Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein
Klemme 87M (Motormanagement EIN)
Motor läuft
Das Relais Klemme 87M (F58kN) wird bei Klemme 15 EIN eingeschaltet.
Abgasreinigung allgemein
Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:
Stickoxide (NOx)
Kohlenwasserstoff (HC)
Kohlenmonoxid (CO)
Dazu müssen u. a. die Katalysatoren (Dreiwegekatalysatoren) schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, um beim Kaltstart die Abgasemissionen zu reduzieren.
Abgasreinigung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf Abgasreinigung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Katalyse
Funktionsablauf Schaltpunktanhebung
Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung
Funktionsablauf Katalyse
Die vom Motor ausgestoßenen Schadstoffe werden von den Katalysatoren (Dreiwegekatalysatoren) bei λ = 1 chemisch umgewandelt (konvertiert).
Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff in Wasser (H2O) + Kohlendioxid umgewandelt.
Durch Reduktion werden die Stickoxide in Stickstoff (N2) + Kohlendioxid umgewandelt.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Schaltpunktanhebung
Kühlmitteltemperatur beim Start < 35 °C
Fahrzeuggeschwindigkeit < 40 km/h
Funktionsablauf Schaltpunktanhebung
Die Schaltpunktanhebung bringt die Katalysatoren nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur.
Das Steuergerät ME (N3/10) steuert die Schaltpunktanhebung abhängig von folgenden Signalen:
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur
Raddrehzahlen
Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Raddrehzahl über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C)
Die Schaltpunktanhebung ist für maximal 60 s aktiv und erfolgt ausschließlich elektronisch.
Das Steuergerät ME fordert über den Antriebs-CAN das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) auf, die Schaltlinien zu verschieben.
Die Teillastschaltungen (in den Gängen 1-2-1, 2-3-2) erfolgen dann bei höherer Motordrehzahl bzw. bei höherer Fahrzeuggeschwindigkeit.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Überwachung der Katalysatorwirkung
Betriebswarme Katalysatoren
Lambdaregelung frei gegeben
Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung
Nach den gesetzlichen Anforderungen darf die KohlenwasserstoffEmission (HC-Emission) eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten.
Die Aufgabe der Überwachung der Katalysatorwirkung ist es, aus der Sauerstoffspeicherfähigkeit der Katalysatoren eine Aussage über deren Alterung und somit über die HC-Konvertierung (Umwandlung) zu treffen.
Das Steuergerät ME liest zur Überwachung der Katalysatorwirkung die Signale der folgenden Sensoren ein:
Sensorelement Lambdasonde links vor Katalysator (G3/3b1) und Sensorelement Lambdasonde rechts vor Katalysator (G3/4b1)
Sensorelement Lambdasonde links nach Katalysator (G3/5b1) und Sensorelement Lambdasonde rechts nach Katalysator (G3/6b1)
Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
Der in einer mageren Betriebsphase gespeicherte Sauerstoff wird in einer fetten Betriebsphase ganz oder teilweise abgebaut. Durch Alterung verringern sich Sauerstoffspeicherfähigkeit und HC-Konvertierung der Katalysatoren.
Durch die hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit der Katalysatoren wird die Änderung der Sauerstoffkonzentration nach den Katalysatoren fast vollständig gedämpft.
Dies hat zur Folge, dass die Lambdasondensignale nach den Katalysatoren eine kleine Amplitude besitzen und nahezu konstant sind. Bei betriebswarmen Katalysatoren und frei gegebener Lambdaregelung werden die Amplitudengrößen der Lambdasondensignale nach und vor den Katalysatoren verglichen.
Sind die Katalysatoren nicht mehr funktionsbereit, dann sind die Lambdasondensignale der Sensorelemente Lambdasonden vor Katalysator und die Lambdasondensignale der Sensorelemente Lambdasonden nach Katalysator gleich groß.
Im vorgegebenen Drehzahlbereich erfolgen im unteren Teillastbereich mehrere Messungen. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen. Bei Fehlererkennung wird die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über AntriebsCAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Innenraum-CAN (CAN B) angesteuert.
Erkannte Fehler werden im Fehlerspeicher des Steuergeräts ME abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen und gelöscht werden.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mnf Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung