gf0710p1012mta

Wärmemanagement Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0103 · 2015-03-10

Gültig für: MOTOR 133.9 im TYP 117, 156, 176

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 117 · Baureihe 156 · Baureihe 176

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 133 9**

GF07.10-P-1012MTA

Wärmemanagement Funktion

10.3.15

MOTOR

133.9 im TYP 117, 156, 176

Funktionsvoraussetzungen Wärmemanagement allgemein

Klemme 87M (Motormanagement EIN)

Motor läuft

Bei Fahrzeugen bis Modell-J. 2016 ist unabhängig von der Ausstattung nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.
Bei Fahrzeugen ab Modell-J. 2016 sind je nach Ausstattung zwei Fahrwerk-CAN-Varianten vorhanden.
Variante 1
Hat das Fahrzeug keine der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist wie bis Modell-J. 2016 nur ein Fahrwerk-CAN (CAN E) vorhanden.
Variante 2
Hat das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind zwei Fahrwerk-CANs (Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2)) vorhanden:
CODE 218 (Rückfahrkamera)
CODE 234 (Totwinkel-Assistent)
CODE 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)
CODE 475 (Reifendruckkontrolle)
CODE 476 (Spurhalte-Assistent)
CODE 513 (Geschwindigkeitslimit-Assistent)
CODE 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)
CODE 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)
CODE 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)
CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))
CODE 622 (Intelligent Light System)
CODE 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)
CODE 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)

Wärmemanagement allgemein

Mit dem vom Steuergerät ME (N3/10) gesteuerten Wärmemanagement wird die Kühlmitteltemperatur des Motors geregelt. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

Schnelleres Erreichen der optimalen Betriebstemperatur

Reduzierung der Abgasemissionen

Kraftstoffersparnis

Verbesserter Heizungskomfort

Die Steuerung des Wärmemanagements ist abhängig von folgenden Signalen:

Motoröltemperatur-Sensor (B1), Motoröltemperatur

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe (B17/9)

Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast

Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalbetätigung (Fahrertyp ruhig oder sportlich)

Hallsensor Kurbelwelle (B70) (mit Drehrichtungserkennung), Motordrehzahl

Steuergerät SAM (N10), Außentemperatur über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Fahrwerk-CAN oder Fahrwerk-CAN 1

Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik (N22/7), Status Klimaanlage über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN oder Fahrwerk-CAN 1

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN oder über Fahrwerk-CAN 1

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe (Y3/14n4), Status Getriebesteuerung über Antriebs-CAN (CAN C)

Wärmemanagement Funktionsablauf

Das Wärmemanagement ist in den folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Kühlmittelthermostat-Regelung

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Funktionsablauf Niedertemperatur-Kreislauf

Funktionsablauf Kühlmittelthermostat-Regelung

Das Öffnen und Schließen des Kugeldrehschiebers im Kühlmittelthermostat geschieht durch das temperaturbeeinflusste Ausdehnen bzw. Schrumpfen des Dehnwachselements in einem Temperaturbereich von ca. 98 °C bis ca. 108 °C. Zusätzlich kann durch die Ansteuerung des Heizelements Kühlmittelthermostat (R48), das Öffnen und Schließen des Kühlmittelthermostats variabel und abhängig von den motorischen Anforderungen vorgenommen werden.

Dazu steuert das Steuergerät ME in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen das Heizelement Kühlmittelthermostat mit einem Massesignal an. Die Spannungsversorgung erfolgt über "Klemme 87 M2". Der Kühlmittelthermostat kann folgende Stellungen einnehmen:

Geschlossen

Öffnend (Mischbetrieb)

Offen (Kühlerbetrieb)

Geschlossen

Der Kugeldrehschieber des Kühlmittelthermostats ist geschlossen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Kühlmitteltemperatur unterhalb von ca. 98 °C

Heizelement Kühlmittelthermostat unbestromt

Keine Volllastanforderung

In dieser Stellung durchströmt das Kühlmittel den Motorkreislauf und je nach Bedarf den Heizungswärmetauscher. Der Motorkühler ist nicht in den Kühlmittelumlauf eingebunden. Das Kühlmittel wird dadurch schneller erwärmt. Durch die schnelle Erwärmung gelangt der Motor eher auf seine Betriebstemperatur, was sich günstig auf den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen auswirkt.

Öffnend (Mischbetrieb)

Der Kugeldrehschieber beginnt zu öffnen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

Erreichen einer Kühlmitteltemperatur von ca. 98 °C erstmals nach dem Start (keine Volllastanforderung)

Heizelement Kühlmittelthermostat wird bestromt

In einem Temperaturbereich des Kühlmittels von ca. 98 °C bis ca. 108 °C oder je nach Bestromung des Heizelements Kühlmittelthermostat beginnt das Dehnwachselement sich auszudehnen und betätigt den Kugeldrehschieber. Dieser gibt die Verbindung zum Motorkühler frei. Der Öffnungsquerschnitt des Kugeldrehschiebers wird entsprechend der Temperatur des Dehnwachselements bzw. der Kühlmitteltemperatur angepasst. Dadurch wird der Volumenstrom des Kühlmittels zum Motorkühler variiert.

Wärmemanagement Funktion

Ansicht Kühlmittelthermostat geschlossen

48

Gehäuse Kühlmittelthermostat

48a

Dehnwachselement

48b

Kugeldrehschieber

R48

Heizelement Kühlmittelthermostat

A

Vom Motor

B

Zum Motorkühler

C

Zum Heizungswärmetauscher

P20.10-2324-76

Offen (Kühlerbetrieb)

Beim Überschreiten einer Kühlmitteltemperatur von ca. 108 °C ist der Kugeldrehschieber vollständig geöffnet und das Kühlmittel kann uneingeschränkt über den Motorkühler strömen. Bei einer Kühlmitteltemperatur > 85 °C und Volllastanforderung öffnet der Kugeldrehschieber durch Beheizen des Dehnwachselements ebenfalls vollständig.

Um zu verhindern, dass kritische Temperaturbereiche auftreten, wird die Kühlmitteltemperatur unter folgenden Bedingungen abgesenkt:

Ansauglufttemperatur > 38 °C

Motordrehzahl > 3000/min

Motorlast > 30 %

Die Kühlmitteltemperatur wird dabei abhängig von der Außentemperatur durch Beheizen des Dehnwachselements abgesenkt. Bei einer Außentemperatur < -12 °C auf ca. 90 °C und bei einer Außentemperatur > -12 °C auf ca. 80 °C

Wärmemanagement Funktion

Ansicht Kühlmittelthermostat geöffnet

48

Gehäuse Kühlmittelthermostat

48a

Dehnwachselement

48b

Kugeldrehschieber

R48

Heizelement Kühlmittelthermostat

A

Vom Motor

B

Zum Motorkühler

C

Zum Heizungswärmetauscher

P20.10-2325-76

Funktionsablauf Überhitzungsschutz

Der Überhitzungsschutz schützt bei thermischer Überlastung vor Motorschäden und vor Überhitzungsschäden des Katalysators. Zum Überhitzungsschutz werden folgende Maßnahmen getroffen:

Kennfeldabhängige Zündwinkeleinstellung in Richtung "spät", abhängig von Motorlast und -drehzahl, ab einer Kühlmitteltemperatur von ca. 90 °C und einer Ladelufttemperatur von ca. 20 °C

Verringerte Öffnung der Drosselklappe durch den Stellmotor (M16/6m1), abhängig von Motorlast und -drehzahl

Verkürzung der Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 4 (Y76/1 bis 4) entsprechend der geringeren Luftmasse

Ansteuerung des Heizelements Kühlmittelthermostat durch das Steuergerät ME zur vollen Öffnung des Kugeldrehschiebers im Kühlmittelthermostat

Bei zu hoher Kühlmitteltemperatur wird eine Warnmeldung im Multifunktionsdisplay (A1p13) vom Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dazu sendet das Steuergerät ME ein entsprechendes Signal über Fahrwerk-CAN zum Kombiinstrument oder über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 2 zum Kombiinstrument.

Funktionsablauf Lüftersteuerung

Das Steuergerät ME steuert den Lüftermotor (M4/7) an. Dabei wird die Lüftersolldrehzahl über ein pulsweitenmoduliertes Signal vom Steuergerät ME vorgegeben. Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt 10 bis 90 %.

Dabei bedeuten z. B.:

10 %: Lüftermotor "AUS"

20 %: Lüftermotor "EIN", minimale Drehzahl

90 %: Lüftermotor "EIN", maximale Drehzahl

Bei fehlerhafter Ansteuerung dreht der Lüftermotor mit maximaler Drehzahl (Lüfternotlauf).

Lüfternachlauf

Der Lüftermotor läuft bei "Zündung AUS" bis zu 5 min nach, wenn die Kühlmitteltemperatur bzw. die Motoröltemperatur (Berechnung aus Temperaturmodell) vorgegebene Höchstwerte überschritten haben. Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt beim Lüfternachlauf maximal 40 %. Fällt dabei die Batteriespannung zu sehr ab, wird der Lüfternachlauf unterdrückt.

Wärmemanagement Funktion

Ansicht Niedertemperatur-Kreislauf

14

Niedertemperaturkühler

15

Radlaufkühler

16

Ausgleichsbehälter Kühlmittel

110/3

Ladeluftkühler

M44

Umwälzpumpe Ladeluftkühler

A

Kühlmittelvorlauf

B

Kühlmittelrücklauf

C

Ausgleich/Entlüftung Kühlmittelkreislauf

P09.41-2656-76

Funktionsablauf Niedertemperatur-Kreislauf

Die Kühlung der Ladeluft erfolgt indirekt über einen wassergekühlten Ladeluftkühler, der in einem separaten Niedertemperatur-Kreislauf eingebunden ist.

Hierzu fördert die Umwälzpumpe Ladeluftkühler, welche am Kühlmodul verschraubt ist, das Kühlmittel durch den Ladeluftkühler.

Im Anschluss wird die aufgenommene Wärme zunächst am Radlaufkühler und anschließend am Niedertemperaturkühler im Frontmodul abgegeben.

Wärmemanagement Funktion

P20.10-2381-79

Kühlmittelkreislauf, schematisch dargestellt

1

Motorkühler

48

Thermostat

2

Ausgleichsbehälter Kühlmittel

50

Abgasturbolader

3

Motor 133.9

M13/7

Umwälzpumpe Kühlmittel Getriebeölkühlung

4

Heizungswärmetauscher

A

Kühlmittelrücklauf

5

Motoröl-/Kühlmittel-Wärmetauscher

B

Kühlmittelrücklauf zum Motor

6

Kühlmittel-/Getriebe-Ölkühler

C

Kühlmittelvorlauf

7

Bugkühler

D

Entlüftung Kühlmittelkreislauf

40

Kühlmittelpumpe

Funktionsschema Elektrik Wärmemanagement

PE07.10-P-2712-97IAD

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