischer Regelung
Bremse betätigt (Druck einsteuern)
Die Einlassventile (EV) werden bestromt und schalten in Durchgangsstellung (getaktet). Die Auslassventile (AV) bleiben unbestromt (Sperrstellung). Der am Energiezufluss (11) bzw. Energiezufluss (12) anstehende Vorratsdruck gelangt als Steuerdruck an die Relaisventile (RV). Die Ventile für Redundanzwegschaltung (RD) werden ebenfalls bestromt und schalten in Sperrstellung, damit der am Steueranschluss (4) anstehende redundante Bremsdruck nicht zusätzlich auf die Relaisventile (RV) wirkt. Entsprechend dem Steuerdruck werden die Relaisventile (RV) geöffnet und der am Eingang der Relaisventile (RV) anstehende Vorratsdruck wird als Bremsdruck zum Energieabfluss (21) bzw. Energieabfluss (22) durchgesteuert. Die Drucksensoren (D) erfassen den eingesteuerten Bremsdruck und melden diesen an das Steuergerät elektronisches Bremssystem.
Die getaktete Ansteuerung der Ventile verursacht knarrende Geräusche. Diese Geräusche weisen nicht auf einen defekten Achsmodulator Hinterachse hin.
Bremse betätigt (Druck halten)
Die Einlassventile (EV) werden abgeschaltet, damit der Steuerdruck an den Relaisventilen (RV) nicht weiter ansteigt. Die Auslassventile (AV) verbleiben weiterhin in Sperrstellung. Nur die Ventile für Redundanzwegschaltung (RD) bleiben bestromt.
Bremse betätigt (Druck absenken, jedoch nicht komplett lösen)
Die Einlassventile (EV) und die Ventile für Redundanzwegschaltung (RD) verbleiben weiterhin in Sperrstellung. Die Auslassventile (AV) werden nun bestromt (getaktet) und schalten auf Durchgangsstellung. Der an den Relaisventilen (RV) anliegende Steuerdruck wird über Anschluss Atmosphäre (31) bzw. Anschluss Atmosphäre (32) entlüftet, also abgesenkt. Ist der gewünschte Bremsdruck erreicht, werden die Auslassventile (AV) wieder abgeschaltet (Sperrstellung) und der nun an den Relaisventilen (RV) anliegende Steuerdruck wird gehalten.
Bremse komplett lösen
Die Einlassventile (EV) und die Ventile für Redundanzwegschaltung (RD) werden nicht mehr bestromt und schalten in ihre jeweilige Ausgangsstellung zurück. Die Auslassventile (AV) werden so lange bestromt, bis der an den Relaisventilen (RV) anstehende Steuerdruck über die Auslassventile (AV) und den Anschluss Atmosphäre (31) bzw. Anschluss Atmosphäre (32) entlüftet ist. Aufgrund des nun fehlenden Steuerdrucks schalten die Relaisventile (RV) in ihre Ausgangsstellung zurück und der am Energieabfluss (21) bzw. Energieabfluss (22) anstehende Bremsdruck wird über die Relaisventile (RV) und den Anschluss Atmosphäre (31) bzw. Anschluss Atmosphäre (32) entlüftet.
Bremsvorgang ohne elektronische Regelung
Bei einer elektrischen Störung (Redundanzfall) verbleiben alle Magnetventile in ihrer Ausgangsstellung. Der redundante Bremsdruck am Steueranschluss (4) gelangt über die Ventile für Redundanzwegschaltung (RD) als Steuerdruck an die Relaisventile (RV). Entsprechend dem Steuerdruck werden die Relaisventile (RV) geöffnet und der am Eingang der Relaisventile (RV) anstehende Vorratsdruck gelangt als Bremsdruck zum Energieabfluss (21) und Energieabfluss (22). Nach Lösen der Bremse gehen die Relaisventile (RV), aufgrund des fehlenden redundanten Bremsdrucks am Steueranschluss (4), in ihre Ausgangsstellung zurück. Der am Energieabfluss (21) bzw. Energieabfluss (22) anstehende Bremsdruck wird daraufhin über die Relaisventile (RV) und den Anschluss Atmosphäre (31) bzw. Anschluss Atmosphäre (32) entlüftet.