Funktionsvoraussetzungen Wärmemanagement allgemein
Klemme 87M (Motormanagement EIN)
Motor läuft
Bei Fahrzeugen bis Modell-J. 2016 ist unabhängig von der Ausstattung nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.
Bei Fahrzeugen ab Modell-J. 2016 sind je nach Ausstattung zwei Fahrwerk-CAN-Varianten vorhanden.
Variante 1
Hat das Fahrzeug keine der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist wie bis Modell-J. 2016 nur ein Fahrwerk-CAN (CAN E) vorhanden.
Variante 2
Hat das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind zwei Fahrwerk-CANs (Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2)) vorhanden:
CODE 218 (Rückfahrkamera)
CODE 234 (Totwinkel-Assistent)
CODE 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)
CODE 475 (Reifendruckkontrolle)
CODE 476 (Spurhalte-Assistent)
CODE 513 (Geschwindigkeitslimit-Assistent)
CODE 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)
CODE 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)
CODE 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)
CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))
CODE 622 (Intelligent Light System)
CODE 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)
CODE 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)
Wärmemanagement allgemein
Mit dem vom Steuergerät ME (N3/10) gesteuerten Wärmemanagement wird die Kühlmitteltemperatur des Motors geregelt. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:
Schnelleres Erreichen der optimalen Betriebstemperatur
Reduzierung der Abgasemissionen
Kraftstoffersparnis
Verbesserter Heizungskomfort
Die Steuerung des Wärmemanagements ist abhängig von folgenden Signalen:
Motoröltemperatur-Sensor (B1), Motoröltemperatur
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)
Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe (B17/9)
Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast
Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalbetätigung (Fahrertyp ruhig oder sportlich)
Hallsensor Kurbelwelle (B70) (mit Drehrichtungserkennung), Motordrehzahl
Steuergerät SAM (N10), Außentemperatur über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Fahrwerk-CAN oder Fahrwerk-CAN 1
Steuer- und Bediengerät Klimatisierungsautomatik (N22/7), Status Klimaanlage über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN oder Fahrwerk-CAN 1
Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4), Fahrzeuggeschwindigkeit über Fahrwerk-CAN oder über Fahrwerk-CAN 1
Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Doppelkupplungsgetriebe (Y3/14n4), Status Getriebesteuerung über Antriebs-CAN (CAN C)
Wärmemanagement Funktionsablauf
Das Wärmemanagement ist in den folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Kühlmittelthermostat-Regelung
Funktionsablauf Überhitzungsschutz
Funktionsablauf Lüftersteuerung
Funktionsablauf Niedertemperatur-Kreislauf
Funktionsablauf Kühlmittelthermostat-Regelung
Das Öffnen und Schließen des Kugeldrehschiebers im Kühlmittelthermostat geschieht durch das temperaturbeeinflusste Ausdehnen bzw. Schrumpfen des Dehnwachselements in einem Temperaturbereich von ca. 98 °C bis ca. 108 °C. Zusätzlich kann durch die Ansteuerung des Heizelements Kühlmittelthermostat (R48), das Öffnen und Schließen des Kühlmittelthermostats variabel und abhängig von den motorischen Anforderungen vorgenommen werden.
Dazu steuert das Steuergerät ME in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen das Heizelement Kühlmittelthermostat mit einem Massesignal an. Die Spannungsversorgung erfolgt über "Klemme 87 M2". Der Kühlmittelthermostat kann folgende Stellungen einnehmen:
Geschlossen
Öffnend (Mischbetrieb)
Offen (Kühlerbetrieb)
Geschlossen
Der Kugeldrehschieber des Kühlmittelthermostats ist geschlossen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
Kühlmitteltemperatur unterhalb von ca. 98 °C
Heizelement Kühlmittelthermostat unbestromt
Keine Volllastanforderung
In dieser Stellung durchströmt das Kühlmittel den Motorkreislauf und je nach Bedarf den Heizungswärmetauscher. Der Motorkühler ist nicht in den Kühlmittelumlauf eingebunden. Das Kühlmittel wird dadurch schneller erwärmt. Durch die schnelle Erwärmung gelangt der Motor eher auf seine Betriebstemperatur, was sich günstig auf den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen auswirkt.
Öffnend (Mischbetrieb)
Der Kugeldrehschieber beginnt zu öffnen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Erreichen einer Kühlmitteltemperatur von ca. 98 °C erstmals nach dem Start (keine Volllastanforderung)
Heizelement Kühlmittelthermostat wird bestromt
In einem Temperaturbereich des Kühlmittels von ca. 98 °C bis ca. 108 °C oder je nach Bestromung des Heizelements Kühlmittelthermostat beginnt das Dehnwachselement sich auszudehnen und betätigt den Kugeldrehschieber. Dieser gibt die Verbindung zum Motorkühler frei. Der Öffnungsquerschnitt des Kugeldrehschiebers wird entsprechend der Temperatur des Dehnwachselements bzw. der Kühlmitteltemperatur angepasst. Dadurch wird der Volumenstrom des Kühlmittels zum Motorkühler variiert.
Ansicht Kühlmittelthermostat geschlossen |
48 | Gehäuse Kühlmittelthermostat |
48a | Dehnwachselement |
48b | Kugeldrehschieber |
R48 | Heizelement Kühlmittelthermostat |
A | Vom Motor |
B | Zum Motorkühler |
C | Zum Heizungswärmetauscher |
P20.10-2324-76
Offen (Kühlerbetrieb)
Beim Überschreiten einer Kühlmitteltemperatur von ca. 108 °C ist der Kugeldrehschieber vollständig geöffnet und das Kühlmittel kann uneingeschränkt über den Motorkühler strömen. Bei einer Kühlmitteltemperatur > 85 °C und Volllastanforderung öffnet der Kugeldrehschieber durch Beheizen des Dehnwachselements ebenfalls vollständig.
Um zu verhindern, dass kritische Temperaturbereiche auftreten, wird die Kühlmitteltemperatur unter folgenden Bedingungen abgesenkt:
Ansauglufttemperatur > 38 °C
Motordrehzahl > 3000/min
Motorlast > 30 %
Die Kühlmitteltemperatur wird dabei abhängig von der Außentemperatur durch Beheizen des Dehnwachselements abgesenkt. Bei einer Außentemperatur < -12 °C auf ca. 90 °C und bei einer Außentemperatur > -12 °C auf ca. 80 °C
Ansicht Kühlmittelthermostat geöffnet |
48 | Gehäuse Kühlmittelthermostat |
48a | Dehnwachselement |
48b | Kugeldrehschieber |
R48 | Heizelement Kühlmittelthermostat |
A | Vom Motor |
B | Zum Motorkühler |
C | Zum Heizungswärmetauscher |
P20.10-2325-76
Funktionsablauf Überhitzungsschutz
Der Überhitzungsschutz schützt bei thermischer Überlastung vor Motorschäden und vor Überhitzungsschäden des Katalysators. Zum Überhitzungsschutz werden folgende Maßnahmen getroffen:
Kennfeldabhängige Zündwinkeleinstellung in Richtung "spät", abhängig von Motorlast und -drehzahl, ab einer Kühlmitteltemperatur von ca. 90 °C und einer Ladelufttemperatur von ca. 20 °C
Verringerte Öffnung der Drosselklappe durch den Stellmotor (M16/6m1), abhängig von Motorlast und -drehzahl
Verkürzung der Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 4 (Y76/1 bis 4) entsprechend der geringeren Luftmasse
Ansteuerung des Heizelements Kühlmittelthermostat durch das Steuergerät ME zur vollen Öffnung des Kugeldrehschiebers im Kühlmittelthermostat
Bei zu hoher Kühlmitteltemperatur wird eine Warnmeldung im Multifunktionsdisplay (A1p13) vom Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dazu sendet das Steuergerät ME ein entsprechendes Signal über Fahrwerk-CAN zum Kombiinstrument oder über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 2 zum Kombiinstrument.
Funktionsablauf Lüftersteuerung
Das Steuergerät ME steuert den Lüftermotor (M4/7) an. Dabei wird die Lüftersolldrehzahl über ein pulsweitenmoduliertes Signal vom Steuergerät ME vorgegeben. Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt 10 bis 90 %.
Dabei bedeuten z. B.:
10 %: Lüftermotor "AUS"
20 %: Lüftermotor "EIN", minimale Drehzahl
90 %: Lüftermotor "EIN", maximale Drehzahl
Bei fehlerhafter Ansteuerung dreht der Lüftermotor mit maximaler Drehzahl (Lüfternotlauf).
Lüfternachlauf
Der Lüftermotor läuft bei "Zündung AUS" bis zu 5 min nach, wenn die Kühlmitteltemperatur bzw. die Motoröltemperatur (Berechnung aus Temperaturmodell) vorgegebene Höchstwerte überschritten haben. Das Tastverhältnis des pulsweitenmodulierten Signals beträgt beim Lüfternachlauf maximal 40 %. Fällt dabei die Batteriespannung zu sehr ab, wird der Lüfternachlauf unterdrückt.
Ansicht Niedertemperatur-Kreislauf |
14 | Niedertemperaturkühler |
15 | Radlaufkühler |
16 | Ausgleichsbehälter Kühlmittel |
110/3 | Ladeluftkühler |
M44 | Umwälzpumpe Ladeluftkühler |
A | Kühlmittelvorlauf |
B | Kühlmittelrücklauf |
C | Ausgleich/Entlüftung Kühlmittelkreislauf |
P09.41-2656-76
Funktionsablauf Niedertemperatur-Kreislauf
Die Kühlung der Ladeluft erfolgt indirekt über einen wassergekühlten Ladeluftkühler, der in einem separaten Niedertemperatur-Kreislauf eingebunden ist.
Hierzu fördert die Umwälzpumpe Ladeluftkühler, welche am Kühlmodul verschraubt ist, das Kühlmittel durch den Ladeluftkühler.
Im Anschluss wird die aufgenommene Wärme zunächst am Radlaufkühler und anschließend am Niedertemperaturkühler im Frontmodul abgegeben.
P20.10-2381-79
Kühlmittelkreislauf, schematisch dargestellt |
1 | Motorkühler | 48 | Thermostat | |
2 | Ausgleichsbehälter Kühlmittel | 50 | Abgasturbolader | |
3 | Motor 133.9 | M13/7 | Umwälzpumpe Kühlmittel Getriebeölkühlung | |
4 | Heizungswärmetauscher | A | Kühlmittelrücklauf | |
5 | Motoröl-/Kühlmittel-Wärmetauscher | B | Kühlmittelrücklauf zum Motor | |
6 | Kühlmittel-/Getriebe-Ölkühler | C | Kühlmittelvorlauf | |
7 | Bugkühler | D | Entlüftung Kühlmittelkreislauf | |
40 | Kühlmittelpumpe |
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mta Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung