TYP | 218 |
ab Modell-J. 2014 | |
mit CODE 475 (Reifendruckkontrolle (Premium)) | |
Fa. Schrader |
A1 | Kombiinstrument |
A1e66 | Warnleuchte Reifendruckkontrolle |
A1p13 | Multifunktions-Display |
A69/1 | Reifendrucksensor vorn links |
A69/2 | Reifendrucksensor vorn rechts |
A69/3 | Reifendrucksensor hinten links |
A69/4 | Reifendrucksensor hinten rechts |
B14 | Außentemperatursensor |
CAN B | Innenraum-CAN |
CAN D | Diagnose-CAN |
CAN E1 | Fahrwerk-CAN 1 |
CAN E2 | Fahrwerk-CAN 2 |
LIN E1 | Lenkungs-LIN |
N10/1 | Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul |
N88 | Steuergerät Reifendruckkontrolle |
N135 | Lenkradelektronik |
S110 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad links |
S111 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts |
X11/4 | Diagnosekupplung |
P40.15-2546-75
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Klemme 15 EIN
System Reifendruckkontrolle (RDK) funktionsfähig
Der Status der Klemme 15 wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 bereitgestellt.
RDK allgemein
Die RDK unterstützt den Fahrer bei der Überprüfung des Reifenluftdrucks und dient somit der aktiven Sicherheit.
Die RDK überwacht den Luftdruck in den einzelnen Reifen. Als Vergleichswert wird ein zuvor gespeicherter Solldruck für die Vorder- und Hinterräder herangezogen.
Bei einem relevanten Druckverlust erfolgt eine Warnmeldung ggf. mit Positionsangabe an den Fahrer. Der Messbereich des Reifendrucks erstreckt sich von p = 0 bis 6,375 bar.
Das System RDK setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Reifendruckerfassung
Funktionsablauf Warnmeldungen
Funktionsablauf manueller Neustart
Funktionsablauf automatische Befüllerkennung
Funktionsablauf automatischer Lernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle
Funktionsablauf Nachlauf
Funktionsablauf Reifendruckerfassung
Die RDK überwacht während der Fahrt kontinuierlich den Reifendruck aller rotierenden Räder.
Die 4 Reifendrucksensoren senden während der Fahrt alle t = 60 s Datentelegramme an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.
In diesen Datentelegrammen sind der Druck, die Reifenlufttemperatur, die individuelle Seriennummer und Statusinformationen (Drehrichtung, Betriebsmodus usw.) enthalten. Die Daten werden über Funk dem Steuergerät Reifendruckkontrolle übermittelt.
Weitere Eingangsgrößen
Das Steuergerät Reifendruckkontrolle berücksichtigt bei der Warnlogik außerdem die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit. Die Außentemperatur wird vom Außentemperatursensor erfasst, vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn direkt eingelesen und über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Das Kombiinstrument sendet die Außentemperatur und die Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät Reifendruckkontrolle.
Auftretende Warn- oder Hinweismeldungen werden im Multifunktions-Display im Kombiinstrument angezeigt.
Funktionsablauf Warnmeldungen
Das Steuergerät Reifendruckkontrolle wertet die Datentelegramme der Reifendrucksensoren kontinuierlich aus.
Wird an einem Reifen ein relevanter Druckverlust erkannt, sendet das Steuergerät Reifendruckkontrolle die Anforderung zur Ausgabe einer Warnmeldung über Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument gibt eine Warnmeldung über das Multifunktions-Display aus und steuert die Warnleuchte Reifendruckkontrolle an.
Die Warnmeldungen setzen sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf weiche Warnung
Funktionsablauf harte Warnung
Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)
Funktionsablauf weiche Warnung
Die weiche Warnung erfolgt bereits während der Fahrt.
Durch Diffusion verlieren die Reifen im Laufe der Zeit Luft.
Als Komfortfunktion erhält der Fahrer deshalb rechtzeitig einen Hinweis auf die fällige Korrektur der Reifendrücke.
Die Warnschwelle ist wie folgt definiert:
– Druckverlust > 12 % für t = 8 min (außer CODE 494 (USA-Ausführung))
– Druckverlust > 12 % für t = 18 min (bei CODE 494 (USA-Ausführung))
Liegt während der Fahrt der Reifendruck mindestens eines Rades ununterbrochen unter der Warnschwelle, wird ein Warnsignal gesetzt und im Speicher des Steuergeräts Reifendruckkontrolle abgelegt. Es erfolgt eine Warnung im Multifunktions-Display und zusätzlich wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert.
Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:
– Befüllung auf Solldruck
– Erfolgreiche automatische Befüllerkennung
– Manueller Neustart
Funktionsablauf harte Warnung
Die harte Warnung weist den Fahrer während der Fahrt auf einen deutlichen und sicherheitsrelevanten Druckverlust hin.
Warnschwelle:
– Druckverlust > 20 %
Sinkt der Reifendruck unter den durch die Warnschwelle festgelegten Wert, wird nach maximal t = 5 min eine Warnmeldung im Multifunktions-Display angezeigt und die Warnleuchte Reifendruckkontrolle angesteuert. In den nachfolgenden Zündungsläufen wird die Warnleuchte Reifendruckkontrolle weiterhin angesteuert, solange das Problem nicht behoben ist.
Wird der momentane Reifendruck auf den Solldruck erhöht oder ein manueller Neustart der RDK durchgeführt, so erlischt automatisch die Warnleuchte Reifendruckkontrolle und die Warnmeldung wird ebenfalls gelöscht.
Funktionsablauf Leckerkennung (schneller Druckverlust)
Wird während der Fahrt ein fortschreitender Druckverlust in einem bestimmten Zeitabschnitt (Gradient) festgestellt, muss von einem Reifendefekt ausgegangen werden. In diesem Fall wird eine Warnung ausgelöst, noch bevor das Auslösekriterium für die harte Warnung erreicht ist. Die Warnung erfolgt in der Regel spätestens t = 120 s nach Beginn eines Druckverlustes von p = 0,2 bar/min und wird im Multifunktions-Display im Kombiinstrument als Warnmeldung "Achtung Reifendefekt" angezeigt.
Eine Zurücknahme der Warnmeldung erfolgt bei einem der folgenden Ereignisse:
– Befüllung auf Solldruck
– Erfolgreiche automatische Befüllerkennung
– Manueller Neustart
Bei Zündungsneustart nach einer Leckerkennung wird zunächst die Warnleuchte Reifendruckkontrolle im Kombiinstrument angesteuert. Wenn nach Fahrtbeginn die Drücke wieder dem Sollwert entsprechen, erlischt die Warnleuchte Reifendruckkontrolle.
Funktionsablauf manueller Neustart
Mit dem Neustart des Systems RDK werden die vom Fahrer eingestellten Reifendrücke vom Steuergerät Reifendruckkontrolle als neue Sollwerte übernommen.
Über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts kann im Kombiinstrument das Menü "Service/Reifendruck" aufgerufen, darin geblättert und das System RDK neu gestartet werden.
Die Signale der Tastengruppen werden vom Steuergerät Mantelrohrmodul über Lenkungs-LIN eingelesen und über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument gesendet. Anhand der Druckwerte zum Zeitpunkt des Neustarts werden die Druckschwellen für Warnungen festgelegt. Es erfolgt die sofortige Bedienrückmeldung über das Kombiinstrument.
Das Steuergerät Reifendruckkontrolle filtert die neuen Druckwerte für t = 5 min ab Fahrtbeginn und prüft sie auf Plausibilität. Danach wird der jeweils mittlere Druckwert jeder Achse als neuer Sollwert für die Drucküberwachung abgespeichert.
Funktionsablauf automatische Befüllerkennung
Eine automatische Befüllerkennung erfolgt, wenn bei Fahrtbeginn an mindestens 2 Rädern eine Druckänderung von mehr als p = 0,2 bar erkannt wurde. Zum Vergleich werden temperaturkompensierte und gefilterte Druckwerte herangezogen und mit den Werten der letzten Fahrt verglichen.
Nach ca. t = 5 min Fahrt und erfolgreicher Plausibilitätsprüfung werden die neuen Reifendrücke automatisch als Sollwerte übernommen. Eine Druckdifferenz zwischen dem rechten und linken Rad von p > 17 % gilt als unplausibel.
Funktionsablauf automatischer Lernvorgang des Steuergeräts Reifendruckkontrolle
Nach einer längeren Parkzeit von t > 19 min wird nach Fahrtbeginn die automatische Erkennung und Lokalisierung der Reifendrucksensoren gestartet.
Ein neuer Reifendrucksensor ist nach maximal t = 10 min Fahrt automatisch angelernt. Die Seitenlokalisierung erfolgt durch Auswerten der Drehrichtung, basierend auf rechts-links-Informationen der Reifendrucksensoren.
Bei der Achszuordnung werden die näher am Empfänger liegenden Hinterräder stärker empfangen als die weiter entfernten Vorderräder. Die Empfangspegel der Reifendrucksensoren der Hinterachse sind stärker als die der Vorderachse.
Wurde das Steuergerät Reifendruckkontrolle erneuert, ist es erforderlich mit Hilfe von Xentry Diagnostics die geführte Routine "Inbetriebnahme" durchzuführen.
Ist es notwendig Reifendrucksensoren anzulernen, kann der Anlernvorgang mit Xentry Diagnostics im Menü "Steuergerätanpassung", Untermenü "Radelektronik Indentifikationsnummer schreiben" erfolgen.
Durch die geführte manuelle Reifendruckabsenkung werden die Reifendrucksensoren nacheinander durch Luftablassen dazu veranlasst, ein Datenprotokoll zu senden, aus dem der entsprechende Rad-Identifier (Rad-ID) ausgelesen werden kann.
Wird das Triggertool verwendet, müssen nacheinander die einzelnen Reifendrucksensoren angetriggert werden, damit das entsprechende Datenprotokoll gesendet wird, aus dem der notwendige Rad-ID ausgelesen werden kann.
Funktionsvoraussetzungen Nachlauf
Klemme 15 AUS
Funktionsablauf Nachlauf
Nach dem Ausschalten der Zündung ist das Steuergerät Reifendruckkontrolle noch für t = 19 min aktiv und kann Signale von den Radsensoren über Funk empfangen. Der Fahrwerk-CAN 2 geht im Nachlauf in den Sleep-Modus.
Referenzierte Dokumente
- gf4015p000108fq Reifendruckkontrolle (RDK) Meldungen
- gf4015p9999fq Übersicht Systembauteile Reifendruckkontrolle (RDK)