gf0710p1007mmk

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0101 · 2014-03-10

Gültig für: MOTOR 276.9 im TYP 222

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 222

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 276 9**

GF07.10-P-1007MMK

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

10.3.14

MOTOR

276.9 im TYP 222

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A

Anreicherungsrate

P07.61-2691-01

Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Klemme 87M (Motormanagement EIN)

Motor dreht

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:

Funktionsablauf Startanreicherung

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Funktionsablauf Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Die Berechnung der Einspritzdauer für die Startanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Spannung Bordnetzbatterie (G1) über "Klemme 30"

Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), "Klemme 50-Signal" über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), das Steuergerät Antriebsstrang (N127) und über Antriebs-CAN (CAN C1)

Abstellzeit des Motors

Das Steuergerät ME verlängert beim Erhalten des "Klemme 50-Signals" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und über Antriebs-CAN die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76).

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird.

Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.

Die Einspritzdauer ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzdauer.

Unter ca. 7 V Batteriespannung ist kein Motorstart möglich.

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft.

Der an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzdauer für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur beim Start

Verbrennungszyklen nach Start

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4), Wählhebelstellung über Antriebs-CAN

Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt.

Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Der an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

Hallsensoren Einlassnockenwelle links und rechts (B6/4, B6/5), Einlassnockenwellen-Stellungen

Hallsensoren Auslassnockenwelle links und rechts (B6/6, B6/7), Auslassnockenwellen-Stellungen

Kühlmitteltemperatur-Sensor

Ansauglufttemperatur-Sensor (B17)

Ansauglufttemperatur-Sensor Saugrohr (B17/1)

Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast

Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.

Die Zündwinkel der Zündspulen (T1) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.

Die Stellmagnete Einlassnockenwelle links und rechts (Y49/4, Y49/5) und die Stellmagnete Auslassnockenwelle links und rechts (Y49/6, Y49/7) bestimmen durch die Ventilüberschneidung die Abgasrückführrate. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.

Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend.

Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

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