Funktionsvoraussetzungen Aufladung allgemein
Klemme 87 M (Motorsteuerung EIN)
Motor läuft
Aufladung allgemein
Durch die Aufladung wird der Zylinderfüllungsgrad verbessert. Damit erhöhen sich das Motordrehmoment und die Leistung des Motors.
Die der erhöhten Luftmasse entsprechende Kraftstoffmenge wird vom Steuergerät ME (N3/10) zugemessen.
Bei der Aufladung wird die Strömungsenergie der Abgase zum Antrieb der Abgasturbolader genutzt.
Die Abgasturbolader saugen Frischluft über die Luftfilter an den Verdichtereintritten an und führen diese über die Verdichteraustritte in die Ladeluftrohre zum Ladeluftkühler.
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Durch die hohe Drehzahl der Verdichterräder und den daraus resultierenden hohen Volumenströmen wird die Luft in den Ladeluftrohren verdichtet.
Die verdichtete Ladeluft strömt über die Ladeluftrohre zum Ladeluftkühler. Dieser kühlt anschließend die durch die Verdichtung erwärmte Ladeluft ab und leitet sie über das Ladeluftverteilerrohr zum Saugrohr weiter.
Aufladung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Teilfunktionen gegliedert:
Funktionsablauf Ladedruckregelung
Funktionsablauf Ladeluftkühlung
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Funktionsablauf Ladedruckregelung
Die Ladedruckregelung erfolgt elektropneumatisch über den Druckwandler Ladedruckregelung (Y77/1). Der Unterdruck wird durch die am Motor angebaute mechanische Unterdruckpumpe erzeugt. Der Druckwandler wird kennfeld- und lastabhängig vom Steuergerät ME zur Ladedruckregelung angesteuert. Dazu wertet das Steuergerät ME folgende Sensoren und Funktionen der Motorsteuerung aus:
– Temperatursensor Ladeluft (B17/8)
– Drucksensor nach Luftfilter Zylinderreihe links (B28/4)
– Drucksensor nach Luftfilter Zylinderreihe rechts (B28/5)
– Drucksensor vor Drosselklappe (B28/6), Ladedruck
– Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Ladedruck
– Fahrpedalsensor (B37), Lastanforderung vom Fahrer
– Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl
– Klopfregelung, Getriebe-Überlastschutz, Überhitzungsschutz
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Im Volllastbereich wird ein maximaler Ladedruck von 900 mbar aufgebaut.
Zur Verringerung des Ladedrucks werden die Abgasströme für den Antrieb der Laderturbinen, durch Öffnen der Ladedruckregelklappen, über jeweils einen Bypass umgeleitet.
Der Druckwandler Ladedruckregelung steuert dazu die Druckdosen Ladedruckregelklappe mit Unterdruck von der Unterdruckpumpe an. Daraufhin schließen die Druckdosen über ein Gestänge die Ladedruckregelklappen, die die Bypässe verschließen. Liegt kein Unterdruck an den Druckdosen an, werden die Ladedruckregelklappen und somit die Bypässe geöffnet. Die Ladedruckregelklappen ermöglichen den Abgasströmen die Turbinenräder zu umgehen (Bypass), wodurch der Ladedruck geregelt und die Turbinendrehzahlen begrenzt werden.
Damit kann der Ladedruck an die momentane Lastanforderung des Motors angepasst werden.
Bei einer Leckage in der Leitung zwischen Unterdruckpumpe und Druckdosen ist kein Ladedruckaufbau möglich.
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Zur Überwachung des aktuellen Ladedrucks gibt der Drucksensor vor Drosselklappe ein entsprechendes Spannungssignal an das Steuergerät ME.
Die Drucksensoren nach Luftfilter dienen dem Steuergerät ME zur Überwachung der Aufladung.
Die Ladelufttemperatur wird im Ladeluftverteiler vom Temperatursensor Ladeluft erfasst und dem Steuergerät ME in Form eines Spannungssignals mitgeteilt.
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Diagnose Ladedruckregelung
Die Funktion der Ladedruckregelung kann nur bewertet werden, wenn mit Xentry Diagnostics die Meldung "Ladedruckregelung adaptiert" angezeigt wird. Nach dem Austausch des Steuergeräts ME oder eines Abgasturboladers ist eine längere Fahrstrecke mit bestimmten Betriebsbedingungen erforderlich, damit diese Adaption vom Steuergerät ME durchgeführt wird.
Sind die Schlauchleitungen zwischen Druckdosen, Druckwandler Ladedruckregelung und Ladeluftkühler undicht, wird im Steuergerät ME der Fehler "Ladedruck zu hoch"gespeichert. Schnelle Lastanforderungen unterhalb des Grundladedrucks werden über den Drosselklappensteller (M16/6) geregelt.
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P09.00-2110-76
Dargestellt Strömungsverlauf Ansaugluft
1 Luftfiltergehäuse links
3 Abgasturbolader links
4 Abgasturbolader rechts
7 Luftfiltergehäuse rechts
8 Ladeluftverteiler
9 Ladeluftkühler
10 Abgaskrümmer links
11 Abgaskrümmer rechts
A Ansaugluft
P09.00-2111-76
Dargestellt Strömungsverlauf Ansaugluft/Ladeluft
2 Druckdose (Ladedruckregelklappe)
3 Abgasturbolader links
9 Ladeluftkühler
10 Abgaskrümmer links
M16/6 Drosselklappensteller
A Ansaugluft
B Ladeluft (ungekühlt)
P09.00-2112-76
Dargestellt Strömungsverlauf Ladeluft
2 Druckdose (Ladedruckregelklappe)
3 Abgasturbolader links
7 Luftfiltergehäuse rechts
8 Ladeluftverteiler
9 Ladeluftkühler
10 Abgaskrümmer links
M16/6 Drosselklappensteller
C Ladeluft (gekühlt)
P09.00-2114-82
Dargestellt Ladedruckregelung bei einem Tastverhältnis (ti) <5 %
2 Druckdose (Ladedruckregelklappe)
2a Ladedruckregelklappe
3 Abgasturbolader links
3a Turbinenrad
3b Verdichterrad
9 Ladeluftkühler
12 Mechanische Unterdruckpumpe
Y77/1 Druckwandler Ladedruckregelung
A Ansaugluft
B Ladeluft (ungekühlt)
C Ladeluft (gekühlt)
D Abgas
E Umgebungsluftdruck (Atmosphäre)
t Zeit
ti Tastverhältnis
P09.00-2115-82
Dargestellt Ladedruckregelung bei einem Tastverhältnis (ti) >5 %
2 Druckdose (Ladedruckregelklappe)
2a Ladedruckregelklappe
3 Abgasturbolader links
3a Turbinenrad
3b Verdichterrad
9 Ladeluftkühler
12 Mechanische Unterdruckpumpe
Y77/1 Druckwandler Ladedruckregelung
A Ansaugluft
B Ladeluft (ungekühlt)
C Ladeluft (gekühlt)
D Abgas
E Umgebungsluftdruck (Atmosphäre)
F Unterdruck
t Zeit
ti Tastverhältnis
Funktionsablauf Ladeluftkühlung
Durch die Ladeluftkühlung wird die Ladelufttemperatur <65 °C bei 20 °C Umgebungstemperatur gehalten.
Die abgekühlte Luft nach den Ladeluftkühlern hat eine höhere Dichte. Dadurch erhöht sich die Zylinderfüllung und somit die Motorleistung. Außerdem ist die Klopfneigung und durch niedrigere Abgastemperaturen die Bildung von Stickoxiden (NOx) verringert.
Beide Zylinderreihen besitzen einen gemeinsamen Wasser-/Ladeluftkühler. Der Wasser-/Ladeluftkühler ist an den Niedertemperatur-Kühlkreislauf mit Niedertemperaturkühler und Umwälzpumpe Ladeluftkühler (M44) angeschlossen.
Wenn die Ladelufttemperatur >35 °C beträgt, wird vom Steuergerät ME die Umwälzpumpe Ladeluftkühler über das Relais Abgasturbolader (F58kO) angesteuert.
Sinkt die Ladelufttemperatur unter 25 °C ab, wird die Umwälzpumpe Ladeluftkühler wieder abgeschaltet.
Die Ladelufttemperatur wird zwischen dem Ladeluftkühler und dem Drosselklappensteller vom Temperatursensor Ladeluft erfasst und dem Steuergerät ME mit einem Spannungssignal mitgeteilt.
Den Verschlussdeckel am Ausgleichbehälter des Niedertemperatur-Kühlkreislaufs nur bei erhöhter Ladelufttemperatur (Leistungsmangel) und bei kaltem Motor öffnen. Das Kühlmittel muss bis an den Verschlussdeckel reichen.
Die Kühlkreisläufe der Ladeluftkühlung und der Getriebeölkühlung sind miteinander verbunden und werden gemeinsam durch die Umwälzpumpe Ladeluftkühler betrieben.
P09.41-2632-76
Dargestellt Kühlmittelkreislauf Ladeluftkühler
9 Ladeluftkühler
11 Getriebölwärmetauscher
12 Zusatz-Niedertemperaturkühler
13 Entlüftungsleitung
14 Niedertemperaturkühler
15 Ausgleichsbehälter
B17/8 Temperatursensor Ladeluft
B28/6 Drucksensor vor Drosselklappe
M16/6 Drosselklappensteller
M44 Umwälzpumpe Ladeluftkühler
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