gf0710p1007mma

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0102 · 2012-12-04

Gültig für: MOTOR 157.9 im TYP 212, 218 bis Modell-J. 2014 MOTOR 278.9 im TYP 207, 212, 218 bis Modell-J. 2014

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 207 · Baureihe 212 · Baureihe 218

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 157 9**, 278 9**

GF07.10-P-1007MMA

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

04.12.2012

MOTOR

157.9 im TYP 212, 218

bis Modell-J. 2014

MOTOR

278.9 im TYP 207, 212, 218

bis Modell-J. 2014

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A

Anreicherungsrate

P07.61-2691-01

Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Klemme 87M (Motorsteuerung EIN)

Motor dreht

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:

Funktionsablauf Startanreicherung

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Funktionsablauf Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Startanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmittel-Temperatursensor (B11/4) (Typ 207, 212), Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4) (Typ 218)

– Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

– Spannung Bordnetzbatterie (G1) über "Klemme 30"

– Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), "Klemme 50-Signal" über Fahrwerk-CAN (CAN E)

– Abstellzeit des Motors

Das Steuergerät ME verlängert beim Erhalten des "Klemme 50-Signals" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über den Fahrwerk-CAN die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren (Y76).

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzzeit.

Die Einspritzzeit ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzzeit.

Unter ca. 7 V Batteriespannung ist kein Motorstart möglich.

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft.

Der an den kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmitteltemperatur-Sensor, Kühlmitteltemperatur beim Start

– Verbrennungszyklen nach Start

– Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8), Wählhebelstellung über Antriebs-CAN (CAN C)

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren.

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luftgemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Der an den noch kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Hallsensoren Einlassnockenwelle links und rechts (B6/4, B6/5), Einlass-Nockenwellenstellungen

– Hallsensoren Auslassnockenwelle links und rechts (B6/6, B6/7), Auslass-Nockenwellenstellungen

– Kühlmitteltemperatur-Sensor

– Temperatursensor Ladeluft (B17/8)

– Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast

– Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME zugeteilt. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren.

Die Zündwinkel der Zündspulen (T1) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt.

Die Stellmagnete Einlassnockenwelle links und rechts (Y49/4, Y49/5) und die Stellmagnete Auslassnockenwelle links und rechts (Y49/6, Y49/7) bestimmen durch die Ventilüberschneidung die Abgasrückführrate. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.

Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzzeit hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig.

Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend.

Sobald die Lambda-Regelung freigegeben wird, überwacht diese die Einspritzzeit.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

Typ 207

PE07.10-P-2707-97EAI

Typ 212

PE07.10-P-2707-97DAK

Typ 218

PE07.10-P-2707-97XAC

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

MOTOR 157.9 im TYP 212, 218
bis Modell-J. 2014
MOTOR 278.9 im TYP 207, 212, 218
bis Modell-J. 2014

GF07.70-P-9998MM

Referenzierte Dokumente