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Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Funktion
Allgemeines
Die Gemischaufbereitung umfasst die Förderung des flüssigen Kraftstoffs durch den Kraftstoffhochdruckkreislauf, die Einspritzregelung und die Gemischbildung. Der flüssige Kraftstoff wird über den Kraftstoffhochdruckkreislauf zum Kraftstoffeinspritzsystem gefördert. Die Gemischbildung, d. h. die Vermengung von verdampftem Kraftstoff und zugeführter Luft, findet im Brennraum statt.
Funktionsvoraussetzungen
Motormanagement EIN (Klemme 87M)
Motor in Betrieb
Funktion
Lambdaregelung (Dieselmotor)
Der Dieselmotor arbeitet mit heterogener innerer Gemischbildung und Selbstzündung. Die Luftzahl λ gibt an, inwieweit das tatsächliche Kraftstoff-Luft-Gemisch von dem stöchiometrischen Kraftstoff-Luft-Verhältnis im Zylinder abweicht. Die Lambdawerte von Dieselmotoren liegen bei Volllast zwischen λ=1,15 und λ=2,0 und im Leerlauf zwischen λ=10 bis λ=18.
Lambdaregelung (Ottomotor)
Direkt einspritzende Ottomotoren arbeiten im Schichtladungs- und Homogenbetrieb. Im Homogenbetrieb liegen die Lambdawerte zwischen λ=0,5 und λ=1,3. Im Schichtbetrieb sind die Lambdawerte abhängig vom Fahr- und Lastzustand (z. B. Teil- oder Volllastbetrieb).
Bei der Benzin-Direkteinspritzung handelt es sich um ein Gemischbildungsverfahren, bei dem der Ottokraftstoff unter hohem Druck direkt in den Brennraum eingespritzt wird.
Kraftstoffhochdruckkreislauf
Der Kraftstoff-Hochdruckreislauf setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Komponenten zusammen:
Kraftstoffverteiler
Hochdruckleitungen
Druckbegrenzungsventil (Dieselmotor)
Kraftstoffdrucksensor im Kraftstoffverteiler
Kraftstoffinjektoren
Mengenregelventil
Kraftstoffhochdruckpumpe
Die Kraftstoffhochdruckpumpe verbindet Kraftstoffniederdruckkreislauf und Kraftstoffhochdruckkreislauf. Aufgabe der Kraftstoffhochdruckpumpe ist es, den Kraftstoff zu verdichten und in den Kraftstoffverteiler zu fördern.
Das Mengenregelventil in der Kraftstoffhochdruckpumpe regelt den Kraftstoffdurchfluss in den Kraftstoffhochdruckkreislauf.
Vom Kraftstoffverteiler gelangt der Kraftstoff über Hochdruckleitungen zu den Kraftstoffinjektoren, die den Kraftstoff direkt, zylinderselektiv und fein zerstäubt in den Brennraum einspritzen. Das Steuergerät Verbrennungsmotor berechnet kennfeldabhängig die Einspritzung für den jeweiligen Betriebszustand. Die Einspritzmenge ist abhängig vom Kraftstoffdruck im Kraftstoffverteiler und der Ansteuerdauer der Kraftstoffinjektoren.
Der Kraftstoffdruck im Kraftstoffverteiler wird über das Mengenregelventil geregelt. Der Kraftstoffdruck im Kraftstoffverteiler wird durch den Kraftstoffdrucksensor erfasst und durch das Druckbegrenzungsventil (Dieselmotor) begrenzt.
Beispielhafte Darstellung Kraftstoffhochdruckkreislauf 4-Zylinder Ottomotor |
1 | Mengenregelventil |
2 | Hochdruckleitung |
3 | Kraftstoffdrucksensor |
4 | Rollenstößel |
5.1 | Kraftstoffinjektor Zylinder 1 |
5.2 | Kraftstoffinjektor Zylinder 2 |
5.3 | Kraftstoffinjektor Zylinder 3 |
5.4 | Kraftstoffinjektor Zylinder 4 |
6 | Kraftstoffverteiler |
7 | Kraftstoffhochdruckpumpe |
P07.00-A001-76
Einspritzregelung Ottomotor
Direkt einspritzende Ottomotoren sind für homogene wie auch heterogene Brennverfahren ausgelegt. Der Kraftstoffeinspritzdruck erreicht bis zu 250 bar. Als Injektoren werden piezogesteuerte Mehrlochventile verwendet, die meist zentral im Brennraum angeordnet sind. Der Antrieb der Kraftstoff-Hochruckpumpe erfolgt über die Nockenwelle.
Folgende Betriebszustände werden durch eine Mehrfacheinspritzung unterstützt:
Starten
Dreiwegekatalysator aufheizen
Verbrennungsstabilisierung bei hoher Motordrehzahl, d. h. Motordrehzahl < 2000/min
Warmhalten des Dreiwegekatalysators im Leerlauf bei längeren Leerlaufphasen
Das Steuergerät Verbrennungsmotor berechnet kennfeldabhängig Einspritzdauer und -druck auf Basis folgender Signale:
Kraftstoffdruck und -temperatur
Hallsignal Einlassnockenwelle
Hallsignal Auslassnockenwelle
Kühlmitteltemperatur
Ladelufttemperatur vor Drosselklappe
Ladelufttemperatur nach Drosselklappe
Druck nach Drosselklappe, Motorlast
Motorlastanforderung
Fahrpedalsensor, Fahrpedalbetätigung (schnell oder langsam)
Motordrehzahl
Lambdawert vor Katalysator
Zusätzlich werden die Anforderungen der Funktion Drehmomentkoordination berücksichtigt.
Das Steuergerät Verbrennungsmotor regelt die Einspritzdauer unter folgenden Betriebsbedingungen:
Teillastbetrieb
Volllastbetrieb
Lastwechsel
Über die Einspritzdauer (Öffnung des Injektors) wird dem Injektor die Einspritzmenge zugeteilt.
Teillastbetrieb
Im Teillastbetrieb wird vom Steuergerät Verbrennungsmotor bei betriebswarmem Motor die Ansteuerzeit der Kraftstoffinjektoren in Abhängigkeit folgender Faktoren berechnet:
Lambdaregelung
Kraftstoffdruck
Angefordertes Motordrehmoment
Volllastbetrieb
Um das maximale Motordrehmoment sicherzustellen, wird im Volllastbetrieb vom Steuergerät Verbrennungsmotor bei voll geöffneter Drosselklappe die Ansteuerzeit der Kraftstoffinjektoren verlängert und der Einspritzdruck erhöht.
Am Fahrpedalsensor sind ca. 10 bis 90 % Verdrehbereich als Teillast und mehr als ca. 90 % Verdrehbereich als Volllast definiert.
Lastwechsel
Bei einer schnellen Änderung der Fahrpedalstellung, z. B. bei der Fahrzeugbeschleunigung, wird die Drosselklappe mit hoher Geschwindigkeit geöffnet oder geschlossen. Dabei kann es zu einem kurzzeitigen Abmagern oder Anfetten des Kraftstoff-Luft-Gemisches kommen. Das Steuergerät Verbrennungsmotor passt dementsprechend das Kraftstoff-Luft-Gemisch an, indem es kennfeldabhängig die Ansteuerzeit der Kraftstoffinjektoren verlängert oder verkürzt. Dadurch werden Ruckelerscheinungen, die durch schnelles Öffnen und Schließen der Drosselklappe verursacht werden, verhindert.
Beispielhafte Darstellung Kraftstoffhochdruckkreislauf 4-Zylinder Dieselmotor |
8.1 | Kraftstoffinjektor Zylinder 1 |
8.2 | Kraftstoffinjektor Zylinder 2 |
8.3 | Kraftstoffinjektor Zylinder 3 |
8.4 | Kraftstoffinjektor Zylinder 4 |
9 | Hochdruckleitungen |
10 | Kraftstoffverteiler |
11 | Kraftstoffdrucksensor Hochdruck |
12 | Mengenregelventil |
13 | Kraftstoffhochdruckpumpe |
14 | Zahnrad |
P07.00-A000-76
Einspritzregelung Dieselmotor
Beim Dieselmotor sind zur exakten Steuerung der Verbrennung bis zu sechs Einspritzungen pro Arbeitsspiel möglich. Der maximale Einspritzdruck kann bis zu 2000 bar betragen.
Zur Reduzierung des Verbrennungsgeräusches wird im großen Kennfeldbereich eine doppelte Voreinspritzung verwendet. Eine angelagerte Nacheinspritzung wird zur Emissionsoptimierung eingesetzt.
Während der Regeneration des Dieselpartikelfilters erfolgen mehrere getaktete Nacheinspritzungen.
Das Steuergerät Verbrennungsmotor teilt dem Motor, in Abhängigkeit vom Lastzustand und der Kühlmitteltemperatur, die benötigte Kraftstoffmenge zu.
Die Einspritzregelung ist in folgenden Punkten beschrieben:
Kraftstoffdruckregelung
Voreinspritzung
Haupteinspritzung
Nacheinspritzung
Einspritzmengenkorrektur
Kraftstoffdruckregelung
Die Kraftstoffdruckregelung wird über die Mengenregelung vom Mengenregelventil an der Kraftstoffhochdruckpumpe gesteuert.
Voreinspritzung
Um das Verbrennungsgeräusch und die Abgasemissionen zu reduzieren, findet vor der Haupteinspritzung eine Voreinspritzung statt, wodurch die Verbrennung weicher abläuft.
Haupteinspritzung
Die Haupteinspritzung erfolgt im Anschluss an die Voreinspritzung und dient der Leistungs- und Drehmomenterzeugung. Die Haupteinspritzung ist durch den Einspritzzeitpunkt und die Einspritzdauer geregelt.
Nacheinspritzung
Die Nacheinspritzung dient dazu, die Abgastemperatur zu erhöhen sowie den Umwandlungsprozess der Abgasbestandteile im Oxidationskatalysator und die Rußpartikelfilter-Regeneration zu unterstützen. Durch die Erhöhung der Abgastemperatur werden die Rußpartikel im Abgas nachträglich verbrannt.
Einspritzmengenkorrektur
Die Einspritzmengenkorrektur besitzt zusätzlich folgende Voraussetzungen:
Motordrehzahl zwischen 1000/min und 2600/min, d. h. Schubbetrieb oder normaler Fahrbetrieb
Motoröltemperatur > 80 °C
Die Einspritzmengenkorrektur unterteilt sich in zwei Teilbereiche:
Nullmengenkalibrierung
Haupteinspritzmengenkorrektur
Nullmengenkalibrierung
Aufgrund auftretender Reibung beim Öffnen und Schließen der Kraftstoffinjektoren ergibt sich über die Laufzeit eine geänderte Einspritzmenge. Die geänderte Einspritzmenge kann durch eine Anpassung der Ansteuerdauer korrigiert werden. Während des normalen Motorbetriebs oder im Schubbetrieb wird in definierten Zeitabständen zylinderselektiv eine Piloteinspritzmenge kalibriert. Diese Ansteuerdauer entspricht einer definierten Einspritzmenge. Die Differenz zwischen der neuen und der nominalen Ansteuerdauer wird zu Einspritzmengenkorrektur genutzt.
Haupteinspritzmengenkorrektur
Bei dieser Funktion wird die Haupteinspritzmenge mithilfe der Lambdasonde vor dem Katalysator korrigiert. Dabei wird die Einspritzmenge so lange angepasst, bis der im Steuergerät Verbrennungsmotor hinterlegte Lambda-Sollwert erreicht wird.
Aufgrund von Toleranzen der Kraftstoffinjektoren und des Heißfilmluftmassensensor werden die Emissionswerte beeinflusst. Um die Emissionswerte konstant zu halten, verändert das Steuergerät Verbrennungsmotor über das Abgasrückführstellglied Niederdruck und das Abgasrückführstellglied Hochdruck die Abgasrückführrate. Über das Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator wird der Restsauerstoffgehalt überwacht.
Sicherheitskraftstoffabschaltung
Um die Verkehrs- und Insassensicherheit zu gewährleisten, findet unter bestimmten Voraussetzungen eine Sicherheitskraftstoffabschaltung statt.
Das Steuergerät Verbrennungsmotor aktiviert die Sicherheitskraftstoffabschaltung unter folgenden Bedingungen:
Direktes oder indirektes Crash-Signal
Mechanischer Fehler im Drosselklappensteller (bei Ottomotoren)
Direktes oder indirektes Crash-Signal
Wenn das Steuergerät Verbrennungsmotor ein Crash-Signal direkt oder indirekt vom Steuergerät SRS erhält, schaltet es die Kraftstoffpumpe und das Mengenregelventil ab. Um die Kraftstoffanlage drucklos zu machen, werden zusätzlich die Kraftstoffinjektoren kurzzeitig angesteuert.
Mechanischer Fehler im Drosselklappensteller (bei Ottomotoren)
Das Steuergerät Verbrennungsmotor vergleicht kontinuierlich die Soll- und Ist Position des Drosselklappenstellers. Wird eine Abweichung und somit ein mechanischer Fehler erkannt, wird die Kraftstoffversorgung abgeschaltet.
Funktionsschemata | |||
Funktionsschema Sicherheitskraftstoffabschaltung | Motor 260, 282, 608 im Typ 118, 177, 247Motor 264 im Typ 167 | ||
Motor 176, 177 im Typ 167 | |||
Motor 139 im Typ 118, 177 | |||
Motor 654 im Typ 118, 167, 177, 247Motor 654 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021Motor 656 im Typ 167, 223 | |||
Motor 254, 264 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021Motor 256 im Typ 167Motor 256 im Typ 213, 238 ab Modell-J. 2021 | |||
Motor 256 im Typ 223 | |||
Motor 176 im Typ 223 | |||
Funktionsschema Einspritzregelung | Motor 608 im Typ 118, 177, 247 | ||
Motor 282 im Typ 118, 177, 247 | |||
Motor 260 im Typ 118, 177, 247Motor 264 im Typ 167 | |||
Motor 654 im Typ 118, 167, 177, 247Motor 654 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021Motor 656 im Typ 167, 223 | |||
Motor 254, 264 im Typ 213, 238, 257 ab Modell-J. 2021Motor 256 im Typ 167Motor 256 im Typ 213, 238 ab Modell-J. 2021 | |||
Motor 176, 177 im Typ 167 | |||
Motor 139 im Typ 118 | |||
Motor 256 im Typ 223 | |||
Motor 176 im Typ 223 | |||
Motor 279 im Typ 223 | |||
Weitere Grundfunktion | |||
Lambdaregelung Grundfunktion | Motor 139, 176, 177, 254, 256, 260, 264, 279, 282 | ||
Steuergeräte | |||
Steuergerät Verbrennungsmotor Grundfunktion | Motor alle (PKW) | ||
Bauteile | |||
Kraftstoff-Hochdruckpumpe Grundfunktion | Motor alle (PKW) | ||
Kraftstoffinjektoren Grundfunktion | Motor alle (PKW) | ||
Kraftstoffdruck-Sensor Kraftstoffverteiler Grundfunktion | Motor 282, 608 | ||
Mengenregelventil Grundfunktion | Motor alle (PKW) | ||
Drosselklappensteller Grundfunktion | Motor alle (PKW) |
Referenzierte Dokumente
- gf0702p2000a Kraftstoff-Hochdruckpumpe Grundfunktion
- gf0703p2000a Kraftstoffinjektoren Grundfunktion
- gf0704p2005a Kraftstoffdruck-Sensor Kraftstoffverteiler Grundfunktion
- gf0704p2005a
- gf0705p2000a Mengenregelventil Grundfunktion
- gf0708p9890a Steuergerät Verbrennungsmotor Grundfunktion
- gf0708p9890a
- gf0710p1054a
- gf0710p1054a Lambdaregelung Grundfunktion
- gf0761p2000a Drosselklappensteller Grundfunktion