gf4015p0001gn

Reifendruckkontrolle Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0100 · 2015-02-05

Gültig für: TYP 166 ab Modell-J. 2016 mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle) TYP 292 mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 166 · Baureihe 292

GF40.15-P-0001GN

Reifendruckkontrolle Funktion

05.02.2015

TYP

166

ab Modell-J. 2016

mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle)

TYP

292

mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle)

Reifendruckkontrolle Funktion

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

A1e66

Warnleuchte Reifendruckkontrolle

A1p13

Multifunktions-Display

A69/1

Reifendrucksensor vorn links

A69/2

Reifendrucksensor vorn rechts

A69/3

Reifendrucksensor hinten links

A69/4

Reifendrucksensor hinten rechts

B14

Außentemperatursensor

N10

Steuergerät SAM

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N88

Steuergerät Reifendruckkontrolle

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

X11/4

Diagnosekupplung

CAN B

Innenraum-CAN

CAN D

Diagnose-CAN

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2510-76

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Status "Klemme 15 EIN"

System Reifendruckkontrolle (RDK) funktionsfähig

Der Status Klemme 15 wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN 2 bereitgestellt.

Reifendruckkontrolle allgemein

Die RDK unterstützt den Fahrer bei der Überprüfung des Reifendrucks und dient somit der aktiven Sicherheit.

Die RDK überwacht den Luftdruck in den einzelnen Reifen. Als Vergleichswert wird ein zuvor gespeicherter Solldruck für die Vorder- und Hinterräder herangezogen. Bei einem relevanten Druckverlust erfolgt eine Warnmeldung ggf. mit Positionsangabe an den Fahrer. Der Messbereich des Reifendrucks erstreckt sich zwischen p = 0 bis 6,375 bar.

Das System RDK setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Funktionsablauf Warnmeldungen

Funktionsablauf manueller Neustart

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung

Funktionsablauf automatischer Einlernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle

Funktionsablauf Nachlauf

Funktionsablauf Reifendruckerfassung

Die RDK überwacht während der Fahrt kontinuierlich den Reifendruck aller rotierenden Räder.

Die 4 Reifendrucksensoren senden während der Fahrt alle t = 60 s Datentelegramme an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.

In diesen Datentelegrammen sind der Druck, die Reifenlufttemperatur, der Rad-Identifier (Rad-ID) und Statusinformationen (Drehrichtung, Betriebsmodus usw.) enthalten. Die Daten werden über Funk dem Steuergerät Reifendruckkontrolle übermittelt.

Die Achslokalisierung erfolgt durch Auswerten des Empfangspegels der Reifendrucksensoren. Die Seitenlokalisierung erfolgt durch Auswerten der Drehrichtungsinformation.

Weitere Eingangsgrößen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle berücksichtigt bei der Warnlogik außerdem die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit. Die Außentemperatur wird vom Außentemperatursensor erfasst, vom Steuergerät SAM direkt eingelesen und über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet. Das Kombiinstrument sendet die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.

Auftretende Warn- oder Hinweismeldungen werden im Multifunktions-Display des Kombiinstruments angezeigt.

Funktionsablauf Warnmeldungen

Das Steuergerät Reifendruckkontrolle wertet die Datentelegramme der Reifendrucksensoren kontinuierlich aus.

Wird an einem Reifen ein relevanter Druckverlust erkannt, sendet das Steuergerät Reifendruckkontrolle die Anforderung zur Ausgabe einer Warnmeldung über Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument gibt eine Warnmeldung im Multifunktions-Display aus und steuert die Warnleuchte Reifendruckkontrolle an.

Die Warnmeldungen setzen sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf weiche Warnung

Funktionsablauf harte Warnung

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Funktionsablauf weiche Warnung

Die weiche Warnung erfolgt bereits während der Fahrt. Durch Diffusion verlieren die Reifen im Laufe der Zeit Luft. Als Komfortfunktion erhält der Fahrer deshalb rechtzeitig einen Hinweis auf die fällige Korrektur der Reifendrücke.

Die Warnschwelle ist wie folgt definiert:

Druckverlust > 12 % für t = 8 min (außer CODE 494 (USA-Ausführung))

Druckverlust > 12 % für t = 18 min (bei CODE 494 (USA-Ausführung))

Liegt während der Fahrt der Reifendruck mindestens eines Rades ununterbrochen unter der Warnschwelle, wird ein Warnton gesetzt und im Speicher des Steuergeräts Reifendruckkontrolle abgelegt. Es erfolgt eine Warnung im Kombiinstrument und zusätzlich wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert.

Eine Zurücknahme der Warnmeldungen erfolgt, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

Befüllung auf Solldruck

Erfolgreiche automatische Befüllerkennung

Manueller Neustart

Funktionsablauf harte Warnung

Die harte Warnung weist den Fahrer während der Fahrt auf einen deutlichen und sicherheitsrelevanten Druckverlust hin.

Warnschwelle:

Druckverlust > 20 %

Sinkt der Reifendruck unter den durch die Warnschwelle festgelegten Wert, wird nach maximal t = 5 min eine Warnmeldung im Kombiinstrument angezeigt und die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert. In den nachfolgenden Fahrzyklen wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle weiterhin angesteuert, solange das Problem nicht behoben ist. Wird der momentane Reifendruck auf den Solldruck erhöht oder ein manueller Neustart der RDK durchgeführt, so erlischt automatisch die Warnleuchte Reifendruckkontrolle und die Warnmeldung wird ebenfalls gelöscht.

Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)

Wird während der Fahrt ein fortschreitender Druckverlust in einem bestimmten Zeitabschnitt (Gradient) festgestellt, muss von einem Reifendefekt ausgegangen werden. In diesem Fall wird eine Warnung ausgelöst, noch bevor das Auslösekriterium für die harte Warnung erreicht ist. Die Warnung erfolgt in der Regel spätestens t = 120 s nach Beginn eines Druckverlustes von p = 0,2 bar/min und wird im Kombiinstrument als Warnmeldung "Achtung Reifendefekt" angezeigt.

Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt bei einem der folgenden Ereignisse:

Befüllung auf Solldruck

Erfolgreiche automatische Befüllerkennung

Manueller Neustart

Bei Neueinschalten der Zündung nach einer Leckerkennung wird zunächst die Warnleuchte Reifendruckkontrolle im Kombiinstrument angesteuert. Wenn nach Fahrtbeginn die Drücke wieder dem Sollwert entsprechen, erlischt die Warnleuchte Reifendruckkontrolle.

Funktionsablauf manueller Neustart

Mit dem Neustart des Systems RDK werden die vom Fahrer eingestellten Reifendrücke vom Steuergerät Reifendruckkontrolle als neue Sollwerte übernommen.

Über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts kann im Kombiinstrument das Menü "Service/Reifendruck" aufgerufen, darin geblättert und das System neu gestartet werden.

Die Signale werden vom Steuergerät Mantelrohrmodul über Lenkungs-LIN eingelesen und über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Kombiinstrument gesendet. Anhand der Druckwerte zum Zeitpunkt des Neustarts werden die Druckschwellen für Warnungen festgelegt. Es erfolgt die sofortige Bedienrückmeldung über das Kombiinstrument.

Funktionsablauf automatische Befüllerkennung

Eine automatische Befüllerkennung erfolgt, wenn bei Fahrtbeginn an mindestens 2 Rädern eine Druckänderung von mehr als p = 0,2 bar erkannt wurde. Zum Vergleich werden temperaturkompensierte und gefilterte Druckwerte herangezogen und mit den Werten der letzten Fahrt verglichen.

Nach ca. t = 5 min Fahrt und erfolgreicher Plausibilitätsprüfung werden die neuen Reifendrücke automatisch als Sollwerte übernommen. Eine Druckdifferenz zwischen dem rechten und linken Rad von p > 17 % gilt als unplausibel.

Funktionsablauf automatischer Einlernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle

Nach einer längeren Parkzeit von t > 19 min wird nach Fahrtbeginn die automatische Erkennung und Lokalisierung der Reifendrucksensoren gestartet.

Ein neuer Reifendrucksensor ist nach maximal t = 10 min Fahrt automatisch eingelernt. Die Seitenlokalisierung erfolgt durch Auswerten der Drehrichtung, basierend auf Rechts-links-Informationen der Reifendrucksensoren.

Bei der Achszuordnung werden die näher am Empfänger liegenden Hinterräder stärker empfangen als die weiter entfernten Vorderräder. Die Empfangspegel der Reifendrucksensoren der Hinterachse sind stärker als die der Vorderachse.

Wurde das Steuergerät Reifendruckkontrolle erneuert, ist es erforderlich, mit Hilfe von XENTRY Diagnostics die geführte Routine "Inbetriebnahme" durchzuführen.

Ist es notwendig Reifendrucksensoren einzulernen, muss der Einlernvorgang mit XENTRY Diagnostics im Menü "Steuergeräteanpassung", Untermenü "Radelektronik Identifikationsnummer schreiben" erfolgen.

Durch die geführte manuelle Reifendruckabsenkung werden die Reifendrucksensoren nacheinander durch Luftablassen dazu veranlasst, ein Datenprotokoll zu senden, aus dem die entsprechende Rad-ID ausgelesen werden kann.

Wird das Triggertool verwendet, müssen nacheinander die einzelnen Reifendrucksensoren angetriggert werden, damit das entsprechende Datenprotokoll gesendet wird, aus dem die notwendige Rad-ID ausgelesen werden kann.

Funktionsvoraussetzung Nachlauf

Klemme 15 AUS

Funktionsablauf Nachlauf

Nach dem Ausschalten der Zündung ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle noch für t = 19 min aktiv und kann Signale von den Reifendrucksensoren über Funk empfangen. Der Benutzerschnittstelle-CAN geht im Nachlauf in den Sleep-Modus.

Funktionsschema Elektrik Reifendruckkontrolle (RDK)

PE40.15-P-2050-97NBA

Reifendruckkontrolle (RDK) Meldungen

GF40.15-P-0001-08GN

Übersicht Systembauteile Reifendruckkontrolle (RDK)

GF40.15-P-9999GN

Referenzierte Dokumente