gf1400p3000mnf

Abgasreinigung Funktion

Typ gf · Thema 14.00 · Version 0101 · 2017-12-18

Gültig für: Motor 176.9 im Typ 463 ab Modell-J. 2016 bis Modell-J. 2019

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 14 Auspuffkrümmer, Motorbremse, Abgasreinigungsanlage › 14.00 Allgemeines — Baureihe 176 (Baumuster 9**) · Baureihe 463

GF14.00-P-3000MNF

Abgasreinigung Funktion

18.12.2017

Motor

176.9 im Typ 463

ab Modell-J. 2016 bis Modell-J. 2019

Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein

Klemme 87M (Motormanagement EIN)

Motor läuft

Das Relais Klemme 87M (F58kN) wird bei Klemme 15 EIN eingeschaltet.

Abgasreinigung allgemein

Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:

Stickoxide (NOx)

Kohlenwasserstoff (HC)

Kohlenmonoxid (CO)

Dazu müssen u. a. die Katalysatoren (Dreiwegekatalysatoren) schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, um beim Kaltstart die Abgasemissionen zu reduzieren.

Abgasreinigung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf Abgasreinigung umfasst folgende Teilfunktionen:

Funktionsablauf Katalyse

Funktionsablauf Schaltpunktanhebung

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Funktionsablauf Katalyse

Die vom Motor ausgestoßenen Schadstoffe werden von den Katalysatoren (Dreiwegekatalysatoren) bei λ = 1 chemisch umgewandelt (konvertiert).

Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff in Wasser (H2O) + Kohlendioxid umgewandelt.

Durch Reduktion werden die Stickoxide in Stickstoff (N2) + Kohlendioxid umgewandelt.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Schaltpunktanhebung

Kühlmitteltemperatur beim Start < 35 °C

Fahrzeuggeschwindigkeit < 40 km/h

Funktionsablauf Schaltpunktanhebung

Die Schaltpunktanhebung bringt die Katalysatoren nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur.

Das Steuergerät ME (N3/10) steuert die Schaltpunktanhebung abhängig von folgenden Signalen:

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur

Raddrehzahlen

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Raddrehzahl über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C)

Die Schaltpunktanhebung ist für maximal 60 s aktiv und erfolgt ausschließlich elektronisch.

Das Steuergerät ME fordert über den Antriebs-CAN das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) auf, die Schaltlinien zu verschieben.

Die Teillastschaltungen (in den Gängen 1-2-1, 2-3-2) erfolgen dann bei höherer Motordrehzahl bzw. bei höherer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Überwachung der Katalysatorwirkung

Betriebswarme Katalysatoren

Lambdaregelung frei gegeben

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Nach den gesetzlichen Anforderungen darf die Kohlenwasserstoff­Emission (HC-Emission) eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten.

Die Aufgabe der Überwachung der Katalysatorwirkung ist es, aus der Sauerstoffspeicherfähigkeit der Katalysatoren eine Aussage über deren Alterung und somit über die HC-Konvertierung (Umwandlung) zu treffen.

Das Steuergerät ME liest zur Überwachung der Katalysatorwirkung die Signale der folgenden Sensoren ein:

Sensorelement Lambdasonde links vor Katalysator (G3/3b1) und Sensorelement Lambdasonde rechts vor Katalysator (G3/4b1)

Sensorelement Lambdasonde links nach Katalysator (G3/5b1) und Sensorelement Lambdasonde rechts nach Katalysator (G3/6b1)

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Der in einer mageren Betriebsphase gespeicherte Sauerstoff wird in einer fetten Betriebsphase ganz oder teilweise abgebaut. Durch Alterung verringern sich Sauerstoffspeicherfähigkeit und HC-Konvertierung der Katalysatoren.

Durch die hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit der Katalysatoren wird die Änderung der Sauerstoffkonzentration nach den Katalysatoren fast vollständig gedämpft.

Dies hat zur Folge, dass die Lambdasondensignale nach den Katalysatoren eine kleine Amplitude besitzen und nahezu konstant sind. Bei betriebswarmen Katalysatoren und frei gegebener Lambdaregelung werden die Amplitudengrößen der Lambdasondensignale nach und vor den Katalysatoren verglichen.

Sind die Katalysatoren nicht mehr funktionsbereit, dann sind die Lambdasondensignale der Sensorelemente Lambdasonden vor Katalysator und die Lambdasondensignale der Sensorelemente Lambdasonden nach Katalysator gleich groß.

Im vorgegebenen Drehzahlbereich erfolgen im unteren Teillastbereich mehrere Messungen. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen. Bei Fehlererkennung wird die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über Antriebs­CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Innenraum-CAN (CAN B) angesteuert.

Erkannte Fehler werden im Fehlerspeicher des Steuergeräts ME abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen und gelöscht werden.

Funktionsschema Elektrik Abgasreinigung

PE14.00-P-2051-97ZGD

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

GF07.70-P-9998MNF

Referenzierte Dokumente